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Heilpflanzen der traditionellen arabischen Medizin als potentielle Wirkstofflieferanten


Dioscurides
Dioscurides erklärt einem Schüler die Heilkräfte einer Pflanze. Topkapi Museum, Istanbul.

Projektleitung: Prof. Dr. Christoph Friedrich, PD Dr. Sabine Anagnostou

Doktorand: Apotheker Johannes Müller

Die Geschichte der Verwendung von Pflanzen zu Heilzwecken ist vermutlich so alt wie die Menschheit selbst. So ist das Auflegen von Pflanzen auf Wunden offenbar ein dem Menschen angeborener Instinkt, betrachtet man entsprechende Traditionen bei indigenen Völkern oder auch das Verhalten unserer nahen Artverwandten, der Menschenaffen. Die Auswahl der jeweiligen Pflanzen erfolgte dabei – sieht man von überlagernden magisch-mystischen Vorstellungen wie der Signaturenlehre ab – hauptsächlich aufgrund empirischer Beobachtung der Wirkung und Überlieferung von Generation zu Generation. Die mitunter nachweislich über Hunderte von Jahren praktizierte Anwendung einer Pflanze kann man durchaus als Hinweis auf eine tatsächlich heilungsfördernde Wirkung deuten. Dies ist nicht nur von pharmaziehistorischer Relevanz, sondern kann durch die Entdeckung 'neuer' alter Arzneipflanzen auch im Hinblick auf die Entwicklung moderner Phytotherapeutika von Bedeutung sein. Im Forschungsprojekt werden zunächst Arzneipflanzen der arabischen mittelalterlichen Heilkunde anhand der einschlägigen historischen Quellen ermittelt. Es folgt die Analyse der Tradition ausgewählter Heilpflanzen bzw. Heilpflanzengruppen hinsichtlich bestimmter Verwendungszwecke in der europäischen Heilkunde. Arzneipflanzen mit einer entsprechend langen Anwendung sollen unter Integration von heutigen Kenntnissen über wirksame Inhaltsstoffe schließlich als potentielle Therapeutika bei traditioneller Indikation bzw. als entsprechende Wirkstofflieferanten empfohlen werden.

Das Projekt wird von der Alpinia Laudanum Institute of Phytopharmaceutical Sciences AG gefördert.

Zuletzt aktualisiert: 13.04.2011 · Johannes Müller

 
 
 
Fb. 16 - Pharmazie

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