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Afrikas Kampf um seine Kunst. Geschichte einer postkolonialen Niederlage.

Vortrag von Prof. Dr. Bénédicte Savoy im Rahmen der Ersten Marburger Wissenschaftsgespräche

Veranstaltungsdaten

18. Januar 2021 18:30 – 18. Januar 2021 20:00

Online via Webex

Die Marburger Wissenschaftsgespräche sind eine neue Veranstaltungsreihe, die gleichermaßen disziplinär anspruchsvoll wie auch interdisziplinär anregend ist und zudem die Öffentlichkeit anspricht. Die Philipps-Universität lädt dafür Gäste ein, deren Forschung neue Perspektiven eröffnet, auch über den disziplinären Horizont hinaus. Die Marburger Wissenschaftsgespräche bringen diese Gäste in Dialog – mit den Forschenden unserer Universität und auch mit der Marburger Öffentlichkeit. Erster Gast im Rahmen dieser neuen Reihe ist die Kunsthistorikerin Prof. Dr. Bénédicte Savoy.

Prof. Dr. Bénédicte Savoy leitet an der TU Berlin das Fachgebiet Kunstgeschichte der Moderne und beschäftigt sich aktuell mit der Frage der „Translokationen“ von Kunstwerken, insbesondere mit Bezug auf die Kolonialzeit. Mit ihr zusammen werden Marburger Forscherinnen und Forscher grundsätzlich die Frage des Umgangs der Geisteswissenschaften mit „fremdem“ Kulturgut diskutieren: Über das „Fremde“ und das „Eigene“. Vom schwierigen Umgang der Geisteswissenschaften mit Kulturgut. Dazu wird ein interdisziplinäres Symposium durchgeführt, zudem ein Kolloquium für Forscherinnen und Forscher in der Qualifikationsphase. Mit dem öffentlichen Festvortrag wird auch die Marburger Öffentlichkeit ins Gespräch mit Prof. Dr. Bénédicte Savoy einbezogen.

"Afrikas Kampf um seine Kunst. Geschichte einer postkolonialen Niederlage"

West-Deutschland im Frühjahr 1979. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet auf einer ganzen Seite über ein Symposium, das wenige Tage zuvor in Lindau zu Ende gegangen ist: Museen und die Dritte Welt. In freier Anlehnung an Karl Marx’ oft zitierte Formel beginnt der Artikel mit der Feststellung: „Seit etwa sechs Jahren geht ein Gespenst um in europäischen Museen, kurz Restitution genannt.“ In der Tat hatte eine 1973 in New York verabschiedete Resolution der UNO überall in der Welt – besonders in Europa und speziell in Deutschland – eine breite und hitzige, heute völlig vergessene Debatte ausgelöst, deren Spuren sich in zahlreichen Archiven befinden.

In Frankreich, Belgien, Großbritannien, aber auch und besonders in Deutschland entwickelten daraufhin Museumsfunktionäre unterschiedliche Strategien, um mit diesen Forderungen aus der „Dritten Welt“, wie es damals hieß, umzugehen. In einer vertraulichen Stellungnahme der deutschen Unesco-Kommission hieß es im Sommer 1978: „Die Länder der Dritten Welt sind entschlossen, ihr Kulturgut wiederzuerlangen und daheim zu präsentieren“. Die Lage schien ernst, viele Museen machten mobil.

Der Vortrag stützt sich auf alte Korrespondenzen, Handreichungen, Sitzungsprotokolle und Vermerke, die in den Dienstzimmern der damaligen Museumsverantwortlichen in Berlin, Stuttgart, München, Köln etc. entstanden sind. Er lässt in die Vergangenheit aktueller Verkrampfungen blicken und skizziert den Horizont für eine mögliche Zukunft.

Entgegen der urspünglichen Planungen können nur die Teilnehmenden von Symposium und Kolloquium den Vortrag live vor Ort verfolgen. Die Öffentlichkeit kann sich den Vortrag live per Videostream anschauen und sich im Anschluss an den Vortrag auch an der Diskussion beteiligen.

Den Einwahllink für den Festvortrag finden Sie am Tag der Veranstaltung unter: https://uni-marburg.de/t7PGB

Auf unseren Webseiten finden Sie zudem  weitere Informationen zu den Marburger Wissenschaftsgesprächen mit Bénédicte Savoy.

Referierende

Prof. Dr. Bénédicte Savoy, Leiterin des Fachgebiets Kunstgeschichte der Moderne an der TU Berlin

Veranstalter

Die Marburger Wissenschaftsgespräche sind eine Veranstaltung des Präsidiums der Philipps-Universität. Sie werden organisiert von "UMR 2027 - Interaktion in Forschung und Lehre ausbauen". Die wissenschaftliche Leitung der ersten Ausgabe liegt bei Prof. Dr. Hubert Locher, Direktor des Deutschen Dokumentationszentrums Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg.

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