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Terahertz (THz)

Der THz-Frequenzbereich liegt im elektromagnetischen Spektrum zwischen der Elektronik und der Optik (Bild 1). Er umfasst mit etwa 0,1 THz bis 10 THz sowohl höchstfrequente Mikrowellen als auch sehr langwelliges Infrarot. Jahrzehntelang war es äußerst aufwändig, THz-Strahlung zu erzeugen sowie nachzuweisen.  Fortschritte in Mikrowellen- und Lasertechnik führten jedoch dazu, dass sich die Forschung nach und nach mit immer leistungsfähigeren, kompakteren und kostengünstigeren Emittern und Detektoren aus der Elektronik oder der Optik näherte, um den Schatten zwischen Mikrowellen und Ferninfrarot von der nieder bzw. höher frequenten Seite her zu erhellen.
Die zahlreichen THz-Anwendungsmöglichkeiten, die von der Medizintechnik und der Sicherheitskontrolle für Flughäfen über die Fertigungs- oder Bauteilüberwachung bis hin zu ultra-schnellen Kommunikationssystemen reichen, führten zu einer schnellen Entwicklung von THz-Systemen, die heute an der Schwelle zum Massenmarkt stehen. Im Gegensatz zu den ebenfalls durchleuchtenden Röntgenstrahlen sind THz-Wellen aufgrund der geringen Photonenenergie nicht ionisierend und deshalb höchstwahrscheinlich mit den üblicherweise eingesetzten Intensitäten ungefährlich.


Bild 1
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Grundsätzlich lassen sich opto-elektronische THz-Spektroskopiesysteme in zwei Kategorien einteilen: Spektrometer mit breitbandigen THz-Pulsen (THz-Zeitbereichsspektroskopie, THz TDS) und Dauerstrichsysteme, d.h. kontinuierliche Wellen konstanter Frequenz („continuous wave“(CW)-Systeme). Die Zeitbereichsspektroskopie liefert nach einer Referenzmessung sowie einer einzigen Abtastung mit einem ultrakurzen THz-Puls ein Spektrum der untersuchten Probe. Mit speziellen Algorithmen lässt sich zusätzlich auch die Materialstärke bestimmen. In Analogie zum Ultraschall liefert die THz-Pulsantwort zudem Einblicke in den inneren Aufbau (Grenzflächen, unbekannte Zwischenschicht, jedoch keine Tomographie). CW-Systeme prüfen hingegen die dielektrischen Eigenschaften der Probe nur bei jeweils einer einzigen Frequenz, lassen sich jedoch durchstimmen. Eine separate Information über die Materialstärke lässt sich dagegen nur eingeschränkt gewinnen. Dafür liegt der Preis eines CW-Systems üblicherweise weit unter dem eines Zeitbereichsspektrometers, da ein Femtosekundenlaser mit Anschaffungskosten im unteren fünfstelligen Bereich anstatt der eher kostengünstigen durchstimmbaren Diodenlaser eingesetzt werden muss. Beide Systemarten ermöglichen bildgebende Messungen und werden in der „Terahertz-Systemtechnik“ erforscht und entwickelt. Erst kürzlich gelang es, ein Quasi-Zeitbereichsspektrometer zu demonstrieren, das die Leistungsfähigkeit von THz-Pulsen mit der Kosteneffizienz von Diodenlasern vereint – ein weiterer Durchbruch auf dem Weg zum mobilen, industrietauglichen THz-Messgerät.

Die Arbeitsgruppe befasst sich sowohl mit der Charakterisierung von Materialien der Halbleiterphysik mittels THz-Spektroskopie, wie auch mit der Entwicklung von THz-Systemen und deren Einsatz in der industriellen Fertigung.

Zuletzt aktualisiert: 24.02.2010 · Ewers Benjamin Dipl.-Phys., Physik, 22281

 
 
 
Fb. 13 - Physik

Experimentelle Halbleiterphysik, Renthof 5, D-35032 Marburg
Tel. 06421 28-21322, Fax 06421 28-27036, E-Mail: anne.ehlers@physik.uni-marburg.de

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