14.06.2010
AnthroLab: Vortrag über methodologische Überlegungen zur Praxistheorie
Vierzehnter Vortrag des "Marburger AnthroLab"
Zeit:
01.07.2010
18:00 h
Ort:
Fachgebiet Völkerkunde, Kugelhaus, Kugelgasse 10, 1. OG
Referent/Beteiligte:
Mag. Dr. Bernhard Hadolt, M.Sc.
Weitere Informationen:
Sites, Netzwerke, Praktiken: Methodologische Überlegungen zur Praxistheorie
Die methodologische Diskussion in der Kultur- und Sozialanthropologie der letzten Jahrzehnte war zum Einen durch Versuche gekennzeichnet, einem neuen Verständnis des Kulturellen zu entsprechen, das Kultur in Ergänzung oder anstelle von Repräsentation in Begrifflichkeiten von Erfahrung/Wahrnehmung, Prozessualität und Praxis zu fassen sucht. Zum Anderen – und damit eng zusammenhängend – suchten methodologische Beträge angesichts von Globalisierung und Postmodernität einer als zunehmend komplex, heterogen, brüchig und instabil wahrgenommenen Welt gerecht zu werden. Methodenangebote wie processual ethnography (Moore), experience-near anthropology (Wikan), muli-sited ethnography (Marcus), neoklassische Feldforschung (Meyer & Schareika), Akteur-Netzwerk Theorie (Latour), Anthropologie des Zeitgenössischen (Rabinow) und verschiedene Bourdieu‘sche und Foucault’sche Zugänge fokussierten dabei entweder auf soziale Praktiken oder auf assemblages/Netzwerke von Entitäten.
Der Philosoph und Sozialtheoretiker Theodore Schatzki hat mit seiner Site-Ontologie ein Modell des Sozialen vorgelegt, das Praxis und assemblage gleichermaßen zu fassen beansprucht. Am Beispiel von genetischer Beratung bei präsymtomatischer Gendiagnostik in Österreich diskutiere ich einige Konzepte dieses Modells und deren Brauchbarkeit für anthropologische Fragestellungen.
Bernhard Hadolt, Universität Wien
Veranstalter:
IVK-Völkerkunde


