06.11.2026 Mikroben: Die heimlichen Herrscher des Klimas? - M4C-Ausstellung in der Universitätsbibliothek eröffnet
Wie beeinflussen Mikroorganismen das Klima unseres Planeten? Mit dieser Frage beschäftigt sich die neue Ausstellung des Marburger Exzellenzclusters Microbes-for-Climate (M4C), die am 30.10. in der Universitätsbibliothek Marburg eröffnet wurde. Unter dem Titel „Mikroben: Die heimlichen Herrscher des Klimas?“ gibt sie von täglich von 8 - 24 Uhr Einblicke in die Welt der Mikroorganismen und zeigt, welche Rolle sie im globalen Kohlenstoffkreislauf spielen.
Mikroorganismen sind überall. Obwohl sie für das menschliche Auge unsichtbar bleiben, beeinflussen sie maßgeblich die Stoffkreisläufe unseres Planeten und damit auch das globale Klima. Sie setzen Kohlendioxid und Methan um, reagieren auf klimatische Veränderungen und eröffnen Möglichkeiten für neue biotechnologische Lösungen. Diese drei Perspektiven – Drivers, Responders and Solutions – bilden auch die wissenschaftliche Grundlage des Exzellenzclusters M4C.
Bei der Ausstellungseröffnung erhielten die Besucherinnen und Besucher im Rahmen einer Paneldiskussion einen Einblick in diese Forschung und konnten die Themen anhand verschiedener Exponate selbst erkunden. Die Ausstellung macht komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge auf anschauliche und interaktive Weise zugänglich und lädt dazu ein, die Bedeutung der kleinsten Bewohner unseres Planeten aus einer neuen Perspektive zu entdecken.
Von der molekularen Maschine bis zum globalen Kohlenstoffkreislauf
Ein besonderes Exponat widmet sich Rubisco, einem Enzym, das eine zentrale Rolle bei der biologischen CO₂-Fixierung spielt. Anhand dreidimensionaler Proteinmodelle können Besucherinnen und Besucher nachvollziehen, wie sich die molekulare Architektur dieses Enzyms im Laufe der Evolution verändert hat und welche Bedeutung diese Entwicklung für die Anpassung des Lebens an veränderte Umweltbedingungen hatte.
Interaktive Elemente laden dazu ein, selbst aktiv zu werden und wissenschaftliche Inhalte spielerisch zu entdecken. So wird sichtbar, wie molekulare Prozesse mit den großen Fragen des globalen Klimawandels zusammenhängen.
Ein besonderes Augenmerk lag bei der Konzeption auf einer möglichst barrierearmen Vermittlung der Inhalte. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Blindenstudienanstalt (blista) wurde das Rubisco-Exponat um ein taktiles und auditives Vermittlungskonzept ergänzt. Tastbare 3D-Modelle und Audiobeiträge mittels eines Lernstift-Systems ermöglichen es, die Inhalte auch ohne visuelle Wahrnehmung zu erschließen.
Die Ausstellung zeigt damit auch, wie Wissenschaftskommunikation unterschiedliche Zugänge zu Forschung schaffen und möglichst vielen Menschen die Teilhabe an wissenschaftlichen Themen ermöglichen kann.
Außerdem können molekulare Dynamiken in Virtual Reality und der Forschungscampus Lahnberge in den Marburger Wissensräumen erlebt werden.
Exzellenz im Dialog: Forschung aus Mittelhessen sichtbar machen
Mit der Eröffnung der M4C-Ausstellung startete zugleich die Ausstellungsreihe „Exzellenz im Dialog“. In den kommenden zwei Jahren präsentieren die vier Exzellenzcluster aus Mittelhessen ihre Forschung in den beteiligten Universitätsbibliotheken Gießen und Marburg. Ziel der Reihe ist es, aktuelle Spitzenforschung über die Grenzen der Wissenschaft hinaus sichtbar zu machen und den Austausch mit der Öffentlichkeit zu fördern. Die Ausstellung ist dabei auch ein Beispiel für die Zusammenarbeit über institutionelle Grenzen hinweg.
M4C bedankt sich bei allen Beteiligten, insbesondere bei den Mitarbeitenden der Universitätsbibliothek, für die gute Zusammenarbeit und die gelungene Eröffnung.
VIDEO: Instagram-Reel der Ausstellungseröffnung und Einblicke in die Exponate
Die Ausstellung „Mikroben: Die heimlichen Herrscher des Klimas?“ ist bis zum 11.2.27 in der Universitätsbibliothek Marburg zu sehen und schließt mit dem M4C Science Slam "Große Bühne für die Zukunft".