01.04.2026 Meine Meinung: Besser, als ewig zu googeln

Nutzen Sie Künstliche Intelligenz? Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht? Wir fragten Beschäftigte aus Wissenschaft, Technik und Verwaltung.

Foto: Johannes Scholten
Auch Bilder lassen sich mithilfe von Künstlicher Intelligenz am Computer erzeugen.

English version below: Better than spending ages Googling

Julia Ullrich, Geschäftszimmer des Instituts für Germanistische Sprachwissenschaft: Ich verwende KI nur im privaten Kontext zur Recherche; statt ewig Google zu durchsuchen, habe ich ganz schnell eine erste Idee. Ich habe eigentlich ausschließlich gute Erfahrungen gemacht, die Antworten waren verlässlich. Ich würde es auch bei der Arbeit nutzen, aber ich wusste nicht, dass die Universität eine Anwendung bereit stellt. Wenn es schnell gehen muss, fände ich es gar nicht schlecht. Es könnte helfen, administrative Aufgaben zu unterstützen. 

Martina Kepper, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Evangelische Theologie: Ich bin Philologin und Sprachdozentin und nutze KI für das Korrigieren von Übersetzungen aus alten Sprachen. Ich überprüfe, wie weit die KI da hilfreich sein kann. Ich lasse mir gerne wissenschaftliche Aufsätze zusammenfassen, um zu schauen, ob der Text für meine wissenschaftliche Arbeit passt. Die KI kann sehr gut mechanische Arbeiten übernehmen. Aber in meinem Bereich gibt es noch keine Möglichkeit, das Erlernen und Beherrschen von alten Sprachen überflüssig zu machen.

Roland Weber, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Fachdidaktik Mathematik: Ja, ich habe KI schon benutzt. Für viele Sachen passen die Ergebnisse nicht, sie sind nicht verlässlich. Ich habe es ausprobiert und war genervt, weil es nicht zu dem gepasst hat, was ich gebraucht habe. Dass die Uni das anbietet, finde ich sehr sinnvoll; ich möchte keinen privaten Account dafür anlegen. Ich arbeite viel mit Schulbuchauszügen, die habe ich mittels KI transkribiert, als ich sehbehinderte Studierende hatte – das war eine Anwendung, die sehr hilfreich war! 

Fabienne Quennet, Geschäftsführerin des Sprachenzentrums (kommissarisch): Ich nutze Künstliche Intelligenz, um zum Beispiel Arbeitsblätter für den Fremdsprachenunterricht zu erstellen, und um eigene Texte Korrektur zu lesen. Ich verwende sie aber auch zur Vorbereitung für Workshops: Ich unterrichte akademisches Schreiben mit und ohne KI und nutze Künstliche Intelligenz natürlich selber in der Vorbereitung, um das auszuprobieren. Auch die Studierenden werden das unter meiner Anleitung nutzen. Man muss die Antworten der KI genau ankucken, darauf muss man stark achten.

Michael Knoll, Betriebstechnik: Ich bin Vorarbeiter in der Kältetechnik, da verrichte ich nicht ausschließlich Büroarbeiten, da gibt es auch handwerkliche Tätigkeiten. Ich nutze KI gar nicht, auch nicht privat. Wenn ich eine E-Mail oder einen Text schreibe, habe ich das lieber selber in der Hand. Man weiß ja nicht, wo die Daten gespeichert werden, das muss nicht sein. Ich wüsste gar nicht, welches Programm ich dazu nutzen sollte. Wenn das dienstlich gewünscht würde, vielleicht zur Zeitersparnis, hätte ich kein Problem damit. Ich sehe aber keine Notwendigkeit dafür.

Rubrik 'Meine Meinung' aus Andererseits Winter 2025/26: "Das ist viel wert!"

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My opinion: Better than spending ages Googling

Do you use artificial intelligence? What has been your experience with it? We asked employees from the fields of science, technology and administration.

Julia Ullrich, Office of the Institute of German Linguistics: I only use AI for research in my private life; instead of spending ages searching Google, I can get an initial idea very quickly. I’ve actually had nothing but positive experiences – the answers have been reliable. I’d use it at work too, but I didn’t know the university provided an application. If I need something done quickly, I wouldn’t mind it at all. It could help with administrative tasks. 

Martina Kepper, Research Fellow, Protestant Theology: I am a philologist and language lecturer, and I use AI to check translations from ancient languages. I am exploring just how helpful AI can be in this regard. I like to have academic essays summarised to see if the text is suitable for my research. AI is very good at handling mechanical tasks. But in my field, there is still no way of making the learning and mastery of ancient languages redundant.

Roland Weber, Research Assistant, Mathematics Education: Yes, I’ve used AI before. For many things, the results aren’t suitable; they’re not reliable. I tried it out and found it frustrating because it didn’t match what I needed. I think it makes a lot of sense for the university to offer this; I wouldn’t want to set up a private account for it. I work a lot with extracts from school textbooks, which I had transcribed using AI when I had visually impaired students – that was an application that was very helpful! 

Fabienne Quennet, Director of the Language Centre: I use artificial intelligence, for example, to create worksheets for foreign language lessons and to proofread my own texts. But I also use it to prepare for workshops: I teach academic writing both with and without AI, and naturally use artificial intelligence myself in my preparation to try it out. The students will also use it under my guidance. You have to look closely at the AI’s answers; you really need to pay close attention to that.

Michael Knoll, Plant Engineering: I’m a foreman in refrigeration engineering; I don’t just do office work, I also carry out hands-on tasks. I don’t use AI at all, not even in my private life. When I write an email or a text, I prefer to do it myself. You never know where the data is stored, and I don’t want that. I wouldn’t even know which programme to use for that. If it were required for work, perhaps to save time, I wouldn’t have a problem with it. But I don’t see any need for it.

'My Opinion' column from Andererseits Winter 2025/26: ‘That’s worth a lot!’