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Interdisziplinarität

Das besondere Innovationspotenzial des GRK liegt in seiner konsequent interdisziplinären Ausrichtung. Forschende aus Rechtswissenschaft, Geschichts-, Literatur-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Friedens- und Konfliktforschung sowie Theologie arbeiten gemeinsam an den Wechselwirkungen zwischen Völkerstrafrecht, Geschlecht und gesellschaftlichen Machtstrukturen.
Durch die Verbindung unterschiedlicher fachlicher Perspektiven und Methoden eröffnet das GRK neue Zugänge zur Analyse von Gewalt, Recht und Geschlechterordnungen. Normative, historische, soziologische, kulturelle und ökonomische Ansätze werden dabei miteinander verschränkt, um das Völkerstrafrecht sowohl in seinen rechtlichen Grundlagen als auch in seinen gesellschaftlichen Wirkungen und Kontexten umfassend zu erforschen.

Das Graduiertenkolleg ist aus der engen Zusammenarbeit dreier interdisziplinärer Zentren der Philipps-Universität Marburg hervorgegangen: des Internationales Forschungs- und Dokumentationszentrum Kriegsverbrecherprozesse (ICWC), des Zentrums für Konfliktforschung (ZfK) und des Zentrums für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung (ZfGS). Die beteiligten Wissenschaftler*innen sind in diesen Zentren aktiv und arbeiten seit vielen Jahren in Forschung, Lehre und Nachwuchsförderung eng zusammen. Das Forschungsthema des Graduiertenkollegs wurde gemeinschaftlich entwickelt und in einem kontinuierlichen wissenschaftlichen Austausch weiter geschärft. Wichtige Impulse entstanden aus interdisziplinären Veranstaltungsformaten zu Gender, Konflikt, Schutzverantwortung und Völkerstrafrecht. Dadurch knüpft das Kolleg an etablierte Forschungsstrukturen an und verbindet unterschiedliche Perspektiven der Geschlechter-, Konflikt- und Rechtsforschung zu einem innovativen Forschungsprogramm. Die enge institutionelle Vernetzung schafft ein inspirierendes Forschungsumfeld und bietet den Promovierenden Zugang zu einem breiten Netzwerk wissenschaftlicher Expertise, interdisziplinärem Austausch und vielfältigen Kooperationsmöglichkeiten.