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13.02.2012

AnthroLab: "Coca und Cocaproduktion - ein Blick auf die sozio-ökonomischen und ökologischen Kontexte"

Neunundzwanzigster Vortrag des "Marburger AnthroLab"

Zeit: 19.04.2012 18:00 h
Ort: Fachgebiet Kultur- und Sozialanthropologie, Kugelhaus, Kugelgasse 10, 1. OG

Referent/Beteiligte:

Dr. Eva Fischer

Weitere Informationen:

Als sich die Kokabauern des Chapare-Tales vor mehr als zwei Jahrzehnten zu einer Bewegung zusammenschlossen, war noch undenkbar, dass dereinst ein bolivianischer Präsident mit dem Kokablatt in der Hand in einer UNO-Versammlung das Kokakauen verteidigen wird. Die subtropischen Hochtäler Boliviens in Lagen zwischen 1300 - 1700 MüM. bieten ideale Bedingungen für den Anbau von Kokasträuchern. Viele Obst- und Kaffeepflanzungen wurden durch Koka-Monokulturen ersetzt und zusätzlich wurden neue Anbaugebiete erschlossen. Durch den Zustrom von Migranten aus den Hochlandregionen stieg die Anzahl der Einwohner bestehender Dörfer und zugleich wurden viele neue Siedlungen in entlegeneren Talschaften gegründet. Diese pluriethnischen Gemeinwesen verstehen sich als lokale, und auf die Produktion des Kokablattes ausgerichtete, Bauerngewerkschaften. Einerseits führt die Produktion der Kokablätter zur Schaffung neuer Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten für verarmte Hochlandbauern, andererseits ist sie einer strengen Reglementierung unterworfen, welche die Weiterverarbeitung der Blätter zu Kokain verhindern soll. Die Dynamiken von bäuerlicher Lebensweise und Einkommensgenerierung sind direkt an den Wachstumsrhythmus der Kokasträucher und der Entwicklung des Kokablatt-Marktes gebunden. Die Kokablattproduktion birgt jedoch auch ernstzunehmende Risiken für die subtropischen Hochtäler, da sie zu Fertilitätsverlust und Erosion der Böden und zu Wasserknappheit führt.

Dr. Eva Fischer, Institut für Sozialanthropologie, Universität Bern

Veranstalter:

IVK - Kultur- und Sozialanthropologie

Zuletzt aktualisiert: 13.02.2012 · Wahnsied

 
 
 
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