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Rückblick - Die ersten Schritte für Familien

Schwarzweiß-Aufnahme von alten Kinderschuhen.
Foto: Colourbox.de

Studierende und Beschäftigte mit Familie finden an der Philipps-Universität schon lange Gehör bei Vereinbarkeitsthemen. Lange stand das Frauenbüro für Beratungen und Unterstützung in diesem Bereich zur Verfügung und ebnete den Weg für die künftigen Entwicklungen. 

Audit familiengerechte Hochschule

2005 wurden diese Bemühungen erstmals mit dem "audit familiengerechte hochschule" in einem strukturell begleiteten Verfahren gebündelt und weiterentwickelt. Zu den neuen Unterstützungsangeboten für mehr Familiengerechtigkeit zählte u.a. der 2006 eröffnete erste Eltern-Kind-Raum in der Karl-von-Frisch-Straße 8, der bis heute einen der beliebtesten und meistgenutzten Eltern-Kind-Räume darstellt. Darüber hinaus fand 2007 die erste eigene Ferienbetreuung für Kinder von Uni-Mitgliedern sowie ihrer Kooperationspartner statt. 20 Kinder verbrachten eine abwechslungsreiche Herbstferienbetreuung.

Diese Zertifizierung wurde bis zum nahtlosen Wechsel zum Gütesiegel "Familienfreundliche Hochschule Land Hessen" in 2015 erhalten und umgesetzt.

Family-Welcome-Centre

Die Vereinbarkeit von Familie und Universität rückte stetig weiter in den Vordergrund und erforderte bald die Einrichtung eines eigenständigen, handlungsfähigen Bereiches.

2007 nahm die Philipps-Universität am Wettbewerb "Familie in der Hochschule" teil.  Das hierbei eingereichte Konzept wurde 2008 als eines von 8 Hochschulprojekten in Deutschland durch das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE), die Robert Bosch Stiftung sowie das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung ausgezeichnet. Im Folgejahr konnte mit den Preisgeldern das "Family-Welcome-Centre" eingerichtet werden, das sich in Kooperation mit anderen Verwaltungsbereichen sowie mit lokalen Einrichtungen mit der Familienfreundlichkeit an der Philipps-Universität beschäftigte. Die zu diesem Zeitpunkt deutschlandweit einmalige Gründung eines eigenen Bereichs für familiäre Bedarfe an einer Hochschule sorgte für ein überdurchschnittliches und überregionales Interesse der Medien und der Hochschullandschaft in Deutschland.

Die zunächst definierten Kernaufgaben bestanden in der Betreuung neuer Hochschulmitglieder mit Familie. Themen waren die Kinderbetreuungslandschaft in Marburg, Alten- und Pflegeheime sowie der Wohnungsmarkt in Marburg. Außerdem wurden Dual Career Couples unterstützt.

Familienservice

Schnell zeigte sich, dass ein Projekt nicht ausreichte und stetige Strukturen benötigt wurden. Außerdem gingen die Bedarfe der Uni-Mitglieder über die definierten Aufgaben des Family-Welcome-Centres hinaus, da auch die bereits an der Universität eingeschriebenen bzw. beschäftigten Mitglieder mit Familie Beratung und Unterstützung bei Vereinbarkeitsfragen benötigten. Dies führte 2011 zur Gründung des Familienservice.

Im Familienservice wurden und werden alle zukünftigen und bestehenden Mitglieder der Universität zu Vereinbarkeitsthemen beraten. Das Beratungsportfolio wurde und wird stetig erweitert und vertieft. Z.B. der Pflegebereich wurde noch fundierter aufgestellt durch die offizielle Fortbildung eines Pflegeguides.

Auch die externe Zertifizierung und familienfreundliche Projekte wie die Ferienbetreuung sowie die Außenvertretung der Philipps-Universität in familienbezogenen Fragen wurden dem Familienservice übergeben.

Gütesiegel familienfreundliche Hochschule Land Hessen

Durch ihr einschlägiges und langjähriges Engagement für Familienfragen in einer universitären Umgebung wurde die Philipps-Universität Marburg 2015 als eine der Pilothochschulen für das neue "Gütesiegel Familienfreundliche Hochschule Land Hessen" ausgewählt und zertifiziert. Das Siegel wurde in der Pilotphase auf die besonderen Belange einer Hochschule angepasst, was viel Mitgestaltung ermöglichte und einen großen Fortschritt für die Universität bedeutete.

In einem Beschäftigten- und einem Studierenden-Workshop wurde die aktuelle Situation für Familien an der Philipps-Universität von vielfältigen Seiten beleuchtet und diverse Verbesserungsvorschläge erarbeitet. Die daraus entstandene Zielvereinbarung stellte bis 2019 den Leitfaden für die weiteren Entwicklungen der Familienfreundlichkeit an der Universität Marburg dar, an deren Umsetzung viele verschiedene Bereiche der Universität beteiligt sind.
In dieser Zeit ging u.a. die Babysitterbörse online, die Uni-Mitgliedern zum einen die Suche nach einem geeigneten Sitter, zum anderen aber auch das Angebot eigener Sitterdienste erleichtert. Für Beschäftigte wurde die flexible Kinderbetreuung eingeführt, die ohne langwierigen Aufwand für dienstlich begründete Betreuungsbedarfe kostenfrei gebucht werden kann. Besonders das Thema Pflegevereinbarkeit wurde von den inzwischen zwei Pflegeguides vorangetrieben.

Die Universität erließ eine Befristungsleitlinie zur Verlängerung befristeter wissenschaftlicher Arbeitsverträge um die Zeit der Elternzeit. Ein Handbuch für Dekan/innen wurde erstellt und die Ausweitung von Nachteilsausgleichsregelungen auf Studierende mit Familienverantwortung eingeführt. Auch das Bestreben der familienfreundlichen Terminierung von Dienstbesprechungen und die Ermöglichung von Telearbeit für Beschäftigte in familiären Sondersituationen wurde bearbeitet.

Familienfreundlichkeit ist kein Selbstläufer mit einer Ziellinie, deren Überschreitung zu einem festen Resultat und einem klaren Abschluss führt. Sie ist vielmehr ein Prozess, der sich kontinuierlich weiterentwickelt und der geprägt ist von Entwicklungen in der Gesellschaft, der Politik, der Wissenschaft und in der Definition des jeweils einzelnen. Diesen Prozess der Optimierung der Familienfreundlichkeit beschreitet auch die Philipps-Universität weiter. Lesen Sie daher im folgenden Ausblick, welche Ziele wir uns bis 2023 gesetzt haben.

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