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Die neue zentrale Universitätsbibliothek

Bis Ende 2016 erhält Marburg eine neue Zentrale Universitätsbibliothek, kurz ZB genannt. In städtebaulich prominenter Lage, am Fuße der historischen Oberstadt, zwischen Elisabethkirche und Altem Botanischem Garten, wird sie das Zentrum des neuen „Campus Firmanei“ bilden. Insgesamt 2,5 Millionen Bände finden hier Platz, allein 1,7 Millionen davon werden frei zugänglich sein. Das Gebäude entsteht nach den Plänen des des Darmstädter Architekturbüros Sinning, das 2009 den städtebaulichen Ideen- und Realisierungswettbewerb gewonnen hat. Die Baukosten von rund 108 Millionen Euro werden durch das HEUREKA-Programm (Hochschul-Entwicklungs- und Umbauprogramm: RundErneuerung, Konzentration und Ausbau von Forschung und Lehre in Hessen) getragen.  

„Das Buch ist auch im 21. Jahrhundert kein Auslaufmodell“, betont der Leiter der Universitätsbibliothek Hubertus Neuhausen. „Im Gegenteil: Das Medium wird uns noch lange begleiten.“ Dies liege zum einen am Urheberrecht, das es untersagt, die Literatur des 20. Jahrhunderts zu digitalisieren. „Vor allem aber“, so Neuhausen „wollen Geisteswissenschaftler mit ‚richtigen Büchern‘ arbeiten“. Daher setzt man in Marburg auf die Verbindung von Buch und elektronischen Medien. Einen wichtigen Stellenwert nehmen außerdem Gruppenarbeitsräume als gemeinsame Lernorte ein.

Elf Bereichsbibliotheken

Bislang verteilen sich die Buchbestände auf insgesamt 25 Außenstellen sowie die Zentrale Universitätsbibliothek, die in einem 1967 fertig gestellten Gebäude, unmittelbar an der Stadtautobahn, untergebracht ist, das nicht mehr heutigen Anforderungen genügt. Durch die neuen Studiengänge arbeiten mehr Studierende im Lesesall als früher, sagt der Bibliotheksleiter, zudem fehle es an Gruppenarbeitsräumen und Computerarbeitsplätzen. Die neue ZB wird künftig insgesamt elf Bereichsbibliotheken sowie den Bestand der Uni-Bibliothek aufnehmen. Die Zusammenlegung der dezentralen Bestände soll längere Öffnungszeiten ermöglichen und interdisziplinäres Arbeiten fördern. Neuhausen ist begeistert vom Entwurf des Darmstädter Architekturbüros Norbert Sinning: Den Architekten sei „die Quadratur des Kreises gelungen“, indem sie die Vorgabe der Stadt nach Kleinteiligkeit und Durchwegbarkeit ideal mit dem Wunsch der Bibliotheksleitung nach direkter Zugänglichkeit und einer optimalen Verteilung der Bedarfsflächen in Einklang bringen“, sagt er.

von außen...

Die Architekten standen vor der Herausforderung, ein möglichst kompaktes Gebäude zu entwerfen, das sich dennoch harmonisch in die historische Umgebungsbebauung fügt und nicht zur Stadt abriegelt. Sie erreichen dies durch einen langgestreckten Baukörper, der die Höhenentwicklung und auch die Farbgebung der benachbarten Bauten aufgreift. Zudem wird das langgestreckte, geschwungene Gebäude von einer gläsernen Eingangshalle diagonal durchschnitten. Diese gläserne Spange erlaubt eine direkte Durchwegung von der Elisabethkirche kommend und spannt zugleich einen geschützten öffentlichen Raum auf. Es ergeben sich spannende Aus- und Durchblicke: im Norden auf die Elisabethkirsche im Süden zum Botanischen Garten hin. Die Obergeschosse des West- und Ostflügels werden über Brücken verbunden, das aus einem Baukörper gefügte Untergeschoss dient als Archiv. Ein bestehender, unter Denkmalschutz stehender Gründerzeitbau der ehemaligen Hautklinik wird grundlegend saniert und für die Bibliotheksverwaltung umgebaut. Ein Baukörper der diesen, gleich einem Scharnier, mit dem Ostflügel des Neubaus verbindet, nimmt ein Medienzentrum auf.

... nach innen

Auch im Innenraum reagiert der Neubau auf die topographischen Besonderheiten der Stadt: Die Treppen der Oberstadt finden ihren Gegenpart in den Vorsprüngen der Atriumfassaden des Ost- und Westflügels, die Leseterrassen bilden eine Hommage an die Terrassierung der Historischen Altstadt. Die Idee eines zentralen großen Lesesaals, hält Bibliotheksleiter Neuhausen für überholt. Stattdessen verfolgt man in Marburg das Konzept, unmittelbar an den Fachbeständen "Leseinseln" anzugliedern. Diese befinen sich in vertikal gestaffelten Leseterrassen, die zwar die Bereiche trennen, zugleich aber auch Blickbezüge im Innern und Ausblicke auf den Botanischen Garten und die Kirche gewähren. Die Besucher betreten das Gebäude über das gläserne Atrium. Dieses dient nicht nur als Foyer der Bibliothek, sondern auch als öffentlicher Raum mit vielfältigen Nutzungen. Im Westteil des Erdgeschosses ist eine Cafeteria geplant, im Ostteil befinden sich Freihandbereiche der Bibliothek. Rings um die Bibliothek sollen Sitzgelegenheiten einen attraktiven Begegnungsraum schaffen. Im ersten Obgeschosses finden die Archive Platz. Ebenso Nutzer- und Freihandbereiche, die sich auch auf den übrigen Geschossen finden.  Die Bibliothek werde nicht nur ein attraktiver Lernort sein wird, sondern auch ein "Zentrum für das universitäre Leben", betont Neuhausen.

Um den denkmalgeschützten Alten Botanischen Garten zu schonen, lenkt eine neue Wegeverbindung über den Mühlgraben die Studierenden am Garten vorbei zum Hörsaalgebäude und zur Mensa.  

Lesen Sie die Ausführungen zum Konzept der neuen ZB von Hubertus Neuhausen

Weitere Hintergrundinformationen

 

Konzeptidee zur UniBib

 

 

 

 

Modellfoto der Unibibliothek
             

             

Leseterrassen

                                                                    

       

 

...in Kürze:

Zweistufiger europaweit ausgeschriebener Architektenwettbewerb: 2008-2009 / 1. Preis: Sinning Architekten Darmstadt Freiraumplanung: Landschaftsarchitektin Angela Bezzenberger

Einbindung der Marburger Bürger durch Workshops und Podiumsdiskussionen: ab 2007

Baufeldfreimachung: ab Juni 2012

Baubeginn der Brücke über den Mühlgraben: Juli 2012

Rückbau der ehemaligen Frauenklinik: November 2012

Aushub der Baugrube: Ende 2013

Bauherr: Land Hessen

Architekten: Sinning Architekten Darmstadt

Baukosten: ca. 108 Mio Euro

Finanzierung durch HEUREKA (Hochschul-Entwicklungs- und Umbauprogramm: RundErneuerung, Konzentration und Ausbau von Forschung und Lehre in Hessen)

 

Bildnachweis: Alle Modellfotos und Visualisierungen von Sinning Architekten, Darmstadt

 

 

 

 

 

                                                           

 

Zuletzt aktualisiert: 24.03.2013 · thune

 
 
 
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