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Das historische Gebäude des Museums

Schönbornplan, 1735

Vom Kornspeicher des Deutschen Ordens zur Heimat der Mineralogischen Sammlung

Foto: R. Brauns 1898

Seit dem 450-jährigen Jubiläum der Philipps-Universität 1977 ist im ehemaligen Kornhaus hinter der Elisabethkirche das Mineralogische Museum untergebracht. Lange Jahre zuvor hatte das eindrucksvolle historische Gebäude ein unwürdiges Dasein als Lagerhaus und Abstellraum gefristet - unter anderem deshalb, weil es nicht beheizt werden konnte.

1515 in der Nordwestecke des großen Gutshofes des Deutschordens erbaut, dient das Gebäude beinahe 300 Jahre als Kornspeicher und Backhaus (siehe den historischen Plan des Gutshofes oben, den sog. "Schönborn-Plan" von 1735). Mit ihren mächtigen Backöfen im Keller unter sich, hausen die Bäcker im Erdgeschoss; die Säle darüber dienen als Lagerplatz für Getreide – dem Zehnt der dem Orden gegenüber abgabepflichtigen Höfe und Dörfer, weshalb der Kornspeicher auch unter dem Namen "Zehnthaus" bekannt ist. Zusammen mit den übrigen Marburger Gebäuden des Deutschen Ordens wird das Kornhaus 1810 unter der napoleonischen Besetzung Deutschlands säkularisiert; 1880 schließlich gehen sie in den Besitz der Universität über. 

Ab 1917 wird dann ein großer Teil der Mineralogischen Sammlung hier untergebracht. Das alte Gebäude wird zwischen 1968 und 1974 vollständig renoviert und zum Museum ausgebaut. Zwei Ausstellungssäle eröffnen 1977 anlässlich des Universitäts-Jubiläums, der dritte im Jahr 1984. Insgesamt hat das Gebäude sechs Stockwerke einschließlich eines großen Dachspeichers.

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