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Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis

Fachgebiet Altorientalistik Sommersemester 2019

 Abgabefrist für Hausarbeiten SoSe 2019 = ***30. September 2019***

Die Götterwelt des Alten Orients

Seminar
Modul: Die Welt des Alten Orients (LV-10-772-470)
Dozent: Prof. Dr. Nils P. Heeßel
Zeit: MO 14.15-15.45
Beginn: 29.04.2019
DH 12 00A16

Die Gottheiten des Alten Orients sind zahlreich und ihre Beziehungen zueinander komplex. Aus vielen lokalen Götterwelten, die sich in den frühen sumerischen Stadtstaaten gebildet hatten, formten sich überregional bedeutende Götter und Heiligtümer, durch Gleichsetzungen wurden Synkretismen gebildet, die verschiedenen Gottheiten wurden in verwandtschaftliche Verhältnisse gesetzt und „Staatsgötter“ bildeten sich heraus. In Mythen wurden Erzählungen zu den Handlungen dieser Gottheiten überliefert, die die Weltentstehung und die gesellschaftliche Realität erklären. Das so von den Göttern gezeichnete Bild fundierte und normierte das altorientalische Weltbild, welches nicht losgelöst von den den Göttern zugeschriebenen Handlungen verstanden werden kann.

In dem Seminar werden die verschiedenen lokalen Götterwelten des Alten Orients erklärt, ihre Gleichsetzungen in überregionalen Kontext beleuchtet und die Rolle der wichtigsten Gottheiten erarbeitet. Die Tragfähigkeit von modernen Kategorien wie „Religion“, „Magie“ oder „Glaube“ wird kritisch beleuchtet. Die Religionspolitik verschiedener Herrscher wird untersucht und ihre Auswirkungen auf Staat und Gesellschaft erörtert. So soll einerseits ein Überblick über die altorientalische Götterwelt und andererseits ein Verständnis für die spezifisch mesopotamische Einbettung der Göttervorstellungen in das Weltbild vermittelt werden. Durch die kritische Hinterfragung von modernen Kategorien bei der Beschreibung altorientalischer Evidenz soll der Blick für Begriffsgeschichtliche Problematiken gelenkt geschärft werden.

Das Seminar richtet sich an alle Interessenten, Sprachkenntnisse aus dem Bereich der Keilschriftsprachen sind nicht erforderlich, können jedoch eingebracht werden.

Mari – Stadt an der Grenze zwischen Syrien und Mesopotamien

Seminar
Modul: Fundorte des Alten Orients (LV-10-772-997)
Dozent: Prof. Dr. Elisabeth von der Osten-Sacken
Zeit: MI 10.15-11.45
Beginn: 24.4.2019
Ort: DH 12 00A16

Mari ist der größte Vertreter der syrischen Kranzhügel-Städte des 3. Jahrtausends v.Chr. und prägte durch seine Lage zwischen Mesopotamien und Syrien den Kontakt zwischen diesen beiden Regionen. Im Frühdynastikum hatte Mari einen streng kreisförmigen, konzentrischen Plan mit einem Durchmesser von 1900 Metern. Die Stadt war von einem Deich und einem Kanal umgeben, der direkt mit dem Euphrat verbunden war und die Wasserversorgung sicherstellte. Die Hauptachsen verliefen radial zum Zentrum hin. Im Herzen der Stadt erheben sich die Paläste und Tempel, die vielleicht ursprünglich zu einem einzigen Komplex verbunden waren, eine vergleichbare Situation wurde bislang sonst in Mesopotamien nicht nachgewiesen. Es gibt ein Handwerker- und ein Wohnviertel. Der Palast des 3. Jt. v.Chr. ist das größte bislang ergrabene Gebäude dieser Zeit. Ihn unterscheidet vor allem der integrierte Tempel von anderen Palästen in Mesopotamien. Außerdem wurden mehrere Tempel aus dieser Zeit gefunden.

Der Königspalast des 2. Jahrtausends, der auf den Ruinen des älteren errichtet wurde, ist außergewöhnlich gut erhalten, mehr 2,5 ha groß, mit 300 Zimmern und Innenhöfen, stellenweise 4m hohe Wände, mit Zisternen, Schächten, Kanälen, Spielen, etwa 20.000 Tontafeln, Statuen, Wandmalereien, Figuren, Gegenständen des täglichen Lebens, Kuchenformen. Nach der altbabylonischen Zeit verlor Mari seine Bedeutung als Bindeglied zwischen Südmesopotamien und Syrien. Es gibt noch einige mittelassyrische Gräber, die darauf hinweisen, dass das Leben an diesem Ort weiterging.

Das Seminar befasst sich mit der Entwicklung des Ortes von seiner Gründung um 2900 v.Chr. bis zur Eroberung durch Hammurapi. Behandelt werden die archäologischen Funde, die in Ihren gelichzeitige Kontext in Mesopotamien und Syrien gestellt werden.

Paläste im Alten Orient

Seminar
Modul: Die Welt des Alten Orients (LV-10-772-471)
Dozent: Prof. Dr. Elisabeth von der Osten-Sacken
Zeit: FR 10.15-11.45
Beginn: 26.4.2019
Ort: DH 12 00A16

Ein Palast ist ein in einer Stadt erbauter repräsentativer, prachtvoller Profanbau. Er ist zugleich Wohn- und Repräsentationsbau, Regierungs- oder Wohnsitz des Herrschers. Schon früh wurden aufwendige Wohnhäuser errichtet, die den sozialen Status und die Macht der Bewohner ausdrücken sollten. Paläste werden im Alten Orient É-gal = ekallu „großes Haus“ genannt. Sie sind aus den übrigen Wohnbauten herausgehoben, und vielräumig. Neben dem Wohnen dient er weiteren herrschaftlichen Zwecken, die sich anhand der Grundrisse erkennen lassen. Es gibt einen Repräsentationsteil, zu dem als wichtigstes der Thronsaal gehört, Verwaltungstrakte und „Schatzkammern“.

In dem Seminar soll die Entwicklung solcher Prestigebauten behandelt werden. Ihre Verbindung zu Wohnhäusern, die Funktion der verschiedenen Bauteile und der ideologische Hintergrund spielen dabei ebenso eine Rolle, wie herausragende Funde und Befunde.

Einführung in die Akkadische Sprache und Keilschrift II

Seminar
Modul: Einführung ins Akkadische (Babylonisch) II (LV-10-769-108)
Dozent: Prof. Dr. Nils P. Heeßel
Zeit: DI 10.15-11.45
Beginn: 23.4.2019
Ort: DH 12 00A09

In diesem Kurs wird die Einführung in die Grammatik der akkadischen Sprache aus dem Wintersemester fortgesetzt. Es werden die Lektionen 9-12 aus dem Lehrbuch behandelt und dann mit der Lektüre des Kodex Hammurapi begonnen. In einem zugehörigen Tutorium werden die Inhalte vertieft und Lernerfolge überprüft.

Tutorium zu Einführung in die Akkadische Sprache und Keilschrift

Tutor: Maximillian Düngen
Zeit: DI 12.15-13.45
Beginn: 23.4.2019
Ort: DH 12 00A09

Briefe und Urkunden aus dem Palastarchiv von Mari

Seminar
Modul: Texte: Akkadisch II (LV-10-769-117)
Dozent: Prof. Dr. Nils P. Heeßel
Zeit: DI 14.15-15.45
Beginn: 23.4.2019
Ort: DH 12 00A09

In Tell Hariri, dem antiken Mari, wurden von französischen Archäologen in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts ein großes Palastgebäude ausgegraben, in dem sie auch 20.000 Tontafeln, darunter mind. 3.000 Briefe, aus der altbabylonischen Zeit fanden. Diese Palastarchive enthielten die Staatskorrespondenz der letzten Herrscher von Mari und ermöglichten die detaillierte Rekonstruktion der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Gegebenheiten vor der Eroberung der Stadt durch den babylonischen König Hammurapi im Jahr 1760 v. Chr. (nach der mittleren Chronologie). Während die üblichen historiographischen Quellen wie Königsinschriften, Königslisten, Verträge etc. im allgemeinen nur eine überblickartige Geschichtsrekonstruktion erlauben, bieten die Archive von Mari tiefe Einblicke in die Administration eines solchen Stadtstaates, in die gesellschaftliche und politische Situation, in den Einsatz von Medizin und Divination, und sogar in der Ränkespiele der Herrscher im Vorderen Orient.

In dem Seminar werden ausgewählte, wichtige Dokumente zur politischen Entwicklung und zu gesellschaftlichen sowie kulturellen Fragen gelesen. Die Eigenarten des mariotischen Akkadisch sowie der verwendeten Keilschrift werden besprochen, so dass eine selbstständige Lektüre der Originalquellen erleichtert wird. Zudem soll ein Überblick über die politische Situation im Vorderen Orient, wie sie aus den Mari-Archiven hervorgeht, vermittelt werden.

Babylonische und assyrische Schöpfungsmythen

Seminar
Modul: Literatur: Akkadisch II (LV-10-769-103)
Dozent: Prof. Dr. Nils P. Heeßel
Zeit: MI 14.15-15.45
Beginn: 24.4.2019
Ort: DH 12 00A09

Die babylonische mythologische Erzählung Enūma eliš gehört zu den fundierenden und im höchsten Grade normierenden Texten des Alten Orients. Der Mythos, oft verkürzend als “babylonischer Weltschöpfungsmythos” bezeichnet, berichtet vom Aufstieg des jungen Gottes Marduk zum Götterkönig durch seinen Kampf mit der Urgewalt Tiamat und der nachfolgenden Schaffung und Ordnung der Welt. Der Text des Mythos füllt sieben Tontafeln und ist durch zahlreiche Manuskripte aus dem 1. Jt. v. Chr. bekannt. Assyrische Schöpfungserzählungen sind weit weniger bekannt, jedoch nicht minder interessant für das ihnen zugrundeliegende Weltbild.

Im Seminar werden besonders wichtige Passagen der Mythen anhand der Keilschrifttexte gelesen sowie die grundlegende Bedeutung der Texte für die babylonisch-assyrische Kultur wie etwa für das Neujahrsfest dargestellt. Der umstrittene Entstehungszeitpunkt von Enūma eliš wird diskutiert werden und auch die Rolle dieses Mythos bei den religiösen Reformen des neuassyrischen Königs Sanherib soll ausführlich erarbeitet werden.

Königsepen des zweiten Jahrtausends: Das Zimrilim-Epos

Seminar
Modul: Fortgeschrittene Akkadische Lektüre (LV-10-772-229)
Dozent: Dr. Elyze Zomer
Zeit: DO 10.15-11.45
Beginn: 25.4.2019
Ort: DH 12 00A09

Das Seminar bietet eine Einführung in die Gattung von mesopotamischen Königsepen mit einem besonderen Schwerpunkt auf das altbabylonische Zimrilim-Epos aus Mari, welches im Vergleich mit ausgewählten Passagen von anderen Königsepen des zweiten Jahrtausends, z.B. das Gulkišar-Epos und das Tukulti-Ninurta-Epos, gelesen und diskutiert wird.

Urnamma’s Tod II

Seminar
Modul: Sumerische Lektüre II (LV-10-772-235)
Dozent: Annika Cöster-Gilbert M.A.
Zeit: FR 14 - 17.15 (Blockseminar)
Termine: 26.04./10.05./24.05./7.06./21.06./05.07./12.07
Ort: DH 12 01A12

Im kommenden Semester werden wir unsere Lektüre von Urnamma A fortsetzen. In der Unterwelt angekommen, beklagt Urnamma sein Schicksal: so viel hätte er noch tun und erleben wollen. Die Göttin Innana hört seine Klage. Ihr gelingt es schließlich, eine neue Schicksalsbestimmung für den Herrscher zu erwirken.

Wir werden uns ausgehend vom Text mit Klageliteratur, Schicksal(sbestimmung) und der altorientalischen Vorstellung vom Königtum beschäftigen. Dafür werden wir auszugsweise auch andere Quellen hinzuziehen. Neben der Beschäftigung mit der sumerischen Grammatik soll ein weiterer Schwerpunkt auf dem Studium der Keilschrift liegen.

Voraussetzung für die Teilnahme am Kurs ist die erfolgreiche Teilnahme des Moduls „Sumerische Lektüre I“. Kenntnisse von „Urnammas Tod“ sind von Vorteil, aber nicht zwingend notwendig.

Ein Semesterplan mit allen Informationen und Aufgaben für die erste Sitzung wird ab April in Ilias eingestellt. Bitte bereiten Sie die erste Sitzung wie angegeben vor.

Enmerkar und der Herr von Aratta II

Seminar
Modul: Sumerische Literatur II (LV-10-772-998)
Dozent: Dr. Elyze Zomer
Zeit: DO 14.15-15.45
Beginn: 25.4.2019
Ort: DH 12 00A09

Diese Erzählung dreht sich um einen Wettstreit zweier Herrscher Enmerkar, des Herrn von Uruk, und des nicht namentlich genannten Herrn von Aratta, der mit Hilfe eines Boten ausgeführt wird. Enmerkar verlangt, dass Aratta sich unterwerfe, doch stattdessen stellt der Herr von Aratta schwierige Aufgaben: Getreide in Netzen heranzuschaffen, ein Zepter, das nicht aus Holz, Stein oder Metall gefertigt ist, und einen Hund in eine unbekannte Farbe zu bringen. Die lange Reise des Boten, die Wiederholungen, die hochliterarischen Vergleiche und hymnische Abschnitte charakterisieren die Erzählung.

Diese Lehrveranstaltung ist eine Fortsetzung der Lektüre des Wintersemesters 2018/2019.

Cuneiforum

Seminar
Modul: Methoden der Altorientalistik (LV-10-772-999)
Dozent: Prof. Dr. Nils P. Heeßel
Zeit: DI 16.15-17.45
Beginn: 23.4.2019
Ort: DH 12 00A09

Dieses Seminar für fortgeschrittene Studierende dient der Einführung in die Edition altorientalischer Texte. Im Cuneiforum werden noch unpublizierte altorientalische Texte gemeinsam gelesen und um die Lesung und Deutung von Zeichen und Zeichenfolgen gerungen, wodurch die Kenntnisse in der Keilschrift, der Grammatik und Lexik geschult werden. Die Lektüre erfolgt anhand von Keilschriftautographien und Fotos der Tontafeln. Durch das „Ringen“ um die richtige Lesung werden die philologischen Methoden der Altorientalistik erlernt, angewendet und eingeübt. Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten mit Keilschriftkenntnissen.

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Vorlesungsverzeichnis WiSe 2018/2019
Vorlesungsverzeichnis SoSe 2018