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Eine algebraische Fläche vom Grad 6 (eine "Sextik"), die 65 Singularitäten besitzt.
 
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"Ein schönes und schweres Handwerk"

Festkolloquium zum 70. Geburtstag von Prof. Avakumovic


Aus Anlaß des 70. Geburtstages von Prof. Dr. Vojislav Gregor Avakumovic veranstaltet der Fachbereich Mathematik am Freitag, dem 9. Mai 1980 ein Festkolloquium. Vojislav Gregor AvakumovicProf. Avakumovic lehrte von 1966 bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1976 an der Philipps­Universität Marburg und hat in dieser Zeit die Entwicklung des Fachbereichs wesentlich mitgeprägt.
Ungewöhnlich wie die Persönlichkeit von Prof. Avakumovic ist auch manches in seiner wissenschaftlichen Laufbahn. Vorlesungen hörte er während seines Studiums in Berlin und Belgrad kaum, da sie ihm größtenteils unverständlich erschienen. So erwirbt er sich die mathematischen Grundlagen in intensiven und zurückge­zogenen Selbststudien, im zweiten Studienabschnitt verdankt er sehr viel dem engen Kontakt mit seinem Lehrer Prof. Karamata. Schon während des Studiums entstehen, in Konkurrenz mit führenden Mathematikern der Zeit, seine ersten wissenschaftlichen Publi­kationen, die ihn rasch international bekannt machen.
Bis 1950 ist Prof. Avakumovic als Dozent in Belgrad tätig, 1953 folgt er einem Ruf nach Zarajewo, in den darauffolgenden Jahren lehrt er als Gastprofessor an den Universitäten Göttingen, Lund und Gießen. Aus dieser Zeit starrmmen seine wohl bedeutendsten Arbeiten, in denen er im mathematischen Modell physikalischer Schwingungsvorgänge (wie z.B. bei einer Trommelelmembran) sehr präzise Aussagen über die Eigenschwingungen eines solchen Systems herleitet. Kurioserweise entsteht die erste Arbeit hierüber aus der Notwendigkeit, eine Lücke in einem Zeitschriftenband, für dessen Herausgabe Prof. Avakumovic mitverantwortlich war, zu füllen. Diese Publikation umfaßt deshalb nur zwei Seiten und ist fast über Nacht entstanden. Eines der wichtigsten Resultate auf dem Gebiet, eine genaue Analyse der Eigenfrequenzen, entwickelt er während einer Vorlesung in Göttingen; publiziert wird es erst sehr viel später in Arbeiten seiner Schüler.
1961 übernimmt Prof. Avakumovic die Leitung des Zentralinstituts für Angewandte Mathematik der Kernforschungsanlage in Jülich, 1966 folgt er einem Ruf nach Marburg. In dieser Zeit widmet er sich besonders intensiv der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, mehrere Promotionen und Habilitationen werden unter seiner wissen­schaftlichen Betreuung erfolgreich abgeschlossen. Auf Grund seiner fachlichen Autorität und seiner starken Persönlichkeit hat er wesentlich zu einer steten positiven Entwicklung des Fachbereichs in einer Zeit starker, von außen erzwungener Veränderungen beige­tragen.
Das umfangreiche wissenschaftliche Werk von Prof. Avakumovic umfaßt fast alle Teilgebiete der Analysis. Trotz seiner bahnbrechenden und international anerkannten Publikationen, insbesondere über Tauber­sätze und die Spektraltheorie elliptischer Operatoren, versteht er selbst die Mathematik nicht als Ergebnis genialer Ideen sondern als schönes und schwieriges Handwerk. Die matherratische Fachwelt ver­dankt ihm zahlreiche tiefe und schöne Erkenntnisse.

Zuletzt aktualisiert: 13.09.2011 · gromes

 
 
 
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