Direkt zum Inhalt
 
 
Bannergrafik (Ethnologie)
 
  Startseite  
 

Dr. Karen Körber

2008-2011 DFG-Projekt Transnationale Familiarität

koerber@staff.uni-marburg.de

 

 
Kurzfassung

Das Forschungsvorhaben will untersuchen, wie unter den Voraussetzungen transnationaler Migration Familiarität hergestellt bzw. aufrechterhalten wird. Es fragt danach, welche Formen von Familie vor dem Hintergrund weltweit gewachsener Mobilität ausgemacht werden können und welcher Wandel sich in der Bedeutung und der Funktion von Familie beobachten lässt. Das Projekt folgt hierbei der Hypothese, dass transnationale Familienformen Gegenstand konflikthafter Aushandlungen zwischen mobilen und sesshaften Akteuren sind, in denen Bilder und Entwürfe von Familie neu interpretiert werden. Es nimmt somit kritischen Bezug auf Zeitdiagnosen, die unter den gegenwärtigen Bedingungen einer global agierenden Modernisierung die Krise der Familie prognostizieren und fragt stattdessen, ob in diesen Szenarien nicht die autochthone Familie innerhalb der nationalstaatlichen Grenzen zum generellen Maßstab von Familiarität gemacht wird. Die Definition von Familie als Kernfamilie, die durch Sesshaftigkeit und nahräumliche Beziehungen gekennzeichnet ist, wird damit einer kritischen Diskussion unterzogen, da die kulturelle Norm der Sesshaftigkeit den Blick auf jene grenzüberschreitenden, mobilen Praxen verstellt, wie sie kennzeichnend für eine Vielzahl von getrennt lebenden Familien sind. Im Anschluss an neuere ethnologische und kulturanthropologische Ansätze sollen anhand von familienbiographischen Interviews mit verschiedenen in Deutschland lebenden Migrantengruppen jene Praxen, Rituale und Symbole sowie jene Handlungs- und Deutungsmuster nachgezeichnet werden, die konstitutiv für solche transnationalen Formen von Familiarität sind.

 

 

Biographische Notiz:

Karen Körber lebt in Wien und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft im DFG Projekt „Transnationale Familiarität“ (Prof. Dr. Ina Merkel). Sie studierte Soziologie, Politikwissenschaften und Psychologie an der Universität Bremen und der Freien Universität Berlin und war DAAD-Stipendiatin an der Columbia University, New York. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der Freien Universität Berlin und Dozentin im Austauschprogramm „Culture, Ethnicity and Nationalism“ an der School for International Training, SIT, Vermont, USA/Freie Universität Berlin. Als Doktorandin am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main promovierte sie 2004 an der Humboldt-Universität zu Berlin mit einer Feldforschung über die Einwanderung russischsprachiger Juden nach Ostdeutschland in den 1990er Jahren. Anschließend untersuchte sie in einem Kooperationsprojekt der Fachhochschule Erfurt und der Universität Erfurt im Rahmen einer Vergleichsstudie die Folgen der russisch-jüdischen Einwanderung für die jüdischen Gemeinden Deutschlands. Lehre und Forschung zu Fragen von Migration, Transnationalisierung, Identität und Ethnizität.

 

Publikationen (Auswahl):

Monographie:

Juden, Russen, Emigranten. Identitätskonflikte jüdischer Einwanderer in einer ostdeutschen Stadt. Frankfurt/New York 2005: Campus.

 

Aufsätze:

Puschkin oder Thora? Der Wandel der jüdischen Gemeinden in Deutschland. In: Brunner, José/ Shai Lavi (Hg.): Juden und Muslime in Deutschland. Recht, Religion, Identität. Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte 37, 2009. Göttingen: Wallstein, S.233-254.

Bilder einer schwierigen Ankunft. In: Sutterlüty, Ferdinand/ Peter Imbusch (Hg.): Abenteuer Feldforschung. Soziologen erzählen. Frankfurt/New York 2008: Campus

Holocaust Memory and Multiculturalism. Russian Jews in German Media after 1989. In: New German Critique, No. 92, 2004, S. 101-116 (gemeinsam mit Franziska Becker).

Wie entsteht politische Ethnizität? Jüdische Identität und der deutsche Wohlfahrtsstaat. In: IZA. Zeitschrift für Migration und soziale Arbeit, Heft 1 / 2001, S. 57-60.

„Juden, Russen, Flüchtlinge“. Die jüdisch-russische Einwanderung nach Deutschland und ihre Repräsentation in den Medien. In: Freddy Raphael (Hg.): „...das Flüstern eines leisen Wehens...“ Beiträge zur Kultur und Lebenswelt europäischer Juden. Konstanz 2001: UVK, S. 425-450 (gemeinsam mit Franziska Becker).

Ethnizität und Wohlfahrtsstaat. In: Peter A. Berger (Hg.): Alte Ungleichheiten - Neue Spaltungen. Opladen 1998: Leske & Budrich, S. 351-363.

Der „Königsteiner Schlüssel“ und die Lehren von Gollwitz. Die jüdische Zuwanderung aus den GUS-Staaten und die enttäuschten Erwartungen. Eine Analyse der Rahmenbedingungen. In: Frankfurter Rundschau, 17. Januar 1998, Seite 6 („Dokumentation“).

Last exit ethnicity? Zur politischen Konstruktion von Ethnizität in den USA und Deutschland. In: Robert Hettlage / Petra Deger / Susanne Wagner (Hg.): Kollektive Identität in Krisen. Ethnizität in Region, Nation, Europa. Opladen 1997: Westdeutscher Verlag, S. 310-319 (gemeinsam mit Sighard Neckel).

Zuletzt aktualisiert: 08.03.2012 · Waltraud Görge

 
 
 
Fb. 03 - Gesellschaftswissenschaften und Philosophie

Europäische Ethnologie / Kulturwissenschaft, Biegenstraße 9, D-35032 Marburg
Tel. 06421/28-26516, Fax 06421/28-26515, E-Mail: europ.ethnologie@staff.uni-marburg.de

URL dieser Seite: http://www.uni-marburg.de/fb03/euroethno/forschung/dfgp

Impressum