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Helianthus annuus - Gewöhnliche Sonnenblume Helianthus annuus - Gewöhnliche Sonnenblume
(Asteraceae - Korblütengewächse)

Die Gewöhnliche Sonnenblume ist die einzige Weltwirtschaftspflanze, die aus Nordamerika kommt (Urformen wachsen in Utah, Arizona, westliches Kanada). Sie wurde im 16. Jahrhundert durch die Spanier zunächst als Zierpflanze nach Europa gebracht. Erst im 19. Jahrhundert wurde sie besonders in Russland als Ölfrucht angebaut und dort auch züchterisch am meisten weiterentwickelt. Heute wird sie bei uns als Ölfrucht, Zier- und Futterpflanze kultiviert. Bei der Verwendung als Futterpflanze erfolgt die Ernte vor der Blüte, die Blätter werden als Grünfutter verwendet oder siliert. Bei Zierformen können die Zungenblüten auch blassgelb, orange oder rotbraun sein, und es gibt Sorten, bei denen alle Blüten zungenförmig (Köpfe gefüllt) oder alle Blüten verlängert röhrenförmig sind.
Die Samen enthalten in ihren Speichercotyledonen bis zu 50% fettes Öl. Dieses ist kaltgepresst ein sehr hochwertiges Speiseöl, da es aus der zweifach ungesättigten Linolsäure (bis 70%) und der einfach ungesättigten Ölsäure (bis 50%) besteht. Es hat mit 210-225°C einen vergleichsweise hohen Rauchpunkt (bis zum Rauchpunkt erhitzes Fett ist gesundheitsschädlich), eignet sich daher auch als Bratfett (Butter hat einen Rauchpunkt von 175°C, Kokosfett 185-205, Distelöl rund 150°C und Weizenkeimöl nur 135°C). Der Presskuchen ist wertvolles Viehfutter. Sorten zum Knabbern haben eine dickere Schale und sind größer.
Helianthus kommt von helios = Sonne und anthos = Blüte, Blume (beides griechisch). Der den Blütenköpfen oft zugesprochene positive Phototropismus (Ausrichtung nach der Sonne) bezieht sich jedoch nur auf die Blätter, welche sich über den Tag von Ost nach West immer der stärksten Sonneneinstrahlung zuwenden. Über Nacht rücken Sie wieder in Richtung Ost, in Erwartung der aufgehenden Sonne. Dies hört jedoch auf, sobald die Blüte beginnt. Die Blütenköpfe sind dann meist Richtung Ost orientiert. Annuus bedeutet einjährig, nach der Lebensform. In Anbetracht des je nach Sorte bis zu 4 m hohen Pflanzenkörper und der hunderten wenn nicht tausenden ölreichen Früchte ist diese energetische Leistung recht bemerkenswert!

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Zuletzt aktualisiert: 13.07.2015 · Stephan Imhof

 
 
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