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Studiengänge


1. Bachelor: B.A.-Studiengang Historische Sprach- Text- und Kulturwissenschaften (HSTK)

Indologie kann wahlweise zusammen mit Tibetologie als „Schwerpunkt Indologie und Tibetologie“ des B.A.-Studiengangs Historische Sprach- Text- und Kulturwissenschaften (HSTK) studiert werden. Neben der Beschäftigung mit den klassischen und modernen Sprachen Indiens und Tibets – sowie ihrer Literatur, Geschichte, Philosophie und Religion vom 1. Jahrtausend v. Chr. bis heute – sollen die Studierenden in sechs Semestern die allgemeinen Grundlagen und Methoden der wissenschaftlichen Arbeit mit den schriftlichen Zeugnissen alter Kulturen erlernen. Im ersten Studienjahr können mehrere Fächer (Vergleichende Sprachwissenschaft, Keltologie, Gräzistik, Latinistik, Indologie, Tibetologie, Altorientalistik, Semitistik, Ägyptologie) kennengelernt und dann der Schwerpunkt nach individuellem Interesse gewählt werden. Außerdem können im sogenannten „Wahlpflichtbereich 2“ Veranstaltungen anderer Fächer belegt werden (das entspricht ungefähr den früheren „Nebenfächern“).

Zusätzlich zu der fachspezifischen – indologischen oder tibetologischen – Ausbildung ist es das allgemeine Ziel des Studiengangs, den Studierenden zu einer hervorragenden mündlichen und schriftlichen Ausdrucksfähigkeit zu verhelfen. Der Studiengang enthält neben der wissenschaftlichen Ausbildung die Möglichkeit zu einem Praktikum und zu einem Auslandsjahr.

2. Mag. art. (neu):

M.A.-Studiengang Indologie

Der M.A.-Studiengang Indologie baut auf den in dem fächerübergreifenden B.A.-Studiengang HSTK erworbenen allgemeinen Kenntnissen über die Inhalte und Forschungsfelder der beteiligten Philologien sowie dem besonderen Fachwissen aus dem gewählten indologischen Schwerpunkt auf. Er dient dem vertieften Studium indischer Originalliteratur und der Ideengeschichte der vielfältigen philosophischen und religiösen Strömungen Indiens. Zugrunde gelegt wird dabei stets das zugängliche Quellenmaterial, das mit den Methoden historisch-kritischer Philologie zugänglich gemacht und erforscht wird. Außerdem soll die bereits vorhandene Kenntnis indischer Sprachen ausgebaut und mit dem Studium einer dritten Sprache begonnen werden.

Der Studiengang bietet die – wenn überhaupt – nur noch an sehr wenigen Standorten angebotene Möglichkeit, sich mit mehreren wichtigen Sprachen des indologischen Sprachenkanons auf der Grundlage philologischer Methodik zu beschäftigen. Neben den bereits im B.A.-Studium erworbenen Kenntnissen im Klassischen Sanskrit und einer weiteren indischen Sprache soll im M.A.-Studium eine dritte indische Sprache studiert werden, wobei an die Stelle der einen indischen Sprache auch das Klassische Tibetische treten kann. So ist es möglich, neben dem Sanskrit eine mittel- (z.B. Pali) und eine neuindische Sprache (z.B. Hindi) oder eben Tibetisch (statt Pali oder Hindi) zu studieren. Darüber hinaus besteht durch das Lehrangebot des Fachgebiets Vergleichende Sprachwissenschaft die zusätzliche Möglichkeit, sich sprachwissenschaftlich mit dem vedischen Altindisch zu befassen. Die Absolventen dieses Studiengangs können in Marburg also alle für die Indologie besonders wichtigen Sprachen – Vedisch, Sanskrit, mittelindische und neuindische Sprachstufen unter Einschluss des Tibetischen als der für die Buddhismuskunde wichtigsten nicht-indischen Quellensprache – studieren oder eine Auswahl daraus treffen, die sich aus dem jeweils gewählten Schwerpunkt ergibt.

Neben dem Erlernen einer dritten Sprache dient der Studiengang dem Ausbau der bereits vorhandenen Sprachkenntnisse und dem vertieften Studium der philologischen Methodik. Durch das Arbeiten mit Handschriften werden die Studierenden darauf vorbereitet, Erstausgaben von indischen Primärquellen zu erstellen. Inhaltlich und methodisch verfolgen die M.A.-Lehrveranstaltungen darüber hinaus das Ziel, fundierte und vertiefte Kenntnisse auf den Gebieten der indischen Religions-, Philosophie- und Kulturgeschichte zu vermitteln und die Studierenden zur Bearbeitung und Darstellung komplexerer Fragestellungen auf der Grundlage von Primärquellen zu befähigen.


M.A.-Studiengang Indo-Tibetologie

Der M.A.-Studiengang Indo-Tibetologie soll es den Studierenden ermöglichen, bereits vorhandene Kenntnisse sowohl der klassischen tibetischen Übersetzungssprache als auch der den tibetischen Übersetzungen zugrunde liegenden indischen Sprachen, insbesondere des Sanskrits, auszubauen und zu vertiefen, um auf dieser Grundlage philologische Studien auf den Gebieten der indisch-buddhistischen und der tibetischen Religions-, Philosophie- und Kulturgeschichte zu treiben.

Zu diesem Zweck sollen indische und tibetische buddhistische Texte in den Originalsprachen (in der Regel Sanskrit oder Tibetisch) und in tibetischer Übersetzung studiert werden. Zum einen werden die Studierenden in die Ziele und Methoden der tibetischen Übersetzer und ihre verschiedenen Übersetzungstechniken eingeführt, die man kennen muss, wenn man sich philologisch-reflektiert mit tibetischen Übersetzungen beschäftigen will. Zum anderen sind zum Verständnis indischer und tibetischer buddhistischer Texte insbesondere religions- und kulturhistorische Kenntnisse unerlässlich, die auf der Grundlage von Primärquellen erworben werden sollen.
Außerdem sollen die tibetischen Sprachkenntnisse vertieft und spezifische Fachkenntnisse zu den Inhalten der tibetischen Übersetzungsliteratur ausgebaut werden. Die Arbeit mit tibetischen Blockdrucken sowie tibetischen und indischen Handschriften soll den Studierenden das methodische und praktische Rüstzeug an die Hand geben, um Inedita aus der tibetischen Religions-, Philosophie- und Kulturgeschichte benutzen bzw. herausgeben zu können. Dadurch sollen die Studierenden befähigt werden, komplexere Fragestellungen auf der Grundlage von Primärquellen bearbeiten und darstellen zu können.

Zusätzlich hierzu werden in beiden M.A.-Studiengängen Methoden- und Fachwissen aus anderen Disziplinen erworben. Dabei wird vor allem die Vertiefung der philologischen Grundlagen eines weiteren Sprachzweiges oder die methodisch sinnvolle Aneignung zusätzlicher philologischer oder kulturwissenschaftlicher Inhalte oder der Erwerb von Kenntnissen angrenzender Gebiete empfohlen.


„Alter“ Magister-Studiengang

Einschreibungen im Hauptfach Indologie und/oder Nebenfach Tibetologie für den alten Magisterstudiengang sind nur noch in höheren Fachsemester möglich. Details auf Anfrage.

3. Promotion

Eine Promotion im Hauptfach „Indologie“ oder „Tibetologie“ zum Dr. phil. ist möglich. Die aktuelle Promotionsordnung finden Sie hier.

4. Berufsfelder

Die M.A.-Studiengänge Indologie und Indo-Tibetologie sind als forschungsorientierte Studiengänge konzipiert, die es den Absolventen ermöglichen sollen, die wissenschaftlich-universitäre Laufbahn einzuschlagen, sie aber auch für alle Berufsfelder qualifizieren soll, auf denen eine Nachfrage nach historisch und linguistisch spezialisierten Absolventen von Asienfächern besteht (Wirtschaft, Journalismus, Bibliotheken, Archive und Museen, Public Relations und Marketing, Bildung und Übersetzung, Entwicklungszusammenarbeit, Projektkoordination, Planungsstäbe, internationales Versicherungswesen).

Ergebnisse einer schriftlichen Befragung unserer Absolventen „zum Studienverlauf, zum Übergang aus der Hochschule und zu den Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt“ finden Sie hier (27 MB).

Zuletzt aktualisiert: 29.03.2011 · Dragomir Dimitrov

 
 
 
Fb. 10 - Fremdsprachliche Philologien

Indologie und Tibetologie, Deutschhausstr. 12, D-35032 Marburg
Tel. 06421/28-24741, Fax 06421/28-24995, E-Mail: indology@staff.uni-marburg.de

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