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Studienkombination Religionswissenschaft und Indologie

Viele B.A.-Studiengänge der Philipps-Universität Marburg bieten umfassende Wahlmöglichkeiten. Neben der Bestimmung eines Hauptstudienfaches, in welches man sich einschreibt, gibt es in vielen Fächern eine große Zahl von Kombinationsmöglichkeiten, bzw. frei wählbaren Veranstaltungen. Doch für Studienanfänger ist diese Freiheit zum Teil auch verwirrend. Vieles klingt interessant, aber welche Richtung man mit diesen frei wählbaren Seminaren eigentlich einschlagen will, bleibt häufig unklar und muß in intensiver Beratung geklärt werden. Will man sich ein zweites Fach systematisch erarbeiten, vielleicht auch in Hinblick auf ein späteres Master-Studium? Oder will man breit seinen Interessen nachgehen? Die engen Zeitvorgaben der B.A.-Studienstruktur bieten nur noch wenig Muße für die Erkundung eigener Interessen und Fähigkeiten.

Im folgenden soll eine Studienkombination vorgestellt werden, welche an verschiedenen Universitäten eine lange Tradition hat und früher durch die Verbindung von Haupt- und Nebenfach realisiert wurde: das Studium der indischen Religionen - und zwar durch die Verbindung der Fächer Indologie und Religionswissenschaft.

In der Indologie werden zunächst die Sprachkenntnisse und dann die philologischen Methoden für ein Studium der Quellen, der Dokumente, eventuell auch der Bildwerke vermittelt, da ohne eigenes Quellenstudium wissenschaftlicher Fortschritt in der Religionsgeschichte nicht zu erwarten ist. Ergänzend hierzu, bzw. darauf aufbauend erweitert die Religionswissenschaft durch die Einbeziehung anderer Religionen, vor allem aber auch durch die Anwendung anderer Methoden und Erkundung weitergehender Fragestellungen den Blick.

Der Grund für diese Kombination liegt also in den Anforderungen, die an die Erforschung der indischen Religionen gestellt werden müssen, nämlich eine über den Rahmen des Faches hinausblickende wissenschaftliche Methode in der Religionsforschung sowie eine solide philologische Grundlage, also die Fähigkeit Originalquellen wissenschaftlich angemessen bearbeiten zu können.

Durch die Umstellung auf das B.A.-System und die Stellenkürzungen, durch welche sowohl die Religionswissenschaft als auch die Indologie in der jüngeren Vergangenheit betroffen war, ist diese Zusammenarbeit an vielen Standorten ins Stocken geraten, das bedeutet aber, daß Experten für die indischen Religionen nur noch selten ausgebildet werden und es ist zu befürchten, daß sich dies mittelfristig auf die Qualität der Religionsforschung auswirkt und nicht im Interesse des Wissenschaftsstandortes sein kann.

Die Studienkombination läßt sich naturgemäß aus zwei Richtungen realisieren, entweder durch eine Einschreibung in das B.A.-Studium der Religionswissenschaft, oder das der Indologie im Rahmen des B.A. "Historische Sprach-, Text-, und Kulturwissenschaften", wobei dann der frei wählbare Teil aus dem jeweils anderen Fach bestückt wird, wie aus den exemplarischen Studienverläufen hervorgeht.

Die Zusammenarbeit der beiden Fächer findet im Rahmen des Marburger "Zentrum für interreligiöse Religionsforschung" (ZIR) statt, welches Forschungsprojekte zu den Religionen aus unterschiedlichen Fachgebieten bündelt.

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