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Auf einen Blick

Die Wirtschafts- und Sozialgeschichte  ist aufgrund ihrer Fragestellungen, der theoretischen Ausrichtung und methodischen Vielfalt eine interdisziplinäre Wissenschaft, die die Grenzen von Fachbereichen und Disziplinen systematisch überschreitet und damit den Studierenden ein breit gefächertes Angebot mit hoher Anschlussfähigkeit an benachbarte Disziplinen – neben den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sind dies etwa die Ethnologie, die Geographie, die Demographie oder auch die Technik- und Ingenieurwissenschaften - bietet.

Die Wirtschaftsgeschichte fragt nach den Erscheinungsformen, den Antriebskräften, den Rahmenbedingungen und Folgen ökonomischer Phänomene und bedient sich dabei mikro- und makroökonomischer Theorien und Methoden.

Die Sozial- und Gesellschaftsgeschichte beschäftigt sich primär mit der Geschichte sozialer Strukturen und sozialer Ungleichheit, mit dem Wandel von Familie, Jugend und Geschlechterbeziehungen, mit Bevölkerungsgeschichte und Migration  - und in ihrer kulturalistischen Erweiterung mit Fragen der Alltags- und Mentalitätsgeschichte sowie der historischen Anthropologie, mit Weltbildern, Orientierungen, Wahrnehmungen und Sinnkonstruktionen.

Aufgrund des umfangreichen Themenspektrums und eines Betrachtungszeitraums, der sich über ein halbes Jahrtausend  vom ausgehenden Mittelalter bis zur Gegenwart erstreckt, bemüht sich das Fach Wirtschafts- und Sozialgeschichte in Marburg, einerseits in der Lehre ein breites Überblickswissen zu vermitteln, andererseits ein spezifisches Profil auszubilden, wobei hier die Schwerpunkte auf dem Gebiet der deutschen und internationalen Wirtschaftsgeschichte, speziell der Unternehmens-, der Konsumgeschichte sowie der modernen Kulturgeschichte liegen. Dabei sollen sowohl die Bedürfnisse der Lehramtsstudierenden durch ein Angebot von Veranstaltungen, die sich an den schulischen Curricula orientieren, als auch die Inhalte anderer Berufsfelder in Form einer forschungsorientierten Lehre, abgedeckt werden.

Die meisten Absolventen der Wirtschafts- und Sozialgeschichte in Marburg gehen ins Lehramt oder finden in der Industrie eine Anstellung, vorrangig in Unternehmensarchiven oder in den Abteilungen für Unternehmenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Ferner bieten sich die Berufsfelder Museum (Freilichtmuseum, Industriemuseum) und Archiv (Staats- und Stadtarchive, Unternehmensarchiv) an. Darüber hinaus besitzen Historiker und Historikerinnen aufgrund ihrer breiten wirtschafts- und gesellschaftswissenschaftlichen Kenntnisse gute Voraussetzungen für Berufe im Medienbereich (Journalismus).

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