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Grundsätze und Ziele

Gemeinsam bemühen wir uns, die Qualität von Forschung und Lehre am Fachbereich zu verbessern und zu sichern. Wir etablieren Dialoge, in denen Kooperationspartner und andere Sachverständige uns mit aktuellen Forschungs- und Berufsanforderungen konfrontieren. Wir lernen aus Vergleichen durch regelmäßige Evaluation und streben die frühzeitige Akkreditierung aller Studiengänge an. Während wir uns in einer rechtlichen Übergangssituation auf die Weiterentwicklung der Fachbereichsstrukturen konzentrieren, bemühen wir uns um institutionelle Verbindlichkeit im Zusammenwirken von Fachbereichsrat und Studienausschuss mit informellen Arbeitsgruppen.

Marburger Theologie vollzieht sich transdisziplinär und international, gender-orientiert und im Bewusstsein unterschiedlicher sozialer Lebenslagen. Sie wird konkret durch ökumenische, interkulturelle und interreligiöse Themenschwerpunkte, für deren Bearbeitung wir gemeinsam und in Kooperation mit unseren Partnerinnen und Partnern in und außerhalb der Universität nach neuen Formen suchen. Da sich uns christliche Tradition wesentlich auf der Linie biblischer Gerechtigkeitsvorstellungen erschließt, integrieren wir heute am Wirkungsort der heiligen Elisabeth, in der Tradition vorwärtsweisender reformatorischer Erneuerung und unerschrockenen wissenschaftlichen Erkenntnisdranges feministisch-, befreiungs- und ökologisch-theologische Ansätze in unsere wissenschaftliche Arbeit. Dies impliziert fortdauernde institutionelle Bemühungen

  • um die Belange sozial benachteiligter und behinderter Studierender,
  • um ein offenes, freundliches und förderliches Arbeitsklima,
  • um die Beachtung ökologischer Regeln und Gesichtspunkte.

Der Fachbereich setzt sich besonders dafür ein, Benachteiligungen auf Grund des Geschlechts zu beseitigen und strebt daher an, die Gleichstellung von Frauen in Studium, Lehre und Forschung zu verwirklichen. Dazu muss der Frauenanteil in allen Bereichen erhöht werden, in denen Frauen bisher unterrepräsentiert sind. Darüber hinaus bemüht sich der Fachbereich, Feministische Theologie und Kritische Frauenforschung weiter zu etablieren. Die Feministische Theologie versteht sich dabei nicht als eigene Disziplin außerhalb der Fachgebiete, sondern sie bezieht ihre Fragestellungen auf die jeweilige theologische Disziplin und bringt sich in diese ein. Dies wird realisiert in regelmäßigen Veranstaltungen wie dem Feministischen Lehrauftrag, dem Frauenpraxisprojekt und feministischen Studientagen sowie durch die Entwicklung neuer Formen des Lehrens und Lernens. Durch die Beteiligung am Marburger Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung trägt der Fachbereich der Bedeutung interdisziplinären Arbeitens im Rahmen feministischer Forschung Rechnung.

Wir stellen uns der Aufgabe, die wissenschaftliche Bearbeitung wichtiger theologischer Themenfelder mit der Ausbildung von kirchlichem und gesellschaftlichem Führungsnachwuchs zu verbinden. Dazu gehört auch, neben den zentralen Studiengängen für das Pfarr- und Lehramt weitere interdisziplinäre und modularisierte Ausbildungsgänge zu entwickeln. Wir konzentrieren uns dabei auf die Vermittlung von Orientierungskompetenz als Fähigkeit, das Erschließungs- und Veränderungspotential des Christentums differenziert in komplexe Gegenwartssituationen einzubringen.

Eine kompetenzorientierte akademische Ausbildung verbindet Forschung, Anwendung und Lehre, Forschungsziele und Forschungsprozesse, Studienziele und Studiengestaltung. Das Wissen um die geschichtlichen Ausprägungen von Kirche und Christentum und die hermeneutische Reflexion überkommener theologischer Fragestellungen und Antworten vermittelt sich durch ethische und ästhetische Schulung, im professionellen Umgang mit eigener und fremder religiöser Erfahrung sowie durch die angemessene Berücksichtigung individueller, organisatorischer und sozialer Aspekte. Unsere Kooperationspartner in Kirche und Staat, in Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft dürfen darauf vertrauen, dass auch eine advokatorische und engagierte Theologie in Marburg ideologiekritisch ist und dialogoffen bleibt. Sie fördert bei Absolventinnen und Absolventen die Fähigkeit, Orientierungswissen traditionsbewusst, realitätsbezogen und medienkompetent, sensibel und durchsetzungsstark umzusetzen.

Ausbildungsbezogene Zielsetzungen unserer Organisationsentwicklung sind

  • die Weiterentwicklung der bestehenden und die Entwicklung neuer Praxisprojekte, die Konzeptionierung eines projektorientierten Studiums und die Entwicklung und Erprobung fach- und semesterübergreifender Studienangebote (z.B. Studia Oecumenica, Bilder des Judentums),
  • die verstärkte Teilnahme an europäischen Austauschprogrammen und am internationalen Austausch von Studierenden und Lehrenden, die Entwicklung eines international kompatiblen, teilweise mehrsprachigen Studienangebots (mit entsprechenden Abschlussmöglichkeiten) und eine Internationalisierung des Lehrkörpers
  • sowie schließlich die Integration informationstechnischer, medienpraktischer und mediendidaktischer Gesichtspunkte in Forschung und Lehre.

Im Zusammenwirken aller Statusgruppen sollen dazu folgende Voraussetzungen gesichert, weiter entwickelt oder geschaffen werden:

  • hinreichende Investitionsmittel für die Fachbereichsbibliothek im Medienverbund mit dem Informationssystem der Universität,
  • hinreichende Investitionsmittel für Hard- und Software sowie für Betreuung und Schulung im EDV- und Multimediabereich, um wettbewerbsfähige vernetzte Dienstleistungen, Internetkommunikation und Medienpräsenzen gewährleisten zu können,
  • moderne Lehr- und Lernmittel und eine angemessene Gestaltung der Unterrichtsräume, besonders in den Räumen der Alten Universität,
  • technisch gut ausgestattete und gut gestaltete Arbeitsplätze für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Studierende und für die Verwaltung,
  • Verwaltungstätigkeiten, die im Zusammenwirken aller Statusgruppen durchgehend als Dienstleistungen verstanden und als solche weiter entwickelt werden
  • sowie eine gute Gestaltung des Kommunikationsraumes Café 204 und der anderen Kommunikationsräume im Fachbereich.

Eine verantwortliche Nutzung der zur Verfügung stehenden Studienzeiten erreichen wir als Qualitätssicherung unserer Ausbildungsstandards, besonders durch

  • die sorgfältige Einführung von Studienanfängerinnen und -anfängern in eigenen Veranstaltungen (Orientierungsprojekt),
  • ein personenbezogenes Beratungskonzept in Grund- und Hauptstudium, das die Weiterbildung und Supervision von Tutoren und Tutorinnen, Mentoren und Mentorinnen einschließt,
  • ein zielgruppenorientiertes Beratungskonzept, das  gestützt durch ein präzises Informationsangebot im kommentierten Vorlesungsverzeichnis und im Internet hinweist auf Prüfungsanforderungen, Studienplatzwechsel, Studienmöglichkeiten im Ausland und auf zukünftige Berufsfelder,
  • eine intensive fachbereichs- und fachgebietsübergreifende Graduiertenförderung, die Unterstützungs- und Betreuungsmaßnahmen bündelt und an die unterschiedliche Rahmensituation der Promovierenden anpasst,
  • sowie durch die hochschuldidaktische Fortbildung von Lehrenden aller Statusgruppen.

Zuletzt aktualisiert: 12.06.2008 · Dieteric

 
 
 
Fachbereich 5: Evangelische Theologie

Fb. 05 - Evangelische Theologie, Alte Universität - Lahntor 3, D-35032 Marburg
Tel. 06421/28-22441, Fax 06421/28-28968, E-Mail: dekan05@staff.uni-marburg.de

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