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Andrea Römer

 „Poetry Slam"- Literaturform, Subkultur, Marktlücke? Eine spätmoderne Konstruktion


Vita

Geboren am 5.August 1960 in Kirchhain (Hessen)

1966-77        Gesamtschule Kirchain

ab 1977         zahlreiche Beiträge zur Sicherung des Generationenvertrags

1985             Abitur am Abendgymnasium Marburg

1986-93         Medizinstudium an der Philipps-Universität Marburg

1994-95         ÄiP in der Habichtswaldklinik Kassel

1995              Approbation als Ärztin

1996-2001 und seit 2005 Assistenzärztin an der Klinik für Forensische Psychiatrie

Haina

seit 1999        Forensisch psychiatrische Fachambulanz Hessen

2001-04         Studium Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg

2003              Zwischenprüfung zum Thema : Kritische Männerforschung

seit 2004        Promotionsstudium  

 

Kurzfassung

Das Phänomen "Poetry Slam" wird durch die AkteurInnen als Veranstaltungsformat mit Ursprung in Amerika bezeichnet.  Das Format beeinhaltet einen Wettkampf mit Vorträgen selbstverfasster Texte in zeitlicher Begrenzung, wobei das Publikum die Vorträge bewertet. Seit 1995 werden Poetry Slams in Deutschland veranstaltet, wobei Angebot und Nachfrage beständig steigen.

Zunächst als besonderer Event von begeisterten Mitgliedern bestehender (Literatur-)Szenen implantiert, etablierte sich die "Slam Poetry" als moderne Literaturform schnell im Bereich Literaturwissenschaft/Pädagogik, wo die Mischung aus Text, Performance und Rhythmus Schwung in den Deutschunterricht bringen soll. Mit der Nähe zu Rap und Hip-Hop und dem Wettkampf als besonderem “Kick", will man SchülerInnen für Literatur und Sprache begeistern. Praktisch durch Workshops in Schulen umgesetzt, wurde ein theoretischer Hintergrund im Bereich Pädagogik durch das Arbeitsbuch von Petra Anders[1], im Bereich  Literaturwissenschaften durch eine Magisterarbeit von Boris Preckwitz[2] formuliert.

Nach weiteren kleineren, wissenschaftliche Arbeiten, Anthologien und  Artikeln in Fachzeitschriften folgten mit der "Entdeckung" der Öffentlichkeit auch die Massenmedien. Hier wird Poetry Slam einerseits als Gegenpol zur Hochkultur verhandelt, andererseits als marktfähiges Format verkauft

Da fast alle Fachbeiträge aus der Szene selbst kommen, ist rund um das Thema "Poetry Slam" eine Konstruktion entstanden, die neben einer "frischen Poesie" auch eine Form der Grenzen überwindenden Interessengemeinschaft postuliert, eine Art "Subkultur für Jeden". In Vermischung der verschiedenen Ansätze wird von einer "Demokratisierung des Gedichts" gesprochen, von einem Forum für Außenseiter. Gleichzeitig ist das Veranstaltungsformat hervorragend kompatibel für die verschiedensten Inhalte und wird werbewirksam marktstrategisch eingesetzt

In meiner Arbeit möchte ich die Konstruktionen und Strategien aufzeigen, durch die Poetry Slam in das Leben der individuellen  SlammerInnen und der "slamily" als Gemeinschaft integriert wird und umgekehrt. Handelt es sich dabei wirklich um ein "neues Phänomen" oder ist es nicht einfach eine Variation der  spätmodernen Gesellschaftskonstruktion der BRD ?



[1] Anders, Petra: POETRY SLAM  Live-Poeten in Dichterschlachten. Ein Arbeitsbuch. Mühlheim an der Ruhr 2004

[2] Preckwitz, Boris: SLAM POETRY- Nachhut der Moderne. Eine literarische Bewegung als Anti-Avantgarde. Hamburg BoD 2002

Zuletzt aktualisiert: 02.03.2011 · Waltraud Görge

 
 
 
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