Das Institut für Philosophie im Porträt
Seit
der Gründung der Philipps-Universität im Jahre 1527 wird in Marburg das
Fach Philosophie gelehrt. Mit ihm verbinden sich in seiner rund
480-jährigen Geschichte große Namen und ein Renommee, dem wir uns
verpflichtet fühlen. Zum Institut gehören drei
Professuren und zwei Honorarprofessuren. Trotz überschaubarer Größe
stellt das Institut ein breites Angebot in der Lehre bereit und verfügt
über zahlreiche Projekte zu zentralen Themen der philosophischen und
interdisziplinären Forschung. Die historische wie auch die
systematische Forschung in Marburger Tradition genießen internationale
Anerkennung und führen viele Studierende auch aus dem Ausland nach
Marburg. Unsere Studierenden werden individuell betreut, in Tutorien
und Lektürekursen begleitet und können in einer gut ausgestatteten
Fachbibliothek arbeiten.
Die Marburger Philosophie bietet derzeit vier Studiengänge an: 1) Bachelor-Studiengang Philosophie, 2) Master-Studiengang, 3) Philosophie für das Lehramt an Gymnasien
(modularisiert), 4) Ethik
für das Lehramt an Gymnasien (modularisiert). Für den
Magisterstudiengang (im Haupt- und Nebenfach) finden keine
Neueinschreibungen mehr statt. Selbstverständlich wird in Marburg auch
promoviert und habilitiert.
In seiner wissenschaftlichen Ausrichtung ist das Marburger Institut dem
Verständnis von Philosophie als Aufklärung verpflichtet und strebt
danach, die Einsichten dieser Tradition unter Berücksichtigung der
neueren Theoriebildung weiterzuentwickeln. In der praktischen
Philosophie werden Fragen der aktuellen Diskussion auf der Grundlage
eines „Kantischen Konstruktivismus“ und im Anschluss an die Methoden
und Einsichten des Marburger Neukantianismus bearbeitet. Inhaltlich
konzentrieren sich Lehre und Forschung insbesondere auf das Verhältnis
von Sprache und Ethik, das Problem der moralischen Urteilskraft sowie
auf den Begriff des Todes und die mit ihm verbundenen ethischen Fragen.
In der theoretischen Philosophie besteht ein Arbeitsfeld in der
Sprachphilosophie. Fragestellungen aus dem Bereich der analytischen
Philosophie werden in diesem Zusammenhang ebenso verfolgt wie Ansätze
aus Hermeneutik und Phänomenologie. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in
der Ausarbeitung einer analytischen und kritischen Anthropologie.
Diskutiert werden u.a. Beiträge zu einer Philosophie der Gefühle,
Überlegungen zum Verhältnis von Sprache und Vernunft sowie die Frage
nach Reichweite und Grenzen moderner Wissenschaften für das menschliche
Selbstverständnis. Innerhalb des Theorienbestandes von der Antike bis
zur Moderne, der im Arbeitsbereich Geschichte der Philosophie betreut
wird, nimmt die Philosophie der Aufklärung einen besonderen Stellenwert
ein. Hier liegen die Wurzeln des Weltbildes und des humanen
Selbstverständnisses, das für die Moderne identitätsstiftend ist.
Welche Entwicklungen in der Metaphysik, der Religionsphilosophie sowie
in der praktischen Philosophie zur Überwindung bzw. Transformation der
vormodernen Kultur und der vormodernen Philosophie geführt haben, ist
eine leitende Frage in der Lehre wie auch in der Forschung.
Das Fach wird seit vielen Jahren auch von Studierenden anderer Fächer
sowie von GasthörerInnen rege frequentiert. Daher versteht sich das
Institut auch nicht nur als Lehr- und Forschungseinrichtung für eine
einzelne Disziplin, sondern sucht intensiven Kontakt und die
Zusammenarbeit mit anderen Fächern. Diese interdisziplinäre Ausrichtung
zeigt sich sowohl in den Forschungsprojekten des Instituts wie auch in
zahlreichen Lehrveranstaltungen zum philosophischen Hintergrund von
Einzelwissenschaften.

