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Geschichte der Mineralogischen Sammlung und des Mineralogischen Museums - Gründungszeit

Leske
Nathanel Gottfried Leske
 

1786

Nathanel Gottfried Leske befindet sich gerade auf dem Weg von Kassel nach Marburg, um dort als Professor für Finanzwissenschaften und Ökonomie anzufangen, als seine Kutsche verunglückt. Wenig später stirbt der ehemalige Schüler des Freiberger Bergbaukundlers und Mineralogen Abraham Gottlob Werner. Seine Mineralien- und Gesteinssammlung, das damals berühmte "Museum Leskeanum" hatte er allerdings schon vorausgeschickt. Vermutlich war die Sammlung dem Marburger Mathematikprofessor Johann Gottlieb Waldin zugänglich, der schon damals auch Vorlesungen zur Mineralogie hielt.

Museum Leskeanum
Titelblatt "Museum Leskeanum"
 

1790

Waldin schlägt dem Landgrafen Wilhelm IX. vor, die Sammlung zu kaufen, um ein Hessisches Mineralienkabinett zu errichten. Weil diesem der Preis von 6000 Reichstalern für das "Museum Leskeanum" aber zu hoch ist, entscheidet er sich für eine wesentlich günstigere Lösung: Der Landgraf erlässt ein Dekret, dem zu Folge aus allen hessischen Gruben Belegstücke und besondere Exemplare an die Marburger Universität zu schicken sind. 

1791

Waldin veröffentlicht den ersten Teil seines Buchs "Das Hessische Mineralien-Kabinet bey der Fürstl. Hessischen Universität Marburg".

Waldin
Johann Gottlieb Waldin
 

1792

Teil zwei und drei von Waldins "Das Hessische Mineralien-Kabinet bey der Fürstl. Hessischen Universität Marburg" erscheinen. Bei der Übersendung an den Landgrafen bittet Waldin diesen, ihm die öffentliche Aufsicht über die Sammlung zu erteilen. Der Landgraf stimmt zu; die Sammlung befindet sich in einem Raum im Collegio unter der Bibliothek.

1794

Das Hessische Mineralien-Kabinett zieht in einen Raum im Auditorium medicum.

Mineralien-Kabinet
Titelblatt "Mineralien-Kabinet"
 

1795-1821

Wenige Tage nach Waldins Tod wird die Aufsicht über das Mineralien-Kabinett an Johann Christoph Ullmann, Professor für Philosophie, Finanzwissenschaften sowie Berg- und Hüttenkunde, übertragen. Ullmann zeigt sich wenig beeindruckt von der Arbeit seines Vorgängers: "Waldin erhielt aus allen hessischen Grubenbezirken eine Menge größtenteils unförmiger Fossilien, er häufte alles was ihm geschickt wurde auf und hinterließ mir ein Chaos, das ich erst nach einigen Jahren in Ordnung zu bringen im Stande war." Seine Versuche, die Sammlung zu erweitern, scheitern weitgehend an Geldmangel und fehlender Unterstützung durch die Kasseler Regierung. Nach Ullmanns Tod im August 1821 wird Johann Friedrich Christian Hessel außerordentlicher Professor für Mineralogie und Bergbaukunde.

Hessel
Friedrich Christian Hessel
 

1822-1849

Hessel erstellt gemeinsam mit einem Kollegen einen neuen Katalog des Mineralien-Kabinetts, um das vorhandene Material für seine Vorlesungen nutzen zu können. 1829 wird Hessel zum ersten ordentlichen Professor der Mineralogie an der Marburger Universität. Das Mineralien-Kabinett der Universität benutzt er wegen dessen Unvollständigkeit bald nur noch als Ergänzung zu seiner Privatsammlung.
Girard
Carl Adolf Heinrich Girard
 

1849

Carl Adolf Heinrich Girard wird als außerordentlicher Professor der Mineralogie und Geognosie (Geologie) nach Marburg berufen. Gleichzeitig überträgt man ihm die Direktion des Mineralien-Kabinetts sowie den Aufbau eines Mineralogischen Instituts – ein Schlag ins Gesicht für Hessel, der sich allerdings vergeblich bei der kurfürstlichen Kasseler Regierung darüber beschwert. Das neu gegründete Institut findet im Erdgeschoss des Mathematisch-Physikalischen Instituts am Renthof Platz; die Sammlung enthält zu diesem Zeitpunkt etwa 5000 Stücke. 

1852

Auf Girards Betreiben hin wird für 4500 Taler die über 4000 Inventarnummern zählende "Herz'sche Sammlung" gekauft.

Dunker
Wilhelm Dunker
 

1854

Der Bestand des Mineralien-Kabinetts enthält über 10.000 Stücke. Girard wird zum ordentlichen Professor ernannt und folgt schon ein halbes Jahr später einem Ruf an die Universität Halle/Saale. Nachfolger wird Wilhelm Dunker.

1854-1877

Unter Dunker werden aus Platzmangel alle Dubletten, also alle gleichen Minerale vom selben Fundort, aus der Hauptsammlung entfernt. Die reorganisierte Sammlung hat einen Bestand von 8000 Stücken.


 

Zuletzt aktualisiert: 16.07.2014 · Peter Masberg

 
 
 
Fb. 19 - Geographie

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