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30.09.2010

"Spiegelungen – Projektionen – Reflexionen"

Der Deutsche Orientalistentag fand nach 60 Jahren erstmals wieder in Marburg statt

DOT-Tagungsunterlagen
DOT-Tagungsunterlagen

Vom 20.-24. September 2010 fand in Marburg der 31. Deutsche Orientalistentag (DOT) mit über 860 Teilnehmern und mehr als 500 Fachvorträgen statt.

Er wird in regelmäßigen Abständen von der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft veranstaltet. Sie ist die älteste deutsche Vertretung aller Fächer, die sich mit den außereuropäischen Kulturen (mit Ausnahme der beiden Amerikas) beschäftigen. Dieses wissenschaftliche Großereignis tagte das letzte Mal im Jahr 1950 in Marburg.

Prof. Dr. Stefan Weninger
Prof. Dr. Stefan Weninger
Prof. Dr. Katharina Krause
Prof. Dr. Katharina Krause

Den Auftakt gab eine feierliche Eröffnungszeremonie in der Alten Aula am Montagmorgen, die von Prof. Dr. Stefan Weninger als Vertreter des Marburger DOT-Organisationsteams moderiert wurde. Viele der Grußworte – von Präsidentin Prof. Dr. Katharina Krause, dem Prodekan des Fachbereichs 10, Prof. Dr. Jürgen Hanneder, dem Oberbürgermeister Egon Vaupel, dem 2. Vorsitzenden der DMG Prof. Dr. Jens Peter Laut (in Vertretung des erkrankten 1. Vorsitzenden), sowie dem Vorsitzenden der DAVO Prof. Dr. Günter Meyer – thematisierten die Veränderungen, denen die so genannten "kleinen Fächer" an den Universitäten unterworfen sind und die von Stellenstreichungen bis zur Bedrohung ihrer Existenz reichen. Von daher sei die hessische Zentrenbildung ein gelungenes Modell, die Vielfalt des orientalischen Fächerspektrums zu erhalten und weiterzuentwickeln. Mehrere Redner gingen auch auf das diesjährige Motto des DOT "Spiegelungen – Projektionen – Reflexionen" ein. So Prof. Dr. Thomas Bauer, der in seinem Festvortrag "Musterschüler und Zauberlehrling. Wieviel Westen steckt im modernen Islam?" den Gedanken ausführte, wie sich die Wissenschaft angesichts der emotionalen Debatte in der breiten Öffentlichkeit zum Islam und zu dem, was "den" Islam ausmacht, mit all seinen als solchen wahrgenommenen Gefahren, positionieren könne. Angesichts der langen und vielfältigen Beziehungen zwischen beiden Kulturräumen machte er darauf aufmerksam, dass in demselben Maße, in dem der Wissenschaftler seinen Untersuchungsgegenstand erforscht, er zugleich auch sich selbst erforscht, und fordert eine ständige Reflexion der eigenen Ausgangsposition und unhinterfragten Annahmen.

Podiumsdiskussion zur Islam-Konferenz
Podiumsdiskussion zur Islam-Konferenz

Auch im weiteren Programm gab es neben den öffentlichen Abendvorträgen von Prof. Gilles Keppel (Paris) und Prof. Michael Witzel (Harvard) Podiumsdiskussionen, die sich konkret mit der eigenen Einstellung zum Fach befassen und diese kritisch hinterfragen und reflektieren: So die Veranstaltung zur "Politik des Nahen und Mittleren Ostens an deutschen Universitäten" am Dienstag Abend, mit den Teilnehmern Prof. Dr. Werner Ruf (Kassel), Prof. Dr. Oliver Schlumberger (Tübingen), Prof. Dr. Christoph Schumann (Erlangen) und Prof. Dr. Anja Zorob (Berlin), moderiert von Prof. Dr. Rachid Ouaissa (Marburg). Ebenso die Podiumsdiskussion zum Thema "Islamische Theologie und Islamwissenschaft an deutschen Universitäten – Konkurrenz oder Kooperation?", organisiert von den Herren Prof. P. Franke, R. Brunner und St. Reichmuth. Zudem war das Thema der Deutschen Islam-Konferenz mit einem Vertreter des BMI (Gabriel Goltz), der Landtagsabgeordneten der hessischen Grünen (Mürvet Öztürk) sowie Vertretern islamischer Verbände (Engin Karahan und Dr. Hasana Karaca) mit Abdul-Ahmad Rashid (ZDF) als Moderator in einer öffentlichen Abendveranstaltung präsent.

Der nächste DOT wird 2013 in Münster stattfinden.


Kontakt

Dr. Leslie Tramontini
Deutschhausstr. 12
32032 Marburg

Tel.: +49-6421-28-24946
E-Mail

Zuletzt aktualisiert: 14.10.2010 · Dr. Leslie Tramontini

 
 
Centrum für Nah- und Mittelost-Studien

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Tel. 06421/28-24946, Fax 06421/28-24829, E-Mail: cnms@uni-marburg.de

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