Direkt zum Inhalt
 
 
Bannergrafik (Ethnologie)
 
  Startseite  
 
Sie sind hier:» Universität » Gesellschaftswissenschaften und Philosophie » Europäische Ethnologie / Kulturwissenschaft » Aktuelles » Nachrichten » Artikel aus der Oberhessischen Presse vom 03.01.2013
  • Print this page
  • create PDF file

23.01.2013

Artikel aus der Oberhessischen Presse vom 03.01.2013

Lehrforschungsprojekt von Frau Prof. Metz-Becker "Marburger Dichterhäuser" aus drei Jahrhunderten


 

AUSSTELLUNG
Studentinnen auf den Spuren berühmter Dichter
Nicht nur die Brüder Grimm, auch andere Dichter haben eine Zeit  ihres Lebens in Marburg verbracht. In einem Projekt der  Philipps-Universität begeben sich Studenten auf deren Spuren - und  ihrer Häuser.

Die Brüder Grimm, natürlich. Aber auch Clemens Brentano, Gottfried Benn oder Christine Brückner: Sie alle waren, zumindest eine Zeit lang, Marburger Bürger.

Das „literarische Marburg“ steht für zwei Semester im Institut für Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft im Zentrum eines Lehrforschungsprojekt von Professor Dr. Marita Metz-Becker. 14 Studentinnen arbeiten auf eine Ausstellung hin, die in einem halben  Jahr eröffnet werden soll: „Marburger Dichterhäuser aus drei  Jahrhunderten“.

Wie bereitet einen solchen Stoff auf? Wie präsentiert man  Ergebnisse? Wie arbeitet man mit der Presse zusammen, wie wirbt man  Sponsoren, wie muss Werbematerial aussehen? All diese Dinge lernen  die Studierenden während ihres Seminars ebenfalls. „Das ist das  Spannende an diesem Projekt, dass man selbst aktiv werden kann und  von der Konzeption bis hin zur Präsentation alles macht“, sagen  Katharina Sophie Plum und ihre Kommilitoninnen.

Dabei geht es auch um die Fragen, was es heißt, sich an Personen der Vergangenheit zu erinnern und wie Erinnerungskultur funktioniert.  Deshalb haben die Studentinnen auch Interviews mit Menschen auf der  Straße geführt und mit der Videokamera aufgenommen. An welche  berühmten Dichter erinnern sich die Marburger? Die Brüder Grimm  seien bei vielen präsent, und einige - zumeist die Älteren - hätten  auch Namen wie Clemens Brentano oder Michail Lomonossov genannt,  erzählen die Studentinnen.

Wie viele Berühmtheiten aber tatsächlich in Marburg gelebt haben,  das überraschte die meisten. Auch die Studentinnen selbst. Und die  laufen jetzt auf jeden Fall wachsamer durch Marburg und achten zum  Beispiel auf die an vielen Häusern angebrachten Tafeln, die an  berühmte Bewohner erinnern, erklärt Anna Matter. Die meisten Dichter  dachten gern in ihre Zeit in Marburg zurück, haben die Studentinnen  laut Pearl Boczkowski recherchiert. Zum Beispiel Ina Seidel, die vom  „verzauberten Wald- und Hügelland“ schwärmt und die Bilder aus  Kindheitstagen „in dankbarer Erinnerung“ hat.

Auch Boris Pasternak hat sich offenbar verzaubern lassen: „Wenn das  hier nur eine Stadt wäre, aber es ist ja ein mittelalterliches  Märchen“, lautet ein Zitat von ihm. Kurt Eisner hingegen, der in  seiner Zeit in Marburg bei „Hessischen Landeszeitung“ war, schreibt,  er habe sich nicht eine Stunde wohl gefühlt.

Die Ausstellung, die im Rahmen des Projekts entsteht, wird am 28.  Juni 2013 im Haus der Romantik eröffnet und soll dann bis zum  Oktober zu sehen sein.

Von Nadja Schwarzwäller

Zuletzt aktualisiert: 23.01.2013 · Waltraud Görge

Termine RSS-Feed
 
 
 
Fb. 03 - Gesellschaftswissenschaften und Philosophie

Europäische Ethnologie / Kulturwissenschaft, Biegenstraße 9, D-35032 Marburg
Tel. 06421/28-26516, Fax 06421/28-26515, E-Mail: europ.ethnologie@staff.uni-marburg.de

URL dieser Seite: http://www.uni-marburg.de/fb03/euroethno/aktuelles/news/metzbeck

Impressum