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Indologie und Tibetologie an der Philipps-Universität Marburg

Unter dem Fach „Indologie“ versteht man die wissenschaftliche Beschäftigung mit den Sprachen und Kulturen des indischen Subkontinents. Aufgrund der bis heute fortdauernden Kontinuität der indischen Kultur bezieht sich die Indologie auf einen Zeitraum, der von den ersten vorchristlichen Jahrtausenden bis in die Gegenwart reicht.

Unter dem Fach „Indo-Tibetologie“ versteht man die wissenschaftliche Erforschung der Literatur des indischen Buddhismus nach tibetischen Quellen sowie der tibetischen Rezeption indisch-buddhistischen Kulturguts und dessen Weiterentwicklung in Tibet und außerhalb Tibets bis in die Gegenwart. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Erschließung der in den beiden äußerst umfangreichen kanonischen Sammlungen des tibetischen Buddhismus enthaltenen Werke (Kanjur und Tanjur), bei denen es sich zum überwiegenden Teil um direkte Übersetzungen indischer Texte handelt. Tibetische Übersetzungen buddhistischer Texte wurden etwa ab dem 7. Jahrhundert n. Chr. angefertigt und stellen oft die einzige getreue Wiedergabe von in ihrem Ursprungsland nicht mehr überlieferten indischen Schriften dar.

Die beiden Fächer Indologie und Indo-Tibetologie bedienen sich dabei sowohl philologisch-historischer als auch kulturwissenschaftlicher Methoden; man kann sie deshalb auch als auf Texten basierende Kulturwissenschaften bezeichnen.

Im Rahmen des B.A.-Studiengangs „Historische Sprach-, Text- und Kulturwissenschaften“ (HSTK) kann der „Schwerpunkt Indologie und Tibetologie“ gewählt werden, so dass neben den allgemeinen Grundlagen und Methoden der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Texten verschiedener Kulturen auch die spezifischen sprachlichen, kulturellen und – in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Geographie – landeskundlichen Gegebenheiten Indiens und Tibets studiert werden können. Eine weitere Besonderheit der Marburger Indo-Tibetologie besteht darin, dass die tibetologischen Studien auf indologischem und buddhismuskundlichem Grundlagenwissen basieren.

Die verschiedenen Marburger Studiengänge bieten die andernorts kaum noch angebotene Möglichkeit, sich mit allen wichtigen Sprachen des indologischen und tibetologischen Sprachenkanons auf der Grundlage philologischer Methodik zu beschäftigen. Das günstige Verhältnis zwischen der Zahl der Studierenden und der Dozenten garantiert dabei eine intensive persönliche Betreuung, wie sie in den Massenfächern ganz und gar unmöglich geworden ist.

Zuletzt aktualisiert: 28.03.2008 · Dragomir Dimitrov

 
 
 
Fb. 10 - Fremdsprachliche Philologien

Indologie und Tibetologie, Deutschhausstr. 12, D-35032 Marburg
Tel. +49 6421/28-24741, Fax +49 6421/28-24995, E-Mail: indology@staff.uni-marburg.de

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