10.07.2020 Spenden setzen Zeichen für starkes Miteinander

Corona-Nothilfefonds der Universität hat bisher 230 Studierende unterstützt

Halbtotale-Aufnahme am Schreibtisch mit Ordner, dahinter Gemälde an weißer Wand
Foto: Christina Mühlenkamp
Sophie Falschebner gehört zum Team der ESG, das jeden einzelnen Antrag geprüft hat und Gespräche mit den Studierenden führte.

Der Corona-Nothilfefonds der Philipps-Universität zieht eine erste Erfolgsbilanz. Seit Anfang Mai spendeten Bürgerinnen und Bürger fast 72.000 Euro, um Studierenden zu helfen, die durch die Corona-Pandemie in Not geraten sind. Das Geld wurde an 230 Studierende ausgeschüttet. Im Durchschnitt wurden 312 Euro pro Antrag ausgezahlt.

„Jeder Beitrag hilft. So hatten wir Anfang Mai zum Spenden aufgerufen. Jetzt haben die Spenden vielen Studierenden in Not geholfen. Dafür danke ich im Namen der Universität allen Spenderinnen und Spendern ganz herzlich“, sagt Prof. Dr. Katharina Krause. Die Präsidentin der Philipps-Universität ist ebenso überzeugt wie angetan vom bürgerschaftlichen Engagement in der Region. „Menschen haben viel Geld gespendet, um anderen zu helfen, obwohl die Krise natürlich alle trifft. Das steht für ein starkes Miteinander. Dass die Stadt Marburg die Möglichkeit eröffnet hat, das Stadtgeld in den Corona-Nothilfefonds zu spenden, freut uns ganz besonders“, fügt sie hinzu. Denn viele Studierende sind vom Wegfall von Nebenjobs in Cafés, Restaurants, kulturellen Einrichtungen und den Wegfall von Einnahmen aus der Mithilfe bei Veranstaltungen betroffen. Ein besonderer Dank gehe an die Evangelische Studierendengemeinde (ESG) für die praktische Unterstützung im Nothilfefonds, betont die Präsidentin.

Die Prüfung und Abwicklung der Anträge übernahm ein dafür eingesetztes Team der ESG. Die Förderung war nicht an eine Konfession gebunden. Mitglieder des Teams führten mit jeder Antragstellerin und jedem Antragsteller ein zwanzigminütiges Interview, das zur Prüfung der individuellen Situation der Antragstellenden diente. „Studierende gaben an, dass sie das Geld brauchen, um Lebensmittel zu kaufen und um Zahlungsrückstände zu begleichen – vor allem bei Miete und Krankenversicherung“, berichtet Elena Hartmann vom ESG-Team von ihren Gesprächen mit Studierenden. Insgesamt wurden 95 Prozent der geprüften Anträge bewilligt.

Es bewarben sich sowohl inländische als auch ausländische Studierende aller Fachrichtungen und Studienphasen um einen Sofortzuschuss aus dem Corona-Nothilfefonds. Besonders betroffen von der Krise sind Studierende aus finanzschwachen Elternhäusern sowie ausländische Studierende. Letztere fürchten häufig auch den möglichen Verlust ihres Aufenthaltstitels. „Der Sofortzuschuss aus dem Corona-Nothilfefonds war für viele Antragsstellerinnen und Antragsteller ein kurzes Aufatmen bei der Suche nach einer langfristigen Lösung für ihre Studienfinanzierung“, sagt Elena Hartmann. Sophie Falschebner, ebenfalls vom ESG-Team, fügt hinzu: „Bemerkenswert war, dass Studierende von sich aus angaben, dass sie das Geld nur annehmen wollten, wenn sich nicht andere in einer schlimmeren Notlage befänden, Anträge zurückzogen, sobald sie wieder über eine Teilfinanzierung verfügten oder großes Verständnis im Fall einer Absage bei vergleichsweise hohem Vermögen zeigten.“

Ein positives Zwischenfazit zieht auch Iris Rubinich. „Wir waren sehr beeindruckt von der großen Solidarität und der Geschwindigkeit des Spendeneingangs“, sagt die Leiterin der Stabsstelle Fundraising & Alumni-Service, die den Corona-Nothilfefonds aufgebaut und organisatorisch umgesetzt hat.

Der Corona-Nothilfefonds der Universität pausiert momentan, da alle vorhandenen Mittel ausgezahlt sind. Wenn weitere Spenden eingehen, zum Beispiel, wenn Stadtgeld der Stadt Marburg gespendet wird, wird der Fonds erneut Geld ausschütten. Darüber wird auf der Website des Fonds informiert.

Inzwischen sind auch staatliche Hilfen für Studierende angelaufen. Seit Mitte Juni können Überbrückungshilfen beantragt werden. Bereitgestellt wird das Geld vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), bearbeitet werden die Anträge vom Dachverband der Studierendenwerke. Die Überbrückungshilfen können noch für die Monate Juli und August beantragt werden.

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