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Warum ich Pflanzenkenntnis für wichtig, interessant und für Biologen unabdingbar halte

Aus mir unerfindlichen Gründen werden die 'Botanischen Exkursionen' gelegentlich verkannt, und nicht als die große Chance begriffen, die sie in der Tat sind. Die folgenden Punkte sollen zur Aufklärung beitragen:
  1. Wir verbreiten in den Anfängerexkursionen kein Spezialwissen! Das was Sie auf diesen Exkursionen lernen können gehört zum Allgemeinwissen. Jederzeit kann eine hier behandelte Frage bei 'Wer wird Millionär' auftauchen!

  2. Pflanzenkenntnis ist ein 'schönes' Wissen. Vegetation umgibt uns tagtäglich, und mit botanischen Kenntnissen macht jeder Wald- und Wiesenspaziergang, und sogar ein Stadtbummel mehr Spaß. Dies gilt im übrigen auch für Reisen ins Ausland (siehe Punkt 9)! Der Urlaub auf Madeira wird bereichert, wenn man die exotischen Früchte, Zierpflanzen und auch Unkräuter erkennt (vielleicht zunächst nur die Familie, wir wollen uns ja nicht überfordern).

  3. Pflanzennamen sind der Schlüssel zu Informationen. Nur über den Namen erfahre ich mehr über eine Pflanze. Ist sie giftig? Warum heißt sie so? Kommt die hier schon immer vor? Was hat man früher damit gemacht? Wird sie noch heute genutzt? Wieso hat die so einen komischen Knubbel da dran? Warum wächst sie nur da, und nicht auch da drüben? Ist sie vielleicht sogar was Besonderes? Und so weiter.

  4. Du studierst doch Biologie! Was iss'n das? Auch als künftiger Mikrobiologe wird man solche Fragen hören. Und wenn Sie dann dieses ach so häufige Pflänzlein (sagen wir Lamium purpureum oder Anemone nemorosa) nicht kennen sind Großeltern, Neffen, Abitursfreundinnen und Tischtenniskameraden im besten Falle milde nachsichtig, den Intimfeinden jedoch ist ein weiteres Lästerargument geliefert. Wenn Sie allerdings etwas dazu sagen können werden sie beeindruckt sein ob solch lebensnaher Kenntnis. In jedem Fall gilt: Es ist unangemessen für so genannte Biologen, wenn sie nicht Erle von Hasel, Scharbockskraut vom Löwenzahn, oder Fichte von Tanne trennen können.

  5. Auch Genetiker und Molekularbiologinnen sind auf Biodiversität angewiesen, was gäbe es sonst für sie zu erforschen. Auch ForscherInnen dieser Disziplinen bennötigen Grundkenntnisse in Floristik und Faunistik, schon allein für's Beschriften der Probengläschen.

  6. Artenkenntnis (natürlich auch zoologische) ist unabdingbar für Einschätzungen im Naturschutz.

  7. Jeder hat als Kind gesammelt. Ob Abziehbilder, Micky-Maus-Hefte, Bierdeckel oder Elektroloks. Floristik kann einen ähnlichen Such(t)-Effekt haben! Kennt man ein paar Pflanzen will man mehr kennen lernen, kennt man mehr, geht man auf Suche nach noch nicht gesehenen Arten. Statt Briefmarken sammelt man Standorte!

  8. Die Veranstaltung 'Artenkenntnis Botanik' lehrt Sie die hehre Form der Pflanzenbestimmung. Dies ist essentiell, um sich auch selbstständig Pflanzenkenntnisse aneignen zu können. Die Exkursionen sind die perfekte Ergänzung dazu. Hier kann man eigene Bestimmungen verifizieren und auf sehr leichte Art Pflanzen kennen lernen. Nicht verzweifeln, wenn Ihr die Pflanzen leicht wieder vergesst: Die Wiederholung macht's.

  9. Die Exkursionen für Anfänger sind die Grundlage für unsere Fortgeschrittenenexkursionen (Profilmodule). Wir fahren ins Mittelmeergebiet, aber auch in floristisch interessante Gebiete Deutschlands, welche häufig auch landschaftlich (das hängt direkt miteinander zusammen!) sehr ansprechend sind. Im übrigen gilt Punkt 2.

Zuletzt aktualisiert: 15.09.2008 · Stephan Imhof

 
 
 
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