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Zentrum für Tumor- und Immunbiologie

Foto: Reinhold Eckstein
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Allgemein

Der Forschungsneubau des „Zentrums für Tumor und Immunbiologie“ (ZTI) wurde im Frühjahr 2014 fertiggestellt. An dem von der LOEWE-Initiative des Landes geförderten Schwerpunkt arbeiten Wissenschaftler aus verschiedenen Bereichen der Tumorbiologie, Immunbiologie und molekularen Zellbiologie zusammen. Bereits jetzt forschen acht Arbeitsgruppen sowie verschiedene Nachwuchsgruppen in einem „Gebäude der kurzen Wege“ auf 2.300 Quadratmetern Laborfläche.

Das südöstlich des Universitätsklinikums gelegene Gebäude ist Teil des sich entwickelnden Campus Lahnberge und befindet sich in unmittelbarer Nähe sowohl zur klinischen Forschung und dem Biomedizinische Forschungszentrum (BMFZ) als auch zu den vorklinischen Instituten der Universität. Die räumliche Zusammenführung der bisher dezentral untergebrachten Forschergruppen soll ein Höchstmaß an Synergien im Bereich der medizinischen Grundlagen- und angewandten Forschung mit sich bringen. Die ersten Pläne für den Neubau hatte das Hessische Baumanagement HBM (heute: LBIH) erstellt, nach einem VOF-Verfahren wurde das Berliner Büro Ludes Generalplaner mit der weiteren Planung und Realisierung beauftragt. Die Baukosten betrugen insgesamt rund 40 Millionen Euro beziffert.

Architektur

Der Hufeisen-förmige Neubau ist geprägt von einer strengen, horizontal gegliederten Klinkerfassade. Orange und gelb gefärbte Wandelemente, welche die Fenster flankieren setzen einen Kontrapunkt zum dunklen Klinker. Ein über vier Geschosse reichendes gläsernes Portal markiert, bereits von weitem sichtbar, den Haupteingang.

Die am ZTI beteiligten Arbeitsgruppen nehmen die vier Obergeschosse des Neubaus ein. Die beiden Technikzentralen sind in einem aufgesetzten Staffelgeschoss sowie im Untergeschoss untergebracht. Dort befinden sich auch MRT-Geräte, Radionuklid- und Reinraumbereiche sowie Lagerräume und ein Anlieferungsbereich. Im Sinne einer nachhaltigen Nutzung soll das Forschungsgebäude eine möglichst hohe Flexibilität aufweisen; um dies zu gewährleisten, sind alle Labore und Büros modular aufgebaut. Bei einer Länge von 60 Metern und einer Breite von 40 Metern sorgt ein Innenhof dafür, dass auch die innen liegenden Räume natürlich belichtet werden können. 

Hintergrund

Zentrales Thema der Forschung am ZTI ist die Untersuchung zellulärer und molekularer Wechselwirkungen zwischen Tumorzellen und dem Tumor-Wirt-Mikromilieu. Für etwa 20 Prozent aller Tumorerkrankungen wird ein ursächlicher Zusammenhang mit chronischen Entzündungsreaktionen vermutet, die unter anderem auf Umwelt- und persönliche Risikofaktoren (wie Zigarettenrauch, Adipositas, chronische Infektionen) zurückzuführen sind. Internationale Forschungsaktivitäten der letzten Jahre konnten zeigen, dass viele der Tumor-Risikofaktoren bereits in der Frühphase der Tumorentstehung die Funktion von Entzündungszellen beeinflussen. Insbesondere Makrophagen („Fresszellen“) werden so „umprogrammiert“, dass sie die Teilung und Metastasierung von Tumorzellen fördern.

Daten

  • Bauherr: Land Hessen vertreten durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst und das Hessische Ministerium der Finanzen
  • Nutzer: Philipps-Universität Marburg
  • Baubeginn: Juni 2011
  • Fertigstellung: Frühjahr 2014
  • Baukosten: 39,8 Millionen Euro
  • Projektleitung: Hessisches Baumanagement RNL Mitte, Standort Marburg
  • Projektsteuerung: SPM Stein Projektmanagement
  • Planung / Bauleitung: Ludes Generalplaner, Berlin
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