23.09.2010
AnthroLab: Vortrag über Siedlungen der brasilianischen Landreform und Tropenwaldschutz
Sechzehnter Vortrag des "Marburger AnthroLab"
Zeit:
26.10.2010
18:00 h
Ort:
Fachgebiet Kultur- undf Sozialanthropologie, Kugelhaus, Kugelgasse 10, 1. OG
Referent/Beteiligte:
Dr. Karin Naase
Weitere Informationen:
Siedlungen der brasilianischen Landreform und Tropenwaldschutz im brasilianischen Amazonasgebiet: passt das zusammen?
Im Südosten des Bundeslandes Pará (brasilianisches Amazonasgebiet) befinden sich zurzeit 473 Siedlungen der brasilianischen Landreform mit rund 80.000 Familien. Die Ergebnisse der Landreform bleiben jedoch in Bezug auf wirtschaftliche, soziale und ökologische Ziele hinter den Erwartungen zurück. Es hat sich außerdem gezeigt, dass die Maßnahmen zur Herstellung von größerer sozialer Gerechtigkeit mittels Umverteilung von Boden (= Landreform) in hohem Maße für Korruption anfällig sind. Der wirtschaftliche Erfolg der Siedler ist begrenzt und in vielen Fällen weder sozial noch ökologisch nachhaltig. Es lassen sich jedoch Unterschiede zwischen den Ergebnissen für unterschiedliche Siedlergruppen feststellen, die das Urteil über die Landreform differenzieren. Jedoch in ihrer Gesamtheit betrachtet sind die Landreformsiedlungen nur für wenige Personen wirtschaftlich nachhaltig. Ferner wird der Tropenwald in zahlreichen Siedlungen der Landreform dezimiert, was sowohl eine Gefahr für die ehemalig Landlosen selbst sowie für die Umwelt in ihrer Gesamtheit darstellt. Vor dem Hintergrund einer im brasilianischen Amazonasgebiet (2005 -2007) durchgeführten wissenschaftlichen Erhebung erläutert die Referentin ihre Überlegungen und Einsichten zu der brisanten und konfliktreichen der Herstellung sozialer Gerechtigkeit und der Problematik des Ressourcenschutzes.
Dr. Karin Naase (DAAD Stipendiatin, Philipps Universität Marburg)
Weitere Informationen zum Marburger AnthroLab finden sie hier
Veranstalter:
IVK - Kultur- und Sozialanthropologie


