12.10.2011
AnthroLab: Der Bergsturz von Attabad/Nordpakistan und die Politik der Katastrophe
Fünfundzwanzigster Vortrag des "Marburger AnthroLab"
Zeit:
15.11.2011
18:00 h
Ort:
Fachgebiet Kultur- und Sozialanthropologie, Kugelhaus, Kugelgasse 10, 1. OG
Referent/Beteiligte:
Prof. Dr. Martin Sökefeld
Weitere Informationen:
Am 4. Januar 2010 verschüttete ein gigantischer Bergsturz das Dorf Attabad in der Hochgebirgsregion Hunza, Gilgit-Baltistan, Pakistan. Der Bergsturz hat dauerhafte Konsequenzen: er bildete im Tal des Hunzaflusses eine Barriere von über 100m Höhe und 1km Breite. Er verschüttete den Karakorum Highway, der die Region an Pakistan und China anbindet und staute den Fluss auf. Es bildete sich ein See von knapp 30 km Länge. Der Vortrag wird einen Überblick über die ökonomischen Konsequenzen des Bergsturzes geben und sich dann vor allem seinen politischen Folgen zuwenden: In der Region, die in Folge des Kaschmirkonfliktes einen politischen Sonderstatus genießt und sich stets die unbedingte Loyalität zu Pakistan auf die Fahnen geschrieben hat, hat die Nichtbewältigung der Katastrophe zu massiven Auseinandersetzungen zwischen der betroffenen Bevölkerung und der Regierung geführt.
Prof. Dr. Martin Sökefeld, Lehrstuhl für Ethnologie, LMU München
Veranstalter:
IVK - Kultur- und Sozialanthropologie


