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Projekte

Neues Handbuch zur Wirtschaftsgeschichte: In Kooperation mit Prof. Marcel Boldorf (Universität Lyon) wird Prof. Kleinschmidt eine neue Handbuchreihe zur Wirtschaftsgeschichte herausgeben (deGruyter Verlag), die nach systematischen Gesichtspunkten gegliedert ist und u.a. Themen wie "Recht", "Sport", "Wissenschaft", "Kunst" etc. umfaßt. Zunächst sind etwa 10-12 Bände in Planung. Für jeden Band sind eigene Herausgeber bzw. Herausgeberinnen verantwortlich. Prof. Kleinschmidt wird zusammen mit PD. Dr. Jan Logemann (Universität Göttingen) einen Band zur Konsumgeschichte edieren, der im Jahr 2019 erscheinen soll.

Die Behringwerke und die Philipps-Universität Marburg - Ein transdisziplinäres Forschungsprojekt: Die Geschichte der Behringwerke ist bis heute nur ansatzweise erforscht. Seit September 2017 wird der Bestand des Unternehmensarchivs der Behringwerke im Rahmen eines Verzeichnungsprojekts von Dr. Christoph Franke beim Universitätsarchiv verzeichnet. Das angedachte Projekt soll über diese individuellen Arbeiten hinaus die Möglichkeit eines universitätsweiten, interdisziplinären Austauschs unter Nutzung der neu erschlossenen Archivbestände bieten. Tatsächlich stellen die Behringwerke und ihre Forschungen damit eine Art Klammer dar, die inhaltlich zahlreiche Fachbereiche miteinander verbindet und die uns die Möglichkeit bietet, anhand eines konkreten Projektes über die Grenzen der einzelnen Wissenschaftskulturen hinaus ins Gespräch zu kommen. Für das Jahr 2020 ist ein Workshop geplant sowie im Anschluß daran eine Publikation, die die Beiträge aus unterschiedlichen Fachbereichen zusammenführt. Darüber hinaus sind dann weitere Aktivitäten im Vorfeld von „UMR 2027“ denkbar. Interessentinnen und Interessenten wenden sich bitte an Prof. Dr. Christian Kleinschmidt (christian.kleinschmidt@uni-marburg.de) oder an Dr. Christoph Franke (frankech@staff.uni-marburg.de).

Geschichte Sartorius AG: Im Auftrag der Sartorius AG erforscht Prof. Christian Kleinschmidt in Zusammenarbeit mit Prof. Hartmut Berghoff (Universität Göttingen) und Prof. Helmut Maier (Universität Bochum) die Geschichte eines der führenden Produzenten der Wäge- und Labortechnik bzw. der Biotechnologie. Dabei widmet er sich den Internationalisierungsstrategien von Sartorius im 19. und 20. Jahrhundert.

Unternehmen Eisenbahnbau. Deutsche Unternehmen und die Kolonien (Bearbeiterin: Dr. Nina Kleinöder): Die volkswirtschaftliche Bilanz der ehemaligen deutschen Kolonien („Schutzgebiete“, 1884-1918) in Afrika fällt in der historischen Bewertung vorwiegend negativ aus. Das Projekt hinterfragt dagegen umgekehrt, inwieweit doch eine differenziertere Bewertung aus mikroökonomischer Perspektive erfolgen kann. Tatsächlich waren es Investitionsmaßnahmen für Infrastrukturbauten, namentlich im Eisenbahnbau, die hier hervortraten. Im Forschungsvorhaben gilt es daher, aus Sicht der Unternehmensgeschichte Schnittstellen von formellem und informellem Kolonialismus zu hinterfragen, in dem nicht allein die erschließende Funktion, sondern die Baumaßnahmen an den Strecken selbst im Fokus stehen.

Deutsch-indische Unternehmensbeziehungen im unabhängigen Indien (Bearbeiter: Julian Faust, M.A.): Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Projekt mit dem Titel „Deutsche Unternehmen in Indien: Ökonomische Expansion und transnationale Verflechtung, 1950-1985“   setzt sich mit der Geschichte der westdeutschen Unternehmens- und Investitionsstrategien in Indien auseinander. Es behandelt Markterschließungspraktiken von international agierenden Unternehmen zwischen 1950 und 1985. Indien steht dabei beispielhaft für ökonomische, politische und geostrategische Interessen „des Westens“ an dekolonisierten Entwicklungsländern. Das unternehmenshistorische Forschungsprojekt wirft einen Blick auf Internationalisierungsprozesse sowie deren Rückwirkungen und untersucht Erwartungsbildungs- und Adaptionsprozesse beim Wiederaufbau der wirtschaftlichen Beziehungen in Indien nach 1945.