30.04.2026 Fachbereich Physik zeichnet junge wissenschaftliche Talente aus
Alfred-Wegener-Preis für den Jahrgang 2025 geht an Dr. Lara Heidrich und an Dr. Yurii Radiev
Seit 2019 vergibt der Fachbereich Physik den Alfred-Wegener-Preis und würdigt damit den wissenschaftlichen Fortschritt, den herausragende Nachwuchswissenschaftler*innen erzielt haben. In diesem Jahr geht die Auszeichnung zu gleichen Teilen an Dr. Lara Heidrich, AG Halbleiterphotonik, für ihre Dissertation Tracing the Crystallization of Poorly Soluble Drugs by Terahertz Time-Domain Spectroscopy und an Dr. Yurii Radiev, AG Molekulare Festkörperphysik, für seine Dissertation Reducing the Contact Resistance in p- and n-Channel Thin-Film Organic Field-Effect Transistors.
Dr. Lara Heidrich hat in Kooperation mit der Arbeitsgruppe von Prof. Cornelia Keck, Fachbereich Pharmazie, im Rahmen ihrer Forschung das Potenzial der Terahertz-Zeitbereichs-Spektroskopie zur Kristallinitätsanalyse bei schwerlöslichen pharmazeutischen Wirkstoffen untersucht. Um die Bioverfügbarkeit von pharmazeutischen Wirkstoffen zu verbessern, werden sie häufig in amorpher Form verabreicht. Da dieser Zustand jedoch nicht langfristig stabil ist und es im Laufe der Zeit zu einer Rekristallisation kommt, ist eine zuverlässige und genaue Analyse des amorphen bzw. kristallinen Zustands von hoher Relevanz.
In drei Teilprojekten, die jeweils in eine Publikation mündeten, hat Frau Heidrich die Genauigkeit und hohe Leistungsfähigkeit der Terahertz-Zeitbereichsspektroskopie für diesen Zweck nachgewiesen und insbesondere belegt, dass diese Technik einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung stabiler und damit wirksamerer Arzneimittel leistet. Die Arbeit ist damit von hoher Relevanz vor allem für die pharmazeutische Anwendung.
„Es war mir eine große Freude Lara Heidrich zu betreuen. “, kommentiert Prof. Dr. Martin Koch die Nachricht über die Auszeichnung seiner ehemaligen Doktorandin. „Ihre Forschungstätigkeit zeichnete sich stets durch ein außerordentliches Engagement, einzigartige Selbstständigkeit und Eigeninitiative sowie herausragende wissenschaftliche Qualität aus.“
Dr. Yurii Radiev ist es im Rahmen seines Promotionsprojektes gelungen, eine vollständig Hochvakuum-basierte Prozesskette zur Fertigung von organischen Feld-Effekt Transistoren (OFETs) sowie zu der Vermessung von Transistor-Kennlinienfeldern unter Hochvakuumbedingen zu konzipieren und aufzubauen. Seine Arbeit weist eine signifikante Anwendungsrelevanz auf, sowohl in der Grundlagenforschung als auch für eine Fakten-basierte Weiterentwicklung zukunftsfähiger organischer Elektronikgeräte. Sie leistet insbesondere einen bedeutenden Beitrag zur zuverlässigen Geräteentwicklung, zur Optimierung der Gerätearchitektur, zur Weiterentwicklung von Hochfrequenz- und Hochleistungsschaltungen, zur Ermöglichung neuartiger Gerätekonzepte sowie zur Verbesserung von Sensor- und Speicherbauelementen. Die Erkenntnisse, die Herr Radiev gewonnen hat, können direkt zur Beschleunigung der Entwicklung von leistungsstarken, zuverlässigen und kommerziell nutzbaren organischen Elektronikbauelementen angewendet werden.
„Ich freue mich, dass der Fachbereich Physik mit seiner Entscheidung, die herausragende Dissertationsleistung von Yurii Radiev würdigt.“, so sein Betreuer, Prof. Dr. Gregor Witte. „Er hat im Rahmen seines Promotionsprojektes eine große Vielseitigkeit und die Fähigkeit bewiesen, Forschung auf hohem wissenschaftlichen Niveau zu betreiben.“
Der Fachbereichsrat des Fachbereichs Physik traf die Entscheidung über die Preisvergabe in seiner Sitzung am 26. April 2029 und folgte damit der Empfehlung der Auswahlkommission.
Die akademische Feier anlässlich der Preisverleihung findet im Rahmen der diesjährigen Graduierungsfeier des Fachbereichs Physik am 3. Juli 2026 um 16 Uhr statt.