Anna Christina Scheiter

Wiss. Hilfskraft m.A.

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Philipps-Universität Marburg Centrum für Nah- und Mittelost-Studien (CNMS) Fachgebiet Arabistik

Promotionsprojekt

‚Hama‘ als Erinnerungsfigur

Tabu, Schweigen und der Kampf um Deutungshoheit in der syrischen Literatur

Die Repräsentation und konkurrierende Deutungen des Massakers von Hama im Jahr 1982 in der syrischen Literatur sind das Thema dieses Promotionsprojekts.

Im Verlauf der syrischen Revolution von 2011 wurde sowohl auf Seiten der Revolutionäre als auch durch das Asad-Regime Bezug auf das fast 30 Jahre zurückliegende, jahrzehntelang tabuisierte und beschwiegene Massaker von Hama im Jahr 1982 genommen. Während das Regime die Proteste mit dem Aufstand Anfang der 1980er Jahre gleichsetzte, um sie zu diskreditieren, erschien andererseits erstmals eine Vielzahl an Zeugenberichten und literarischen Werken über das Massaker und das Gedenken daran wurde zu einem Teil des Narrativs der Revolution.

Ausgehend von der Annahme, dass die Erinnerung an dieses Ereignis nicht zufällig im Kontext eines offenen Kampfes um Macht und Deutungshoheit eine so bedeutende Rolle einnahm, sondern durch das Asad-Regime als ein Instrument der Machtausübung und -erhaltung eingesetzt wurde und dementsprechend eng mit dem Aushandeln von Machtverhältnissen verbunden ist, sollen Entwicklungen in literarischen Darstellung des Massakers herausgearbeitet und in Bezug zu Veränderungen in syrischen Machtstrukturen gesetzt werden.

Im Zentrum der Arbeit steht die Analyse von neun zwischen 1982 und 2017 veröffentlichten syrischen Romanen mit Fokus auf ihre Darstellung und Interpretation des Massakers, wobei diese immer innerhalb ihres gesellschaftlichen und politischen Kontextes betrachtet und in Bezug zum allgemeinen (offiziellen und Gegen-) Diskurs über Hama gesetzt werden. Um die Konstruktion der Figuration ‚Hama‘ nachvollziehen zu können, werden in den Texten Erinnerungsfiguren herausgearbeitet, die mit dem Massaker von Hama in Verbindung stehen. Das Ziel dieses Forschungsprojekts ist es, die diskursive Konstruktion des Massakers von Hama, dessen Bedeutung und Implikationen für die syrische Gesellschaft sowie diesbezügliche Entwicklungen herauszuarbeiten.

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