Spezialisierungsmöglichkeiten
Folgende Vertiefungsgebiete und Spezialisierungsmöglichkeiten werden in
Marburg angeboten:
Verteilte Systeme und Multimedia
Unter verteilten Systemen versteht man mehrere
aktive Einheiten (Prozesse oder Prozessoren), die meistens über
Nachrichten kommunizieren. Ein Netzwerk von Rechnern ist ein typisches
Beispiel. In diesem Bereich beschäftigen Sie sich mit Strukturen
solcher verteilten Systeme, Kommunikation und Synchronisation,
Prozess- und Speicherverwaltung, verteilten Dateisystemen,
Fehlertoleranz, Sicherheitsaspekten, Middleware.
Unter Multimedia versteht man den konzertierten
Einsatz vieler verschiedener Medien wie Text, Fotografie, Grafik,
Animation, Audio und Video. Dabei geht es insbesondere um die
Digitalisierung solcher Medien und Kompressionstechniken.
Formale Methoden und Programmierparadigmen
Formale Methoden und Programmierparadigmen zählen zum Gebiet der
Theoretischen Informatik. Die Theoretische Informatik stellt die
formalen Grundlagen bereit, auf deren Basis zuverlässige praktische
Systeme entwickelt werden können. Das Gebiet Formale Methoden umfasst zustandsbasierte
Systeme, Logik und Verifikation. Der Bereich Programmierparadigmen behandelt
insbesondere alternative Konzepte von Programmiersprachen wie
funktionale und Logik-Sprachen oder Sprachen zur
Parallelprogrammierung. Außerdem werden Module zur Theorie der
Programmierung (Compilerbau, Semantik von Programmiersprachen)
angeboten.
Softwaretechnik und Informationssysteme
Die Softwaretechnik beschäftigt sich mit der
Entwicklung von großen Softwaresystemen. Sie stellt Prinzipien,
Methoden und Werkzeuge für eine teambasierte, systematische Entwicklung
und Anwendung von Software bereit. Wichtige Teilgebiete der
Softwaretechnik sind unter anderem die Systemanalyse und Modellierung,
Projekt-Management und Qualitätssicherung und die modellgetriebene
Software-Entwicklung.
Zu Informationssystemen zählt man alle
Systeme, die Information bereitstellen oder verarbeiten. Ein wichtiges
Teilgebiet sind Datenbanksysteme, mit denen große Datenbestände
verwaltet werden.
Künstliche Intelligenz und Bioinformatik
Im Gebiet Künstliche Intelligenz versucht man
„intelligente“ Systeme zu entwickeln. Hierzu zählen beispielsweise
Expertensysteme, die Expertenwissen bereitstellen, oder Systeme, die
versuchen, menschliche Informationsverarbeitung nachzubilden, etwa mit
künstlichen neuronalen Netzen oder evolutionären Algorithmen.
Unter Bioinformatik versteht man die Entwicklung
und Nutzung von Methoden und Werkzeugen der Informatik für Fragen der
Biologie, wobei der Molekularbiologie in neuerer Zeit besondere
Bedeutung zukommt. Im Zusammenhang mit der Gewinnung, Verwaltung,
Analyse und Interpretation genomischer Daten spielen
Informatik-Methoden inzwischen eine unverzichtbare Rolle.

