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Gute Wissenschaft braucht gute Arbeitsbedingungen!

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Für eine Reform der Personalstruktur und Berufswege in der Hochschule

Die GEW/ver.di-Senatsliste

Die GEW/ver.di-Senatsliste vereinigt Wissenschaftler*innen aus vielen Fachbereichen und Einrichtungen, unbefristet Beschäftigte ebenso wie Kolleg*innen auf befristeten Qualifikationsstellen, GEW- und ver.di-Mitglieder genauso wie nicht organisierte Kollegen*innen. Unsere Liste engagiert sich seit Jahren in den Gremien der Universität für gute Arbeitsbedingungen, eine demokratische Hochschule sowie Wissenschaft in gesellschaftlicher Verantwortung. Im Senat, dem zuletzt im Jahr 2004 weiter entmachteten aber einzigen demokratischen Mitwirkungsgremium auf Universitätsebene, streiten wir für Nachwuchsförderung, Geschlechtergerechtigkeit, Qualifizierungsangebote und dafür, gemeinsam und demokratisch an Perspektiven für die Universität zu arbeiten, statt sich von einem vermeintlichen Sachzwang zum nächsten zu wursteln. Kontakte zu anderen Gewerkschafter*innen, zu Wissenschaftler*innen in der Personalvertretung und an anderen Hochschulen erleichtern uns die Arbeit. So bleiben wir informiert und können, wo das sinnvoll ist, auch gemeinsam handeln.

Wer sich für die aktuellen Themen an der Universität und für die Arbeit in ihren Gremien interessiert, ist gern bei einem unserer regelmäßigen Treffen willkommen. Kontakt über: 

Zu finden sind wir außerdem auf Twitter unter https://twitter.com/GewVer

Den Mittelbau stärken

Der akademische Mittelbau betreibt rund 80 Prozent der Forschung und 60 Prozent der Lehre und gehört damit zu den wichtigsten Leistungsträgern an der Universität. Leider wird das oft nicht honoriert: Abhängigkeit, Fremdbestimmung und Befristung prägen die Arbeitsverhältnisse; eine sich stetig verschlechternde Stellensituation und schlechte Qualifizierungsperspektiven bestimmen meist den Alltag. Oft werden die Wissenschafter*innen im Mittelbau nicht beteiligt, wenn Entscheidungen getroffen werden – auch, wenn sie selbst betroffen sind. Die Gewerkschaften fordern schon lange bessere Beschäftigungsbedingungen sowie eine aufgabengerechte Personalstruktur und -ausstattung der Hochschulen. Den örtlichen Missständen versuchen wir mit unserem Engagement in Senat, Kommissionen und Fachbereichsräten entgegenzuwirken.

Unsere Anliegen im Senat

Das Hauptaugenmerk der Senatsliste GEW/ver.di liegt auf der Arbeit im Senat und dessen Ausschüssen. In diesen Gremien wollen wir vor allem prekäre Arbeitsverhältnisse verbessern!

Außerdem setzen wir uns für folgende Themen ein:

 Den Umgang mit Corona fair und demokratisch gestalten!

Wir fordern eine automatische Verlängerung aller befristeten Beschäftigungsverhältnisse um die Dauer der Corona-Pandemie. Dabei soll die doppelte Belastung von Familien mit Kindern, die zu Hause betreut werden, berücksichtigt werden. Nicht zuletzt deshalb ist Forschung für viele Mitarbeiter*innen nur eingeschränkt möglich. Archive sind geschlossen, Feldforschung ist nicht möglich etc. All diesen Nachteilen muss durch die Universität Rechnung getragen werden!

Digitalisierung verantwortungsvoll konzeptionieren!

Wir setzen uns dafür ein, dass bei der Lehre auf Distanz und der zunehmenden Digitalisierung der universitären Lehre datenschutzrechtliche Normen eingehalten und Open Source-Anbieter genutzt werden. Dafür braucht es langfristige Konzepte unter Einbeziehung der Beschäftigten. Wir fordern eine universitäre Leitlinie für digitale Lehre!

 Befristungsseuche eindämmen!

Wir arbeiten im Senat intensiv an der Ausgestaltung von lokalen Regelungen für die Befristung von Beschäftigungsverhältnissen mit. So konnten mit der Befristungsleitlinie z.B. durch Regelungen für Mindestvertragslaufzeiten, Verbesserungen für die Beschäftigten erzielt werden, die über die tarifvertraglichen und rechtlichen Vorgaben hinaus weisen. Bei den aktuell geplanten Veränderungen der Leitlinie setzen wir uns für weitere Verbesserungen, z.B. durch faire Verlängerungsregeln bei Betreuungszeiten ein.

 Lehre ernst nehmen!

Wir unterstützen die Förderung von Engagement in der (digitalen) Lehre und setzen uns für bessere Betreuungsschlüssel in den Seminaren ein. Teamwork soll gefördert und Reflexions-räume über Lehre sollen in der universitären Selbstverantwortung fest verankert werden. Lehranfänger*innen sollen besser unterstützt werden, z.B. durch die Erstellung eines Leitfadens für unterschiedliche Lehrszenarien, oder durch das Angebot eines Coachings, das auf die Bedürfnisse der Lehranfänger*innen abgestimmt ist.

Teilzeitmodelle und Job-Sharing voranbringen!

Die einen haben zu viel Arbeit, andere zu wenig. Wenn (Alters-)teilzeit auch für Professor*innen ermöglicht wird, kann das Karriereoptionen für Beschäftigte im Mittelbau eröffnen. Wir setzen uns dafür ein, dass durch Job-Sharing und Sabbatzeiten Nachwuchs-Karrieren erleichtert werden! Beispiele dafür sollten als good practice in der Öffentlichkeit präsentiert werden!

Hochschule wirklich familienfreundlich machen!

Eine wissenschaftliche Karriere und Familienarbeit zu verbinden stellt auch heute noch eine große Herausforderung dar. Unterstützungsstrukturen und arbeitsvertragliche Rahmenbedingungen passen aus unserer Erfahrung noch nicht zu den aktuellen Lebensrealitäten von Beschäftigten mit Kindern oder Beschäftigten, die Angehörige pflegen. Wir setzen uns für eine kontinuierliche Verbesserung der Vereinbarkeit von wissenschaftlicher Karriereplanung und Familienarbeit ein und prüfen bei jeglichen Satzungen und Ordnungen, welche Auswirkungen diese auf Fragen der Vereinbarkeit haben. In den vergangenen Wahlperioden konnten wir so schon auf einige Probleme und Missstände hinweisen und wichtige Verbesserungen bewirken.

Nachwuchs-Karrieren in der Wissenschaft ermöglichen!

Beispiel Tenure-Track-Verfahren: Durch das Bund-Länder-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses wird zukünftig ein Teil der frei werdenden Professuren als Qualifikationsprofessuren mit Tenure-Track ausgeschrieben werden. Wir haben im Senat an der lokalen Umsetzung im Rahmen einer Tenure-Track-Satzung sowie eines Personalentwicklungskonzepts mitgearbeitet. Dabei wurde beispielsweise auf unseren Antrag hin die zentrale Tenure-Track-Kommission der Philipps-Universität, die ursprünglich nur aus Professor*innen bestehen sollte, um Mitglieder der Beschäftigten sowie der Studierenden erweitert. Da sich mit dem Programm die Karrierewege für den wissenschaftlichen Nachwuchs deutlich ändern werden, ist die Mitbestimmung in der zentralen Kommission ein wichtiger Erfolg, um dort die Interessen und Perspektive des Mittelbaus einzubringen.

 Wissenschaft frei und offen gestalten!

Wir setzen uns in den Gremien der Philipps-Universität für eine offene und freie Wissenschaft in Verantwortung ein. Dazu gehört in unserem Verständnis, dass wir über die Ordnungen und Leitlinien der Universität Rahmenbedingungen schaffen, dass z.B. neue Formate der Wissenschaftskommunikation wie das wissenschaftliche Bloggen oder neue Formate der Publikation (Datenpublikation, Softwarepublikationen) als relevante wissenschaftliche Leistungen anerkannt und gewürdigt werden.

 Kommunikation in der Hochschule transparenter machen!

Die Arbeit des Senats und der verschiedenen anderen Gremien sind wichtig für die Entwicklung der Philipps-Universität, für die Arbeitsverhältnisse sowie die Rahmenbedingungen von Forschung und Lehre. Aus unserer Sicht mangelt es aber am Austausch zwischen den Vertreter*innen in diesem Gremien und den Beschäftigten in den Fachbereichen und Einrichtungen. Wir haben daher bereits die ILIAS-Gruppe "Das hochschulpolitische Forum" gegründet, das diese Kommunikation verbessern und beleben soll. In der Gruppe sind alle Beschäftigten herzlich dazu eingeladen, sich über unsere Arbeit im Senat zu informieren sowie über die anstehenden Punkte zu diskutieren. Wir setzen uns im Senat für eine transparente und offene Hochschulpolitik ein und möchten mit diesem Beispiel vorangehen.

 Vernetzung fördern - zwischen Statusgruppen und uniübergreifend!

Wir setzen uns für die Vernetzung im Mittelbau ein und sind aktiv in der hessenweiten Mittelbauinitiative im gemeinsamen Kampf für bessere Arbeitsbedingungen!

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