Profil der Lehr- und Forschungseinheit Sportwissenschaft
Die Marburger Sportwissenschaft versteht sich als eine
Bewegungswissenschaft, die den Körper und die Bewegung erziehungs-,
sozial- und naturwissenschaftlich betrachtet und untersucht.
Im Arbeitsbereich „Bewegungs- und Sportpädagogik“ geht es in Forschung und Lehre vor dem Hintergrund einer sich wandelnden Lebenswelt um die pädagogischen Grundlagen von Bewegung, Spiel und Sport für die Erziehung, Bildung und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Dabei stehen der schulische Sportunterricht, der Schulsport und die Schule als Bewegungsraum im Mittelpunkt der Reflexionen. Bezüge zur außerschulischen Bewegungskultur mit den sich neu formierenden Spiel- und Bewegungsräumen sowie zu neuen Formen der Kooperation mit der Schule gehören ebenfalls zum Aufgabenfeld des Arbeitsbereichs Bewegungs- und Sportpädagogik.
Der Arbeitsbereich "Pädagogik des Abenteuers und Jugendforschung" beschäftigt sich bildungstheoretisch mit dem Abenteuer und aus pädagogischer und sozialwissenschaftlicher Perspektive mit der Lebensphase Jugend. Der Arbeitsbereich "Pädagogik des Abenteurs und Jugendforschung" widmet sich folgenden Schwerpunkten: Bildungstheoretische Auseinandersetzung mit dem Abenteuer, Körper- und bewegungsbezogene Bildungsarbeit im schulischen und außerschulischen Bereich, naturnahe Räume als Lern- und Bildungsorte in der Ganztagsschule, Jugend und Globalisierung - Aufwachsen in einer globalisierten Welt.
Der Arbeitsbereich „Psychologie der Bewegung“ widmet sich aus psychologischer und entwicklungstheoretischer Sicht dem komplexen Themenfeld der körper- und bewegungsbezogenen menschlichen Entwicklung im Lebenslauf. Einen zweiten thematischen Schwerpunkt bildet das Feld Gesundheit/Krankheit und die salutogenetische Nutzung von Körperlichkeit und Bewegung in der pädagogischen wie therapeutischen Praxis. Ein besonderer Stellenwert kommt hierbei den Bereichen Gymnastik, Tanz und (psychotherapeutisch orientierte) Bewegungstherapie zu. Ihre die Wahrnehmung, den Ausdruck und die Identifikation mit der eigenen Körperlichkeit fördernden Qualitäten werden theoretisch und praktisch erschlossen.
Auf ganz andere Weise rückt der Gegenstand „Bewegung und Sport“ aus einer naturwissenschaftlichen Perspektive in den Blick. Im Arbeitsbereich „Sportmedizin & Trainingswissenschaft" werden die physiologischen und anatomischen Grundlagen und die hierauf bezogenen Wirkungen eines sportlichen Trainings beleuchtet. Hier geht es vor allem um die äußere und messende Betrachtung menschlicher Bewegung, die experimentell erforscht wird und zu Erkenntnissen über den eigenen Körper und die eigene Bewegung führt sowie trainingsmethodische Prinzipien und Gesetzmäßigkeiten für das Lehren von Bewegungstechniken hervorbringen soll.
Die Arbeitsbereiche der Marburger Sportwissenschaft zeichnen sich durch eine umfangreiche Forschungstätigkeit aus, die ihre Schwerpunkte in der bewegungsorientierten Jugendsozialarbeit und Abenteuerpädagogik in der pädagogischen Bewegungslehre, im Bereich Sport mit Sehgeschädigten, in der Schulentwicklungsforschung im Bereich von Bewegung, Spiel und Sport, in der orthopädischen Prävention und Rehabilitation, der Leistungsoptimierung und Belastungsbeanspruchung bei sportlichen Bewegungen hat.

