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Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis

Fachgebiet Altorientalistik: Wintersemester 2019/2020

 Abgabefrist für Hausarbeiten WiSe 2019/2020 = ***31. März 2020***

Geschichte und Kultur des Alten Orients

Vorlesung
Modul: Geschichte der vorislamischen und islamischen Welt (LV-10-772-702)
Dozent: Prof. Dr. Nils P. Heeßel
Zeit: MO 12.15-13.45
Beginn: 14.10.2019
Ort: DH 12 00A26

In dieser Vorlesung werden die Geschichte und die Kultur des Alten Orients von der frühen Besiedlung bis zum Aufkommen des Islam vorgestellt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der historischen Entwicklung und dem kulturellen Einfluss der frühen Hochkulturen Mesopotamiens, des Iran und der Türkei, vor allem der Sumerer, Assyrer, Babylonier, Elamer, Hethiter und Hurriter. Das Aufkommen von Tempeln und Götterverehrung, die Erfindung von Rad, Schrift und Gelehrsamkeit, das Entstehen von Kontinente umfassenden Handel sowie internationaler Diplomatie wird dabei ebenso behandelt wie frühe Verwaltung und Gesetzgebung, die Idee des Staates und des Königtums und die Götterwelt Mesopotamiens. Hierbei wird deutlich werden, wie sehr die frühen Hochkulturen im Nahen Osten die Entwicklung der Welt, insbesondere auch die Geschichte und Kultur Europas beeinflusst haben.

Zu dieser Vorlesung wird es ein kursbegleitendes Tutorium geben, dessen Besuch für eine erfolgreiche Teilnahme und Prüfung sehr empfohlen wird.

Archäoastronomie

Seminar
Modul: Die Welt des Alten Orients (LV-06-VFG-003-20192)
Dozent: Prof. Dr. Nils P. Heeßel zusammen mit Prof. Dr. A. Müller-Karpe und Prof. Dr. A. Schrimpf
Zeit: MO 16.15-17.45
Beginn: 14.10.2019
Ort: Vorgeschichtliches Seminar, Biegenstraße 11

In den frühen Kulturen des Alten Orients bildete sich aus der Himmelsbeobachtung schon sehr früh eine wissenschaftliche Astronomie heraus, die spätestens seit dem 7. Jh. v. Chr. im ganzen vorderen Orient und im Mittelmeerraum ihresgleichen suchte. Die Babylonier und „Chaldäer“ waren ob ihrer astronomischen Kenntnisse in der antiken Welt hochgeachtet; nicht nur konnten hier erstmals Mond- und Sonnenfinsternisse vorherberechnet werden, sondern die babylonischen Astronomen entwickelten bereits mathematische Modelle, die nach dem Untergang der altorientalischen Kultur erst in der früheren Neuzeit wiederentdeckt wurden. In den letzten Jahren hat sich unser Wissen über die babylonische Astronomie nicht nur sehr erweitert, sondern auch viele lange als gesichert geltende Vorstellungen sind hinterfragt worden, wodurch dieses Gebiet derzeit zu den spannendsten Bereichen der Altorientalistik gehört.

In dem Seminar wird der weite Bereich der Archäoastronomie zusammen mit der Vor- und Frühgeschichte und dem Fachbereich Physik in Referaten erarbeitet und auch in praktischen Übungen und gemeinsamen Himmelbeobachtungen den Studierenden nahegebracht.

Einführung in die Vorderasiatische Archäologie

Seminar
Modul: Die Welt des Alten Orients (LV-10-772-470)
Dozent: Prof. Dr. Elisabeth von der Osten-Sacken
Zeit: FR 10.15–11.45
Beginn: 25.10.2019 (!)
Ort: DH 12 00A16

Neben einem Überblick über die allgemeinen Voraussetzungen menschlichen Lebens in Vorderasien, wird die Entwicklung der altorientalischen Kulturen im Überblick behandelt. Dazu wird anhand der archäologischen Erforschung Vorderasiens ein Einblick in die Methoden und Ergebnisse des Faches vermittelt.

Glyptik: Die Siegelkunst Vorderasiens

Seminar
Modul: Die Welt des Alten Orients (LV-10-772-470)
Dozent: Prof. Dr. Elisabeth von der Osten-Sacken
Zeit: MI 10.15–11.45
Beginn: 23.10.2019 (!)
Ort: DH 12 00A16

Siegel als persönliche Zeichen sind eine der häufigsten Fundgruppen in der Vorderasiatischen Archäologie. Anhand der Originalsiegel und antiken Versiegelungen lässt sich die Entwicklung altorientalischer Kunst gut nachvollziehen. Außerdem sind die glyptischen Erzeugnisse auch als Quelle zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte von Bedeutung.

Vorderasien im 2. Jahrtausend v. Chr.

Seminar
Modul: Die Welt des Alten Orients (LV-10-772-470)
Dozent: Prof. Dr. Elisabeth von der Osten-Sacken
Zeit: MO 14.15–15.45
Beginn: 21.10.2019 (!)
Ort: DH 12 00A16

Behandelt wird die Entwicklung von der Ur III-Zeit bis zum Beginn der Eisenzeit. Historisch gesehen ist dieser Zeitraum geprägt von der Entwicklung von Stadt- zu Territorialstaaten. Die zunehmende Verbreitung der Schrift liefert zwar eine Fülle von Informationen, sie weisen aber eine nach wie vor nicht zu schließende Lücke in der Mitte des Jahrtausends auf, sodass die immer noch kontrovers diskutierte Frage nach der absoluten Chronologie Vorderasiens eindeutig zu beantworten ist.

In dem Seminar wird die materielle Kultur in den Blick genommen, um sich anhand von deren klar zu definierenden Entwicklung mit Kontinuität und Brüchen der Frage nach der Dauer eines „Dark Age“ zu nähern.

Einführung in die Akkadische Sprache und Keilschrift I

Seminar
Modul: Einführung ins Akkadische (Babylonisch) I (LV-10-769-094/LV-10-769-095)
Dozent: Prof. Dr. Nils P. Heeßel
Zeit: DI 10.15-11.45
Beginn: 15.10.2019
Ort: DH 12 00A09

Die akkadische Sprache ist die bedeutendste Sprache der mesopotamischen Keilschriftkulturen. Texte in akkadischer Sprache sind über 2500 Jahre verfasst worden und betreffen alle Bereiche des menschlichen Lebens und der Überlieferung: Von Mythen und Epen, Hymnen und Gebeten, historischen, wissenschaftlichen, und magischen Texten, über Briefe und Verträge, Wirtschaftsurkunden und Verwaltungsakten bis hin zu spekulativen und philosophischen Traktaten reicht das akkadische Schrifttum, das an Umfang jede andere altorientalische Sprache weit übertrifft. Vor allem von den Babyloniern und Assyrern gesprochen, entwickelte sich das Akkadische um die Mitte des 2. Jt. v. Chr. zur lingua franca des Vorderen Orients; d. h. zu der Sprache, in der sich nicht nur Händler und Gelehrte, sondern auch die mächtigen Könige aus Ägypten, dem Hethiter- und Mitannireich, sowie aus Babylonien und Assyrien austauschten. Aus sprachwissenschaftlicher Sicht ist das Akkadische die älteste bekannte semitische Sprache und gleichzeitig der einzige Vertreter des Ostsemitischen.

Diese Einführung in die akkadische Sprache erfolgt anhand des Altbabylonischen, das die „klassische“ Form des Akkadischen darstellt. Vor allem Kenntnisse der Grammatik und des Wortschatzes werden vermittelt, daneben jedoch auch in die Keilschrift eingeführt, in der das Akkadische geschrieben wurde. Als Arbeitsgrundlage dient ein eigenes Manuskript des Dozenten, das bei Interesse auch schon im Vorfeld auf Anfrage zugänglich gemacht werden kann. In einem zugehörigen Tutorium werden die Inhalte vertieft und Lernerfolge überprüft.

Tutorium zu Einführung in die Akkadische Sprache und Keilschrift I

Tutor: Johannes Dams
Zeit: DI 12.15-12.45
Beginn: 15.10.2019
Ort: DH 12 00A09

Akkadische Königsinschriften

Seminar
Modul: Texte: Akkadisch I (LV-10-769-098/LV-10-769-099)
Dozent: Prof. Dr. Nils P. Heeßel
Zeit: MI 14.15-15.45
Beginn: 16.10.2019
Ort: DH 12 00A09

Der Kurs dient der Vertiefung der in den Modulen Akkadische Sprache I und II erlernten akkadischen Grammatik. Hierbei wird die bereits erlernte Grammatik vertieft und bei der Textlektüre eingeübt sowie komplexere Aspekte der akkadischen Grammatik vermittelt. Im Vordergrund steht die Lektüre von ausgewählten alt- und jungbabylonischen Texten und Textpassagen, wobei Kenntnisse über die textliche Überlieferung des Akkadischen vermittelt werden.

In diesem Jahr werden in dem Kurs Passagen aus altbabylonischen Königsinschriften und Auszüge aus den Annalen der neuassyrischen Könige gelesen, grammatisch analysiert und inhaltlich besprochen. Als Arbeitsgrundlage wird Rykle Borger, Babylonisch-assyrische Lesestücke, Analecta Orientalia 54, 3. rev. Auflage, Rom 2006 dienen.

Ištars Höllenfahrt

Seminar
Modul: Literatur: Akkadisch I (LV-10-769-102)
Dozent: Dr. Elyze Zomer
Zeit: DO 14.15-15.45
Beginn: 17.10.2019
Ort: DH 12 Büro EZ 00A44

Dieser Mythos dreht sich über den Abstieg der Göttin Ištar in die Unterwelt, der auch in einer sumerischen Fassung „Inannas Gang zur Unterwelt“ bekannt ist. Wir werden uns ausgehend vom Text mit der altorientalischen Vorstellung von der Unterwelt beschäftigen. Dafür werden wir auszugsweise auch andere Mythen (z.B. Nergal und Ereškigal, 12. Tafel des Gilgamesch-Epos) hinzuziehen und Zusammenhänge näher beleuchten.

Einführung in die sumerische Sprache I

Seminar
Modul: Einführung Sumerisch I (LV-10-769-104)
Dozent: Dr. Elyze Zomer
Zeit: DO 10.15–11.45
Beginn: 17.10.2019
Ort: DH 12 00A09

Das Sumerische ist eine der wichtigsten in Keilschrift überlieferten Sprachen des Alten Orients. Sumerisch wurde im 3. Jahrtausend v.Chr. im südlichen Mesopotamien gesprochen und starb bereits um 2000 v.Chr. als gesprochene Sprache aus, blieb aber bis zum Ende der Keilschriftkulturen die Sprache des Kultes und der Religion.

In diesem Kurs werden Sie Ihre ersten Schritte im Erlernen dieser faszinierenden Sprache, die keiner bekannten Sprachfamilie zugeordnet werden kann, machen. Sie erwerben Grundkenntnisse in sumerischer Grammatik und Lexik.

Cuneiforum

Seminar
Modul: Methoden der Altorientalistik (LV-10-772-999)
Dozent: Prof. Dr. Nils P. Heeßel
Zeit: DI 16.15-17.45
Beginn: 23.4.2019
Ort: DH 12 00A09

Dieses Seminar für fortgeschrittene Studierende dient der Einführung in die Edition altorientalischer Texte. Im Cuneiforum werden noch unpublizierte altorientalische Texte gemeinsam gelesen und um die Lesung und Deutung von Zeichen und Zeichenfolgen gerungen, wodurch die Kenntnisse in der Keilschrift, der Grammatik und Lexik geschult werden. Die Lektüre erfolgt anhand von Keilschriftautographien und Fotos der Tontafeln. Durch das „Ringen“ um die richtige Lesung werden die philologischen Methoden der Altorientalistik erlernt, angewendet und eingeübt. Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten mit Keilschriftkenntnissen.

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