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Fachprofile

Die Verpflichtungen und Standards unseres theologischen Profils bestimmen die besonderen Schwerpunkte, speziellen Kooperationen und strategischen Zielsetzungen der Fachgebiete unseres Fachbereichs. Die Umsetzung in Leistungsprozesse erfolgt im Rahmen schriftlicher Vereinbarungen mit dem Dekanat, die eine controllingfähige Zeit- und Ressourcenplanung umfassen.

Das Fachgebiet Altes Testament widmet sich den biblischen Schriften, die in der Hebräischen Bibel gesammelt sind und damit zu den Grundurkunden des christlichen Glaubens gehören. Auf dem Gebiet der Forschung liegt gegenwärtig ein inhaltlicher Schwerpunkt bei der Prophetie. Das Fachgebiet erschließt den Zugang zu diesen Texten in mehreren Dimensionen:

  • Es vermittelt die sprachlichen Kompetenzen, die für das Verständnis der Texte des Alten Testaments notwendig sind. Dazu gehören der Hebräischunterricht mitsamt Lektürekursen sowie in Abständen abgehaltene Einführungen ins Aramäische und Ugaritische. Im Institut für Orientalistik und Sprachwissenschaft des Fachbereichs Fremdsprachliche Philologien besteht die Möglichkeit, weitere für das Alte Testament und seine Umwelt relevante Sprachen zu studieren.
  • Zur Erfassung der literarischen Gestalt der Texte werden die historisch-kritischen Methoden, ergänzt durch neuere literaturwissenschaftliche Verfahren, angewendet.
  • Das Fachgebiet legt großes Gewicht auf die historische Verortung der Texte. Dazu werden Überblicks- und Spezialveranstaltungen sowohl zur Religions- als auch zur Sozialgeschichte des alten Israel angeboten.
  • Das Fachgebiet beschränkt sich nicht auf die Erschließung der historischen Dimension der Texte, sondern sieht es als seine genuine Aufgabe an, ihre Wirkungsgeschichte und ihre Relevanz für die Gegenwart hermeneutisch zu reflektieren. Dazu bietet es interdisziplinäre Veranstaltungen mit anderen Fachgebieten der Theologie sowie mit anderen Fachbereichen der Universität an. Zudem finden regelmäßig Veranstaltungen im Bereich der feministischen Exegese statt.

Das Fachgebiet kann seine Aufgaben nur in verschiedenen Kooperationen voll erfüllen:

  • Es kooperiert außerhalb des Fachbereichs mit dem Institut für Orientalistik und Sprachwissenschaft des Fachbereichs Fremdsprachliche Philologien (für das Fachgebiet Semitistik verantwortet es die Ausbildung in Hebräisch) sowie mit dem Fachgebiet Religionswissenschaft des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften und Philosophie.
  • Das Fachgebiet arbeitet, wo es um die gegenwärtige Relevanz der Texte geht, besonders mit den übrigen Fachgebieten des eigenen Fachbereichs zusammen und darüber hinaus besonders mit Instituten des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften und Philosophie sowie den Zentren für Friedens- und Konfliktforschung und für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung.
  • Das Fachgebiet unterstützt inhaltlich und organisatorisch das Hedwig-Jahnow-Forschungsprojekt, in dem feministisch arbeitende Alttestamentlerinnen verschiedener Fakultäten gemeinsam forschen.

Das Fachgebiet Neues Testament beschäftigt sich mit den ältesten Zeugnissen des Glaubens an Jesus von Nazaret, als Messias und Sohn Gottes. Es nimmt neutestamentliche Texte historisch-kritisch in ihrer sozialen, politischen, kulturellen und religiösen Umwelt wahr, um ein hermeneutisch reflektiertes Verstehen der eigenen Gegenwart im Lichte des Anderen zu ermöglichen. Aus der Tradition der religions- und formgeschichtlichen Arbeit Rudolf Bultmanns und seiner Herausforderung zu hermeneutischer Reflexion ergibt sich für das Fachgebiet Neues Testament in Marburg dessen besonderes Profil.
Aktuelle Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen paulinische und nachpaulinische Literatur, Jesusüberlieferung und Evangelien, jüdische Literatur und Geschichte der Epoche des Zweiten Tempels, frühe rabbinische Literatur, neutestamentliche Apokryphen, koptisch-gnostische Schriften, feministische Exegese und neutestamentliche Gender-Studies.

Das Fachgebiet

  • nimmt das Neue Testament im Rahmen der sozialen, politischen, kulturellen und religiösen Entwicklungen seiner hellenistisch-römischen und jüdischen Zeitgeschichte in den Blick;
  • befördert und vertieft die für das Studium des Neuen Testaments in seiner Umwelt benötigten Sprach- und Literaturkenntnisse (Griechisch, Koptisch, rabbinisches Hebräisch, Aramäisch) sowie bibelkundliches und historisches Wissen;
  • praktiziert und vermittelt historisch-kritische und literaturwissenschaftliche Methoden der Textauslegung;
  • reflektiert Auslegungen neutestamentlicher Texte und ihre Wirkungsgeschichte kritisch im Hinblick auf ihre hermeneutischen, religiösen, kulturellen und gesellschaftlichen Voraussetzungen und Ergebnisse.

Den vielen Dimensionen des Fachgebiets entsprechen zahlreiche Kooperationen mit universitären und gesellschaftlichen Partnern:

  • Fachgebiets- und innertheologische Lehrkooperationen, die den Zusammenhang der Theologie verdeutlichen; Kooperationen mit dem Seminar für Klassische Philologie (Griechisch), den Fachgebieten Geschichte und Kulturwissenschaften, dem Institut für Orientalistik und Sprachwissenschaft (Semitistik) sowie mit der Judaistik und den Literaturwissenschaften;
  • eine Kooperation mit dem Zentrum für Gender-Studies und feministische Zukunftsforschung;
  • Kooperationen mit anderen Universitäten (z.B. Yerushalmiprojekt) sowie Zusammenarbeit mit kirchlichen und gesellschaftlichen Trägern, in denen die Ergebnisse neutestamentlicher Forschung einem breiten Publikum zur Diskussion gestellt werden.

Das Lehrangebot berücksichtigt die theologische Existenz betreffende Fragen, aktuelle Fragestellungen und spezifische Studien- und Berufsanforderungen der Studierenden bei der Veranstaltungsplanung. Neue Lehrformen und die Verzahnung des Lehrangebots werden intensiv erprobt. Im Unterricht kommen neben den herkömmlichen verstärkt neue elektronische Medien zum Einsatz. Ein Koptischkurs für das Internet ist in Entwicklung.

Als historische Disziplin der evangelischen Theologie befasst sich die Kirchengeschichte mit der geschichtlichen Gestalt des Christentums von den Anfängen bis zur Gegenwart. Sie verknüpft die Fragen nach dessen inneren Entwicklungen und Antriebskräften (Theologie, Frömmigkeit, soziale Bewegungen, Kirchenverfassung und Kirchenrecht) mit denen nach Stellung und Funktion von Christentum und Religiosität innerhalb der jeweiligen Gesellschaft (Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung). Als besonderes Gebiet hat sich in den letzten Jahren die historische Genderforschung herausgebildet. In ökumenischer Ausrichtung beteiligt sich das Marburger Fachgebiet auch an der Erforschung der Geschichte der nichtprotestantischen christlichen Kirchen und Gruppen.

Besondere Schwerpunkte bestehen in Marburg für Ostkirchengeschichte (Juniorprofessur), Hessische Kirchengeschichte, Kirchliche Zeit- und Diakoniegeschichte sowie historische Genderforschung.

In der Ausbildung für Pfarramt, Schule und Wissenschaft leitet Kirchengeschichte zur Wahrnehmung fremder historischer Wirklichkeiten an, vermittelt Einsichten in die eigene geschichtliche Bedingtheit und fördert damit die Dialogfähigkeit und theologische Verantwortung der Studierenden. Dem dient

  • die Vermittlung historischer Arbeitsweisen und Fragestellungen sowie die Förderung einschlägiger Quellensprachen (neben Latein und Griechisch regelmäßiges Lehrangebot zum Erwerb von Sprachen des Christlichen Orients),
  • der fachliche Austausch mit Forscherinnen und Forschern im deutschen und internationalen Kontext,
  • die Begegnung mit Vertretern und Vertreterinnen anderer Kirchen in ihren Lehrveranstaltungen,
  • die Durchführung von Exkursionen.

Das Fachgebiet steht dabei in Kooperation mit den übrigen theologischen Disziplinen und arbeitet als historisches Fach interdisziplinär insbesondere mit anderen Kulturwissenschaften (vor allem der Allgemeingeschichte) zusammen, an deren Diskurs es aktiv teilnimmt.

Das Fachgebiet erprobt neue Möglichkeiten pädagogischer und didaktischer Aufbereitung zur Erschließung kirchengeschichtlicher Themen für die Gemeinde- und Schulpraxis. Die Gestaltung des Lehrangebots berücksichtigt kirchengeschichtliche Schwerpunkte in epochenübergreifender Perspektive.

Christliche Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte
Seit 1886 ist das Fach in Marburg vertreten. Im Rahmen des Fachbereichs hat das Angebot in der Lehre folgende Schwerpunkte:

  • Sie gibt Anschauung von den monumentalen Hinterlassenschaften der frühen Kirche und ergänzt damit Fächer wie Kirchengeschichte, Religionsgeschichte und Neues Testament.
  • Sie behandelt Architektur, Ausstattung, Liturgie und Formen der Frömmigkeit der Ostkirche und ergänzt somit Fächer wie Ostkirchengeschichte, Kirchengeschichte, Religionsgeschichte und Ökumene.
  • Tages-Exkursionen zu Monumenten, Museen und Sonderausstellungen sowie größere Exkursionen zu Stätten des frühen Christentums, der orthodoxen Kirche und der mittelalterlichen Kunst geben Anschauung von der frühchristlichen Welt, der Ostkirche und dem Mittelalter.

Die Marburger Christliche Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte ist traditionsgemäß in besonderer Weise mit anderen kulturwissenschaftlichen Fächern verbunden und bildet einen Knotenpunkt zwischen der Vor- und Frühgeschichte, der Klassischen Archäologie und der Kunstgeschichte. Deshalb ist seit über 75 Jahren die Bibliothek im Rahmen des geradezu weltberühmten Marburger Modells mit diesen Fächern verbunden, und die Lehrveranstaltungen werden, soweit sinnvoll, aufeinander abgestimmt. Durch diesen Verbund ist die Philipps-Universität in diesen vier Fächern nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland attraktiv.

Das Fachgebiet wird sich auch in Zukunft bemühen,

  • für die Studierenden aus den genannten (und anderen) Fächern ein attraktives Lehrangebot, einschließlich von Exkursionen, sowie Möglichkeiten der Teilnahme an Grabungen, Museums-Praktika u.a. zu bieten,
  • Studierende aus dem Ausland zu fördern,
  • mit Hilfe von Drittmitteln renommierte ausländische Gastwissenschaftler/innen für längere Aufenthalte nach Marburg zu holen, um Forschung und Lehre zu bereichern,
  • hohe Beträge an Drittmitteln für Forschungs-Vorhaben einzuwerben, mit deren Hilfe wiss. Mitarbeiter/-innen angestellt werden können.
  • Geplant sind Überblicks-Veranstaltungen zum mittelalterlichen Kirchenbau in Deutschland (vor allem Hessen), die Studierenden der Theologie Einblicke in ihre künftige Wirkungsstätte gewähren.

Die Systematische Theologie hat die christliche Lehre vor den Herausforderungen der Gegenwart zu vertreten. Forschungsschwerpunkte sind zur Zeit:

  • Religion als Übergangsbegriff von kulturellen Phänomenen und christlichem Glauben,
  • Reformatorische Theologie unter den Bedingungen der Moderne,
  • Christlicher Glaube im Kontext der Weltreligionen,
  • Ökumenische Theologie und Spiritualität.

Aufgaben des Fachgebiets sind:

  • Bearbeitung der Grundfragen des christlichen Glaubens (Aufgabengebiet Dogmatik) und - in enger Abstimmung mit dem FG Sozialethik - die Prinzipienlehre der Ethik.
  • Untersuchung wichtiger Fragestellungen der Dogmen- und Theologiegeschichte im Blick auf deren gegenwärtige Relevanz (Theologiegeschichte).
  • Thematisierung des funktionalen Zusammenhangs der verschiedenen theologischen Disziplinen durch intradisziplinäre Arbeit (Enzyklopädie / Projekt-Studium).
  • Reflexion des christlichen Glaubens vor dem Horizont gegenwärtigen Denkens in interdisziplinärer Verantwortung, also in Zusammenarbeit mit Philosophie, Kultur- und Humanwissenschaften (Fundamentaltheologie, Religionsphilosophie).

Im Fachgebiet werden die Forschungstätigkeiten in Kooperation mit universitären, ökumenischen und gesellschaftlichen Institutionen realisiert:

  • Es beteiligt sich in Zusammenarbeit mit dem Katholisch-Theologischen Seminar Marburg und nationalen wie internationalen ökumenischen Institutionen (u.a. Konfessionskundliches Institut Bensheim, Ökumenisches Institut Niederaltaich, ÖRK) an der Diskussion kontroverstheologischer und ökumenischer Probleme. Die Forschungsstelle Ökumenische Theologie verantwortet die Studia Oecumenica. Sie analysiert ökumenische Konvergenzdokumente und begleitet Projekte des Ökumenischen Rats der Kirchen.
  • In Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Religionsgeschichte, der Religionskundlichen Sammlung und mit dem Fachgebiet Religionswissenschaft des Fachbereichs 03 wirkt das Fachgebiet Systematische Theologie an der Klärung und Vertiefung der Beziehungen zwischen dem Christentum und nichtchristlichen Religionen mit. Dazu dienen neben gemeinsamen Lehrveranstaltungen die im Abstand von drei Jahren stattfindenden internationalen Rudolf-Otto-Symposien.
  • Das Fachgebiet betreut in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Studienwerk Villigst und verschiedenen universitären Institutionen einen Promotionsschwerpunkt Macht Moral Religion.

Auf gegenwärtigen Handlungsfeldern entfaltet sich Systematische Theologie als Sozialethik. Angesichts akuteller gesellschaftlicher und kultureller Herausforderungen erarbeitet sie die Grundlagen kirchlicher Urteilsbildung und vermittelt die Kompetenz zu kompetentem und professionell vermitteltem christlichem Orientierungshandeln. Anders als an anderen Hochschulstandorten ist Sozialethik in Marburg ein eigenes Fachgebiet, das auch die Diakoniewissenschaft einschließt, mit einer Juniorprofessur für Bioethik als zusätzlichem Schwerpunkt. Vor dem Hintergrund einer spannungsreichen institutionellen Geschichte (Wünsch, von Oppen) ergibt sich daraus die Möglichkeit, aber auch die Verpflichtung, in besonderer Weise zur Profilbildung des Fachbereichs beizutragen.

Das Fachgebiet

  • beteiligt sich federführend und koordinierend am Lehramtsstudiengang Ethik und an weiteren Ethik-Studiengängen;
  • beteiligt sich an interdisziplinären Forschungs- und Lehraktivitäten, in Kooperation besonders mit den Wirtschafts- und Rechtswissenschaften und mit der Medizin;
  • wirkt mit am Zentrum für Konfliktforschung und an der Planung interdisziplinärer Zentren für Ethik und für Didaktik;
  • etabliert Kontakte, bereichert das Lehrangebot, vermittelt Kompetenzen und wirbt Drittmittel ein durch die An-Institute Institut für interdisziplinäre Gerontologie und angewandte Sozialethik (IGS) und Institut für Wirtschafts- und Sozialethik (IWS).

Als Gegengewicht und zur Absicherung dieser verstärkten Außenkontakte wird die Sozialethik in Marburg

  • die besondere Nähe zur Systematischen Theologie in gemeinsamen und themenübergreifenden Angeboten verstärken,
  • sich verstärkt an fachbereichsinternen Lehrkooperationen beteiligen in Zusammenarbeit besonders mit der Praktischen Theologie und mit der Religionsgeschichte,
  • ihr Fachgebietsprofil stärken durch die Einbindung der bioethischen Juniorprofessur und die Arbeit der An-Institute in das sozialethische Curriculum und in die Entwicklung sozialethischer Module.

Das Fachgebiet Praktische Theologie erfasst und reflektiert die Religion in Kirche und Gesellschaft; es dient damit zugleich in orientierender Funktion der kirchlichen und religiösen Praxis. In besonderer Weise beschäftigt sich die Praktische Theologie mit den Bedingungen, den Medien und Methoden der Kommunikation des Evangeliums, und zwar:

  • in Gottesdienst und Predigt,
  • in seelsorgerlicher Beratung,
  • in religionspädagogischen Handlungsfeldern,
  • in Strukturen und Kommunikationsformen kirchlicher Organisationen,
  • in gesellschaftlicher Öffentlichkeit,
  • in elektronischen Medien und Printmedien.

Die praktisch-theologische Ausbildung berücksichtigt die persönlichkeitsspezifische religiöse Kompetenz und übt in bestimmtem Umfang auch in eine entsprechende religiöse Praxis ein. Besondere Verantwortung übernimmt die Praktische Theologie für die inhaltliche und methodische Reflexion der theologischen Ausbildung.
In der Erfüllung ihrer Aufgaben sucht die Praktische Theologie die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den anderen Fachgebieten der Theologie sowie mit Erziehungswissenschaften, Religionswissenschaft, Soziologie und Psychologie. Die Kirchen und ihre Vertreterinnen und Vertreter in den verschiedenen Bereichen sind wichtige Gesprächspartner für die Praktische Theologie, und zwar:

  • hinsichtlich der Reflexion des Theorie-Praxis-Zusammenhanges in Forschung und Lehre,
  • hinsichtlich der Anforderungen und nötigen Kompetenzen zukünftiger Pfarrerinnen und Pfarrer sowie
  • hinsichtlich der Beobachtung und Reflexion des kirchlichen Strukturwandels in der Gegenwart.

Gleiches gilt entsprechend auch im Hinblick auf die Vertreter und Vertreterinnen von Schule und Bildungspolitik.

Zukünftig werden besondere Forschungsschwerpunkte des Fachgebietes in folgenden Bereichen liegen:

  • Pastoralpsychologie/Seelsorge,
  • religiöse Valenz lebensgeschichtlicher Übergangssituationen,
  • Genderforschung und ihre Methodik in der Praktischen Theologie,
  • Weiterentwicklung einer praktisch-theologischen Ästhetik,
  • Theorie und Praxis des Bibliodramas,
  • Religionsunterrichtsforschung und Gestaltungsformen religiöser Lernprozesse,
  • Berufsbiographien und Professionalität von Religionslehrerinnen und -lehrern.

Speziell für die religionspädagogische Ausbildung gelten als Aufgaben und Ziele:

  • bildungstheoretische Reflexion religiöser Praxis in Kirche und Gesellschaft,
  • religionspädagogische Qualifizierung von Lehramts- und Pfarramtsstudierenden (religionspädagogische Kompetenz),
  • interdisziplinäre Seminare im Fachbereich Theologie in Kooperation von Fachwissenschaft und wissenschaftlicher Fachdidaktik,
  • fachdidaktisches Praktikum mit begleitenden Seminaren (Schulpraktische Studien II, Teil 1+2). Die schulpraktischen Studien werden über zwei Semester insgesamt 6-stündig durchgeführt und ermöglichen auch Pfarramtsstudierenden Kontakte zur Schulpraxis,
  • Kooperationen mit Schulen und schulischen Aus- und Fortbildungsinstitutionen,
  • Mitwirkung im Studiengang von Ethik-Lehrerinnen und -lehrern,
  • religionspädagogische und fachdidaktische Fortbildungsveranstaltungen für Religionslehrerinnen und -lehrer sowie für Pfarrerinnen und Pfarrer (Studientage).

Das Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart hat eine Brückenfunktion zwischen Gegenwartskunst, Architektur und Theologie. Es ist ein Institut der EKD an der Philipps-Universität (Staatsvertrag 1961). Der Direktor ist Inhaber einer Professur für Praktische Theologie. Außerdem ist ein beratender Architekt zugeordnet.

  • Zu den Aufgaben gehört die Übernahme von Forschungsaufträgen (z. B. Mehrzwecknutzung von Gemeindezentren, Umnutzung von Kirchen, Räume der Stille) sowie die Beratung und gutachterliche Tätigkeit bei Kirchenneubauten und Kirchenumnutzungen und bei der Einbeziehung von Gegenwartskunst in Kirchen.
  • Das Institut unterhält eine Bibliothek, eine Foto-, Video- und Diathek und sammelt weitere auf seine Thematik bezogene Materialien. Das Institut gibt eine Schriftenreihe (Ästhetik - Liturgik - Theologie) und eine Zeitschrift (Kunst und Kirche, gemeinsam mit dem Arbeitsausschuss des Evangelischen Kirchbautags) heraus.
  • Die Lehrveranstaltungen (z.T. mit Exkursionen) beziehen sich auf den modernen Kirchenbau, die Umnutzung alter Kirchen, das Verhältnis von Kunst, Religion und Kirche, auf religiöse Literatur, sowie auf Ikonographie und Ästhetik, wobei auch das Medium Film einbezogen wird.
    Die Veranstaltungen werden zusätzlich auch von Studierenden der Fächer Kunstgeschichte, Christliche Archäologie und Medienwissenschaft wahrgenommen.

Da es an anderen theologischen Fakultäten in Deutschland und Europa keine vergleichbare Einrichtung gibt, wird die Fachkompetenz auch andernorts abgerufen, was zu Kooperationen mit in- und ausländischen Universitäten und liturgischen Instituten führt. Speziell mit Paris und Helsinki sind zur Zeit zwei Forschungsprojekte in der Planung, die mit Lehrveranstaltungen und Symposien verbunden sind.

Das Fach Religionsgeschichte hat im Arbeitszusammenhang des Fachbereichs die Aufgabe, die Religionen in der Gesamtheit ihrer historischen und gegenwärtigen Erscheinungsformen und ihrer Beziehung zu anderen Lebensbereichen wie Kultur und Gesellschaft empirisch zu erforschen. Dabei finden in Marburg die heutigen Religionen und Kulturen im Kontext moderner Probleme und die Fragen des interreligiösen und interkulturellen Dialogs besondere Beachtung. Aus seiner bedeutenden wissenschaftlichen und institutionellen Geschichte (von Rudolf Otto und Friedrich Heiler begründet) und aus der Tatsache, dass es in Marburg als eigenes Fachgebiet organisiert ist, ergibt sich die Verpflichtung, in besonderer Weise zum Profil des Fachbereichs beizutragen. In Forschung und Lehre

  • ermöglicht Religionsgeschichte die Kenntnis anderer Religionen und die Auseinandersetzung mit ihnen,
  • deckt sie religiöse Strukturen auf, erforscht religiöse Phänomene und trägt diese Ergebnisse in die interdisziplinäre Arbeit ein,
  • thematisiert sie insbesondere die Reaktionen Andersgläubiger in der Begegnung mit christlichem Glauben und Kirchen.

Das Fachgebiet

  • betont die Offenheit zur Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen durch ein in jedem Semester angebotenes Interdisziplinäres Kolloquium zur Vorbereitung eines Zentrums für Religionsforschung,
  • steht in reger Zusammenarbeit mit der Religionskundlichen Sammlung und bei wechselseitiger Anerkennung von Lehrveranstaltungen und Prüfungen mit dem Fachgebiet Religionswissenschaft im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und Philosophie.

Es

  • beteiligt sich am Lehrangebot der Studiengänge Ethik und Konfliktforschung sowie an der Entwicklung eines Interdisziplinären Moduls "Islam im Unterricht" und
  • bemüht sich auch fachbereichsübergreifend um Kooperation in Drittmittelprojekten zur Erforschung von Konflikt- und Friedenspotentialen religiöser Minderheiten.

Zur Verstärkung der fachebreichsinternen Kooperation wird das Fachgebiet

  • auch weiterhin mit Veranstaltungen zur Einführung in den interreligiösen Dialog beim Lehrangebot der Studia Oecumenica des Fachbereichs mitwirken,
  • sich an fachbereichsinternen Lehrkooperationen beteiligen und
  • sich bei Planung und Durchführung der aus Stiftungen finanzierten Joachim-Wach-Vorlesungen und Rudolf-Otto-Symposien zur Förderung religionswissenschaftlicher Kompetenzen im Fachbereich engagieren.

Das Institut für Hermeneutik geht auf die hermeneutische Ausrichtung Marburger Theologie durch Rudolf Bultmann und Ernst Fuchs zurück. Auf der Schnittstelle der theologischen Disziplinen angesiedelt, soll es in Zukunft als Medium zur Förderung der interdisziplinären Kommunikation und Koordination am Fachbereich genutzt werden.

Zuletzt aktualisiert: 12.06.2008 · Dieteric

 
 
 
Fachbereich 5: Evangelische Theologie

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Tel. +49 6421/28-22441, Fax +49 6421/28-28968, E-Mail: dekan05@staff.uni-marburg.de

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