Michaela Meurer M. A.

Michaela Meurer
Foto: Lilli Obholz

Wiss. Mitarbeiterin

Kontaktdaten

+49 6421 28-22161 +49 6421 28-22140 michaela.meurer@ 1 Deutschhausstraße 3
35032 Marburg
F|04 Institutsgebäude (Raum: A017 bzw. 00/1170)

Organisationseinheit

Philipps-Universität Marburg Gesellschaftswissenschaften und Philosophie (Fb03) Institut für Vergleichende Kulturforschung - Kultur- und Sozialanthropologie und Religionswissenschaft (IVK) Kultur- und Sozialanthropologie (KSA)

Sprechstunde: nach Vereinbarung

Arbeitsbereich:
Umweltanthropologie

Schwerpunkte:
Regional: Lateinamerika (insbesondere brasilianisches Amazonasgebiet)
Sachthemen: Umweltanthropologie, Ethnologie der Globalisierung, Gemeingüterforschung

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    Geboren 1984 in Koblenz. 2004-2012 Studium der Ethnologie sowie Romanischen Literatur- und Sprachwissenschaft (Spanisch und Französisch) in Marburg und Heidelberg. Magisterarbeit bei Prof. Dr. Annette Hornbacher mit dem Titel: "Man and nature are two things, and man is master". Die Bedeutung eines anthropozentrischen Naturverständnisses im Kontext globaler Klimapolitik als Grundlage des Waldschutzinstrumentes REDD+.

    Seit 2011 freiberuflich tätig als Referentin in der politischen Bildungsarbeit u. a. für die GIZ, motivés e.V. und andere zivilgesellschaftliche Institutionen sowie seit 2012 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Marburg.

    Zurzeit Arbeit an der Dissertation zum Thema: Landrechte in der Resex Tapajós-Arapiuns (Brasilien). Perspektiven einer politischen Ontologie.

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    Landrechte in der Resex Tapajós-Arapiuns (Brasilien). Perspektiven einer politischen Ontologie.

    Im Rahmen meiner Dissertation analysiere ich einen Rechtspluralismus im Naturschutzgebiet Resex Tapajós-Arapiuns (Pará, Brasilien) aus politisch-ontologischer Perspektive und frage, welche unterschiedlichen Realitäten die hier zusammentreffenden normativen Ordnungen zum Ausdruck bringen und produzieren, welche Wechselwirkungen und Machtgefüge zwischen ihnen bestehen und welche Schlüsse dies für partizipative Umweltschutzpolitiken sowie für politisch-ontologische Theoriebildung zulässt.

    Die Resex Tapajós-Arapiuns ist ein Naturschutzgebiet mit gemeindebasierter Verwaltungsstruktur. Gemeinsam haben hier Bevölkerung, zivilgesellschaftliche und staatliche Akteur*innen zwischen 1999 und 2014 ein Nutzungsabkommen ausgehandelt, welches die Aneignung natürlicher Ressourcen regelt. Dieses hat nicht zu einer Verdrängung normativer Ordnungen in den Gemeinden im Naturschutzgebiet geführt, sondern besteht parallel zu und in Wechselwirkungen mit diesen. Die nicht-verschriftlichen normativen Ordnungen der Gemeinden äußern sich vor allem in Praktiken und Narrativen, die ich ausgehend von ethnographischen Daten beispielhaft für zwei Gemeinden herausarbeite und mit den Regelungen des verschriftlichten Nutzungsabkommens in Vergleich setze. Dabei zeigen sich in erster Linie formelle und inhaltliche Unterschiede. Darüber hinaus treten ontologische Differenzen zutage, beispielsweise im Hinblick darauf, wer oder was bei Aushandlungen im Kontext der Nutzung natürlicher Ressourcen agency besitzt und mitwirken kann. Ausgehend von diesem Befund und mit Blick auf praxistheoretische und politisch-ontologische Überlegungen gehe ich davon aus, dass diese normativen Ordnungen Realitäten (re-)produzieren, in denen bestimmte Entitäten existieren, spezifische Praktiken Wirksamkeit haben und dadurch bestimmte Rationalitäten bestehen. Die Realitäten sind dabei ontologisch unterschiedlich voneinander und bestehen doch nicht unabhängig voneinander. Eine solche Pluralität – nicht nur an normativen Ordnungen sondern auch an Realitäten – findet im Kontext gemeindebasierter Verwaltung von Naturschutzgebieten bisher keine Beachtung.

    Meine Arbeit basiert auf ethnographischen Daten, die ich in zwei Feldforschungen in der Forschungsregion mittels teilnehmender Beobachtung und qualitativen Interviews erhoben habe (09.2015 – 08.2016 sowie 07.2018 – 09.2018).

    Betreuer: Prof Dr. Ernst Halbmayer, Universität Marburg; Prof. Dr. Guido Sprenger, Universität Heidelberg

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen LehrveranstaltungenLehrveranstaltungen

    SoSe 2019 „No Nature, No Culture“ – und nun? Eine Einführung in die Umweltanthropologie (Seminar)

    WiSe 2018/19 Themen, Perspektiven und Praktiken der Kultur- und Sozialanthropologie  (Vorlesung mit Ernst Halbmayer, Dagmar Schweitzer de Palacios und Lena Schick)

    SoSe 2018 Empirische Methoden (Proseminar)

    WiSe 2017/18 Travelling beyond nature and culture - Umweltanthropologie im Kontext (Seminar)

    Rechercheteam (Forschungsseminar mit Ernst Halbmayer und Philipp Naucke, SoSe/WiSe 2017/18 und mit Lena Schick, SoSe/WiSe 2018/19)

    SoSe 2017 Wenn Fische sehen und Wälder denken – die ontologische Wende in der Anthropologie (Seminar)

    WiSe 2016/17 Land. (Umwelt-)Anthropologische Perspektiven (Seminar)

    WiSe 2014/15 Einführung in die Konzepte und Theorien der Umweltanthropologie (Seminar)

    Sose 2014 Ökologische Bewegungen heute: Ansätze, Standpunkte und Naturkonzepte (Seminar)

    Sose 2013 Zwischen lokal und global. Zentrale Theorien und Debatten zu Prozessen der Globalisierung (Seminar)

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen PublikationenPublikationen

    Meurer (2018):  Von Selbstbestimmung zu Mitbestimmung. Grenzen der Partizipation in gemeindebasierter Verwaltung von Regenwald. In Geographische Rundschau 12/2018 (Naturschutz. Teilhabe und Konflikte): 39-44.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen VorträgeVorträge

    2019. Amazonien. Jenseits von Klischees und Stereotypen. Vortrag im Rahmen eines Seminars für internationale Stipendiat*innen des KAAD, Münster

    2018. Sistemas de uso na Resex Tapajós-Arapiuns sob a ótica duma antropologia ontológica. Vortrag an der Universidade Federal do Oeste do Pará, UFOPA, Santarém.

    2018. Zur (Ohn-)Macht von Nicht-Menschen im Umweltschutz. Politische Ontologie zwischen Ethnologie und STS. Vortrag im „Labor: Sozialanthropologische Wissenschafts- und Technikforschung“ des Instituts für Europäische Ethnologie, HU Berlin.

    2017. Zur (Ohn-)Macht von Nicht-Menschen. Überlegungen zu "ontologischen" Dimensionen politischer Ökologie am Beispiel eines Naturschutzgebietes in Nordbrasilien. Vortrag bei der DGV-Tagung 2017 in Berlin.

    2017. Restructuring Spaces, Shifting Identities. Social and Political Dynamics in the RESEX Tapajós-Arapiuns in Northern Brazil. Vortrag im Rahmen der Konferenz „The Global South on the Move. Transforming Capitalism, Knowledge and Ecologies“ des Global South Study Centre in Köln.

    2016. Extrativismo no Baixo Tapajós: uma pesquisa antropológica na Resex Tapajós-Arapiuns. Vorstellung des Dissertationsprojektes am Instituto de Biodiversidade e Florestas der Universität UFOPA in Santarém, Brasilien.

    2015. Conflitos fundiários como resultados de projetos geopolíticos: o caso da aldeia do Novo Lugar. Beitrag beim III Colóquio de geografia do oeste do Pará in Santarém, Brasilien.

    2015. The Transformation of Land Rights as Political Tool for Conservation? A Case Study from Pará, Brazil. Vortrag bei der PhD Conference „Sustainable environmental politics and economy“ an der FU in Berlin.

    2014. The transformation of land tenure as an instrument for conservation? A case study from Pará, Brazil.  Posterpräsentation im Rahmen des Tropentages 2014 in Prag zum Thema „Bridging the gap between increasing knowledge and decreasing resources“.

    2014. Sojaanbau, Abholzung und Naturschutz am Unteren Amazonas. Ein ethnographischer Bericht. Vortrag im AnthroLab der Kultur- und Sozialanthropologie, Universität Marburg.

    2014. Damocracy. Zum friedlichen Widerstand gegen Staudammprojekte in Brasilien und der Türkei – Vortrag, Film und Diskussion. In Kooperation mit Benjamin Weineck (Religionswissenschaft Universität Bayreuth). Vortrag im Rahmen einer Filmreihe der Friedens- und Konfliktforschung der Universität Marburg.

    Weiteres:

    Organisation des 8. Doktorand*innen-Workshop für ethnographische Forschung vom 22.-24. April 2016 in Frankfurt am Main

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen ForschungsaufenthalteForschungsaufenthalte

    07.2018 – 09.2018 in Santarém, Pará, Brasilien (im Rahmen der Dissertation; gefördert durch MaRA)

    09.2015 – 08.2016 im Naturschutzgebiet Resex Tapajós-Arapiuns bei Santarém, Pará, Brasilien (im Rahmen der Dissertation; gefördert durch den DAAD)

    01. – 03.2013 sowie 09.2013 – 01.2014 in Santarém, Pará, Brasilien (im Rahmen des DFG-Forschungsprojektes Regenwaldzerstörung in Regionen peripherer Staatlichkeit: Umweltbeziehungen, Machtkonfigurationen und Handlungsstrategien lokaler Akteure in Amazonien)

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen MitgliedschaftenMitgliedschaften

    DGSKA - Deutsche Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie

    MARA - Marburg University Research Academy

    Curupira - Förderverein Kultur- und Sozialanthropologie in Marburg

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