05.05.2026 Girls‘ Day 2026
So spannend kann Physik sein
„Von der Werkstatt ins Labor – Dein Tag in der Welt der Physik“ – unter diesem Motto stand der diesjährige Girls’ Day am Fachbereich Physik. Das Angebot war, wie in den vergangenen Jahren, zweigeteilt. Vormittags konnten die elf Schülerinnen der Klassen 7 bis 9 in Kleingruppen praktische Erfahrungen in einem der drei technischen Bereiche des Fachbereichs sammeln.
Georg Otto führte durch den historischen Hörsaal, der die Teilnehmerinnen mit seinem knarrenden alten Parkettboden und den beeindruckenden Versuchsaufbauten in die Welt der Experimentalvorlesungen am Fachbereich Physik versetzte. Im praktischen Teil wurden Luftballons mit schwerem Gas gefüllt.
In der Elektronik-Werkstatt und in der feinmechanischen Werkstatt beeindruckten technische Geräte und (große) Maschinen die Teilnehmerinnen. Angeleitet durch Daniel Immel, Leiter der E-Werkstatt, und Hermann Günther, Leiter der feinmechanischen Werkstatt, konnten die Schülerinnen auch hier selbst aktiv werden und beim Löten einer Solarlampe im Marmeladenglas und bei der Anfertigung eines Geduldsspieles aus Draht ihr handwerkliches Geschick testen.
Am Nachmittag folgten spannende Angebote aus der Wissenschaft und Forschung, die die Mädchen wiederum in Kleingruppen erkundeten.
Unter Anleitung von Isabell Ronge untersuchten die Schülerinnen in der AG Halbleiterspektroskopie mit einem Schuhkarton-Spektrometer verschiedene Lichtquellen und das Phänomen der Fluoreszenz.
Karoline Möhr und Aaron Tolksdorf, Doktorand*innen der AG Komplexe Systeme, führten die Schülerinnen in die Welt des Programmierens ein. Mit Hilfe von Programmierbausteinen konnten die Mädchen einen sogenannten Arduino Mikrocontroller programmieren und dadurch zwei LEDs so steuern, dass sie zwei verschiedene Morsecodes sendeten. Dabei mussten sie, wie Programmierer*innen im echten Leben, einen Fehler in ihrem Programm finden und beheben.
In der AG Ultraschnelle und Kohärente Phänomene konnten sich die Schülerinnen ein Laser- und Photoemissionslabor anschauen. In lockerer Runde erklärten ihnen Marcel Reutzel, Leiter der AG, Nadja Vormanek, Jakob Conrad und Tim Bergmeier die experimentellen Aufbauten und informierten über 2D-Materialien wie Graphen und deren Bedeutung für Solarzellen. Anschließend hatten die Schülerinnen die Möglichkeit in der Hörsaalvorbereitung bei kleineren Experimenten zur Optik mitzumachen und erhielten erste Einblicke z. B. in die Funktionsweise von Glasfaserkabeln.
Die Federführung für den Girls’ Day am Fachbereich Physik lag bei Dr. Catrin Ellenberger, der Leiterin der AG Didaktik der Physik, die das „Begleitprogramm“ moderierte und die Schülerinnen durch den Tag begleitete. In der einleitenden Begrüßungsrunde konnten sich die Schülerinnen, die aus einem großen Einzugsgebiet kamen, gegenseitig kennenlernen und bekamen einen ersten Eindruck von dem Physikstudium und den Tätigkeiten von Wissenschaftler*innen am Fachbereich Physik. Während der Frühstückspause nach der ersten praktischen Einheit konnten sich alle für die zweite Phase stärken und natürlich war auch Zeit, sich rege über das bis dahin erlebte auszutauschen. Darüber hinaus war auch die Meinung der Schülerinnen zum Physikunterricht gefragt, denn sie konnten an einer anonymen Umfrage zu dem Thema "Mädchen und Physikunterricht" teilnehmen, die eine Lehramtsstudierende im Rahmen einer wissenschaftlichen Hausarbeit durchführte.
Am Ende ihres Tages in der Welt der Physik verließen elf begeisterte Schülerinnen den Fachbereich Physik mit dem Wissen, dass Physik „ein schönes und interessantes Fach ist“.