14.03.2012
AnthroLab: "Indigene Erinnerungen an Krieg und Widerstand heute - am Beispiel der Yukatekischen Maya und der Yaqui in Mexiko"
Dreißigster Vortrag des "Marburger AnthroLab"
Zeit:
15.05.2012
18:00 h
Ort:
Fachgebiet Kultur- und Sozialanthropologie, Kugelhaus, Kugelgasse 10, 1. OG
Referent/Beteiligte:
Dr. Antje Gunsenheimer
Weitere Informationen:
Der Beitrag stellt rezente Prozesse (1980 – 2011) der Aneignung und der öffentlichen Inszenierung eigener indigener Geschichtsperspektiven vor, die in bewusster Abgrenzung zur dominanten Nationalgeschichte stehen. Ausgewählte Beispiele sind Erinnerungsfeiern und die Errichtung eigener Denkmäler durch indigene Kulturvereine und politisch aktive Gruppen im Siedlungsraum der Yukatekischen Maya und der Yaqui in Mexiko. Die beiden sehr unterschiedlichen Regionen haben gemeinsam, im 19. Jahrhundert Schauplatz langwieriger gewalttätiger Konflikte zwischen der noch jungen Republik Mexiko und Teilen ihrer eigenen Bevölkerung gewesen zu sein. Hierbei kam es zu Massakern bis hin zum versuchten Genozid an den Aufständischen, mehrheitlich Angehörige indigener Gesellschaften. Diese Geschichte wurde im öffentlichen Raum bislang kaum thematisiert.
Neben einer kurzen Einführung in die aktuelle wirtschaftliche, politische und soziale Situation der Indigenen in den Bundesstaaten Quintana Roo, Yucatán und Sonora, geht es im Beitrag um die Präsentation rezent entstandener Erinnerungsfeiern zu dieser verdrängten, marginalisierten Geschichte. Es wird vorgestellt, welche Intentionen und Ziele die indigenen OrganisatorInnen hiermit verfolgen. Im Vergleich mit gängigen Geschichtsdarstellungen werden abschließend die Unterschiede im Geschichtsverständnis und dessen Vermittlung herausgearbeitet.
Dr. Antje Gunsenheimer, Abteilung Altamerikanistik, Rheinische Friedrich-Wilhelms Universität Bonn
Veranstalter:
IVK - Kultur- und Sozialanthropologie


