05.05.2022 Alfred-Wegener-Dissertationspreis für den Jahrgang 2021 vergeben

Der fachbereichsinterne Preis für eine besonders herausragende Dissertation geht an Felix Widdascheck.

Foto: Maximilian Dreher
Preisträger Felix Widdascheck

Felix Widdascheck, der in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Gregor Witte promovierte, erhält den Preis, der mit 4.000 Euro dotiert ist, für seine Dissertation "Präparation und Charakterisierung molekularer Kontaktschichten zur Modifikation der Austrittsarbeit von Edelmetalloberflächen", die sich mit der Fragestellung der Energieniveau-Anpassung an der Grenzfläche zwischen Metallelektroden und organischen Halbleiterfilmen beschäftigt. Aufgrund der unterschiedlichen Energieniveaus in Metallen und organischen Halbleitern tritt an diesen Grenzflächen eine Energiebarriere auf, die für die Injektion von Ladungsträgern überwunden werden muss. Solche Barrieren führen zu Verlustleistungen, reduzieren die erreichbare Ladungsträgermobilität und damit auch die Schaltfrequenz von organischen Transistoren. Im Rahmen seiner Forschungsarbeit ist es Felix Widdascheck gelungen, die Grenzflächendipole gezielt zu modifizieren und dadurch die Injektionsbarrieren zu reduzieren. Hierbei konnte er die Lücke schließen zwischen Modellstudien molekularer Kontaktprimer-Schichten an idealisierten Oberflächen (einkristalline Substrate, präzise Bedeckungskontrolle unter UHV Bedingungen) und Kontaktschichten in realen Bauelementen (polykristalline Elektroden, reale Prozessbedingungen bei Massenfertigung).

„Beeindruckend ist die Vielfalt und Komplexität der Methoden, die Herr Widdascheck eingesetzt hat, wie z. B. die Rastertunnel- und Rasterkraftmikroskopie, Kelvin-Sonden Austrittsarbeitsmessungen und Synchrotron-basierte Photoelektronenspektroskopie sowie thermische Desorptionsspektroskopie und optische Absorptionsspektroskopie.“, berichtet Prof. Dr. Gebhard, Vorsitzender des fünfköpfigen Auswahlgremiums. Dabei wurden die Messungen nicht nur in Marburg, sondern auch an internationalen Forschungseinrichtungen, wie dem Berliner Synchrotron BESSY II und dem Synchrotron Diamond in Großbritannien durchgeführt.

„Neben der Methodenvielfalt hat auch die Publikationsleistung von Herrn Widdascheck das Auswahlgremium überzeugt.“, so Prof. Gebhard weiter, „Insgesamt sind aus seiner Doktorarbeit neun Veröffentlichungen bei hochangesehenen internationalen Zeitschriften, darunter Advanced Functional Materials hervorgegangen.

Auch Prof. Dr. Martin Koch, Dekan des Fachbereichs Physik äußerte sich sehr erfreut: „Es ist ein Privileg, junge talentierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit einem solchen Preis würdigen und unterstützen zu können. Wir sind daher der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung, die das Preisgeld zur Verfügung stellt, sehr dankbar.“

Der FBR des Fachbereichs Physik traf die Entscheidung über die Preisvergabe in seiner Sitzung am 27. April 2022. Er folgte damit der Empfehlung der Auswahlkommission.

Der Preis wird jährlich ausgeschrieben und soll zum einen den wissenschaftlichen Fortschritt würdigen, der mit der ausgezeichneten Arbeit erreicht wurde, und zum anderen eine breitere wissenschaftliche Öffentlichkeit auf diese besondere Leistung aufmerksam machen.

Aufgrund des weiterhin sehr unvorhersebaren Infektionsgeschehens ist die akademische Feier anlässlich der Preisverleihung für den Sommer geplant. Ort und Termin werden rechtzeitig bekannt gegeben.