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Katholische Religion
Wintersemester 2026/27
Ort: Katholisch-Theologisches Seminar, Deutschhausstr. 24,
35037 Marburg Großer Hörsaal, 2. OG
Zeit: dienstags, jeweils 18-20 Uhr
Die Teilnahme ist auch online möglich.
Programm im Überblick
17.11.2026, Theologische Ethik, Prof. Dr. Tobias Hack
24.11.2026, Exegese, Prof. Dr. Stephanie Ernst
01.12.2026, Dogmatik, PD Dr. Florian Klug
08.12.2026, Liturgiewissenschaft, Prof. Dr. Cornelius Roth
Programm
„Liebt eure Feinde!“ Gottes Gebot oder menschliche Überforderung?
Dienstag, 17.11.2026, Prof. Dr. Tobias Hack
„Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde!“ – Dies ist nur eine von vielen Aussagen aus den so genannten Anti-Thesen der Bergpredigt Jesu, die nicht selten zu dem Vorwurf führen: Wie jetzt: Ich soll denjenigen lieben, der mir Böses will, der möglicherweise versucht, mich zu vernichten? Das sind doch völlig unrealistische Aufforderungen, ein solches Gebot wird man kaum erfüllen können – und letztlich ist eine totale Überforderung des Menschen.
Was bringen solche moralischen Appelle aus dem Munde Jesu, wenn sie am Ende deshalb nicht befolgt werden, weil sie völlig unrealistisch erscheinen? Sind diese hochethischen Weisungen Jesu womöglich nur für perfekte Menschen und solche, die es werden wollen gedacht? Bin ich vielleicht gar nicht gemeint? Wer aber dann?
Die Vorlesung fragt im Kontext des biblischen Ethos (vgl. Lehrplan Q 3.2) danach, wie die Aussagen der Bergpredigt zu verstehen sind, welche Bedeutung sie für die theologische Ethik haben (können) und welche Relevanz ihnen für ethische Fragen, z.B. die Frage nach Gewaltverzicht, heute zukommt.
Prof. Dr. Tobias Hack ist Professor für Moraltheologie an der Theologischen Fakultät Fulda. Er ist Institutsleiter des Katholisch-Theologischen Seminars Marburg und lehrt dort Theologische Ethik.
Dämonen, Schweine und ein Held - Ein Blick auf antike Heilungsgeschichten am Beispiel von Mk 5,1-20
Dienstag, 24.11.2026, Prof. Dr. Stephanie Ernst
Wie kann man alte Texte auslegen, die fast 2000 Jahre alt sind? Was ist historisch greifbar? Haben damals alle an Dämonen geglaubt? Oder ist Dämon nur übertragen gemeint? Jesus und Dämonen, passt das?
Die Exegese hilft uns bewusst zu machen, welche Brille wir auf der Nase haben, wenn wir die fast 2000 Jahre alten Texte der Bibel lesen.
Ziel ist es, möglichst nah an die Absicht biblischer Texte heranzukommen. Am Beispiel von Mk 5,1-20 sollen die Methoden der Exegese vorgestellt und die Frage diskutiert werden, wie man heute mit diesen Heilungserzählungen umgehen kann.
Prof. Dr. Stephanie Ernst ist Ao. Professorin für Biblische Einleitungswissenschaften und ihre Didaktik an der Theologischen Fakultät Fulda und Dozentin am Katholisch-Theologischen Seminar an der Philipps-Universität Marburg.
Warum handelt der Mensch böse – Die Erbsünde als theologischer Antwortversuch
Dienstag, 01.12.2026, PD. Dr. Florian Klug
Die Bibel berichtet, dass die Schöpfung und insbesondere der Mensch gut geschaffen sind. Doch die menschliche Wirklichkeit steht dazu oftmals in starkem Kontrast: Beleidigungen, Handgreiflichkeiten, Mord und Krieg prägen seit Urzeiten die menschliche Geschichte. Wenn der Mensch doch gut geschaffen ist, was bringt ihn dann dazu sich schlecht zu verhalten? Paulus spricht im Neuen Testament von der Macht der Sünde, die den Menschen überschattet, und Augustinus entwickelt die Idee der Erbsünde, die den Menschen daran hindert, das Gute zu tun.
Daher wollen wir folgenden Fragen in den Blick nehmen: Wie kann die Erbsünde heute verstanden werden? Wenn das Christentum durch das Kreuz eine Erlösungsreligion ist, wie zeigt sich dann Erlösung in einer erlösungsbedürftigen Welt?
PD. Dr. Florian Klug ist Fachvertreter für Dogmatik und Fundamentaltheologie am Katholisch-Theologischen Seminar Marburg und Assistent der Geschäftsführung und Privatdozent für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Universität Wien.
Moderne Gottesdienste – analog und digital
Dienstag, 08.12.2026, Prof. Dr. Cornelius Roth
In einer Zeit, in der immer weniger junge Menschen mit den traditionellen Gottesdienstformen (Hl. Messe, Andachten) etwas anfangen können, stellt sich die Frage nach zeitgemäßen bzw. „modernen“ Gottesdiensten. Diese können analog mit anderer Musik, stärkerer Beteiligung der Gottesdienstteilnehmer oder bestimmten Aktionen stattfinden. Zunehmend kann man aber auch digitale Gottesdienste mitfeiern, die eine neue Form von Gemeinschaft und aktiver Teilnahme (durch Chats, Kommentare und andere interaktive Formate) ermöglicht. Das Internet verändert auch unsere Gottesdienste.
In der Vorlesung sollen zum einen einige Gottesdienstformen im analogen wie digitalen Bereich vorgestellt werden. Zum anderen wird auch die Frage der Kriterien gestellt: Was macht einen Gottesdienst zu einem Gottes-dienst (im Unterschied zu einem einfachen Gemeinschaftsevent)? Welche Prinzipien christlichen Gottesdienstes müssen auch in modernen Gottesdienstformen erkennbar sein, wenn sie eine Ausdrucksform der Nachfolge Christi sein wollen (vgl. Lehrplan Q 1.4 Jesus nachfolgen)?
Prof. Dr. Cornelius Roth ist Professor für Liturgiewissenschaft und Spiritualität an der Theologischen Fakultät Fulda und Dozent am Katholisch-Theologischen Seminar an der Philipps-Universität Marburg.
Weitere Infos
Bei einer Teilnahme an allen Veranstaltungen wird eine Teilnahme-Bescheinigung ausgestellt!
Weitere Studienorientierungsangebote der Philipps-Universität Marburg findest du unter: www.uni-marburg.de/studienorientierung.
Bei Fragen zur Studienorientierung sowie rund ums Studium an der Uni Marburg, kannst du dich gerne auch direkt an die Zentrale Allgemeine Studienberatung (ZAS) der Philipps-Universität wenden: www.uni-marburg.de/zas.
Bei Fragen zum Propädeutikum (Universitärer Kontakt)
Frau Monika Kling
Sekretariat und Prüfungsbüro des Katholisch-Theologischen Seminars an der Philipps-Universität Marburg
- eine Einrichtung der Theologischen Fakultät Fulda -
Deutschhausstr. 24
35037 Marburg
Tel.: 06421/64335
Email: ks@staff.uni-marburg.de