Elemente einer Rohstoffstrategie der Bundesregierung
Die Bundesregierung hat bereits 2005 beschlossen in Zusammenarbeit mit
dem BDI
(Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.) eine Rohstoffstrategie für Deutschland zu entwickeln.
Die Bundesregierung vertritt hierbei die Auffassung, dass eine solche
Strategie in erster Linie ökonomischen, sozialen und umweltpolitischen
Notwendigkeiten gerecht werden muss. Des Weiteren seien keine neuen
Subventionen im Bereich der Rohstoffgewinnung und –versorgung
beabsichtigt. Eine adäquate Rohstoffversorgung ist nach Auffassung der
Regierung in erster Linie Aufgabe der Wirtschaftsunternehmen[1]. Der Staat solle
„das Ziel einer möglichst weit reichenden Liberalisierung der
Weltmärkte gerade auch bei Rohstoffen weiter mit Nachdruck“[2] verfolgen.
Im Folgenden werden die wichtigsten Positionen der Bundesregierung
und des BDI vorgestellt:
Rückwärtsintegration der deutschen rohstoffverarbeitenden Industrie
fördern:
Mit diesem Bergriff wird „der Aufbau von Beziehungen zu den Zulieferern
zur Sicherung der Lieferung von Rohstoffen verstanden“[3]. Die Bundesregierung würde es
begrüßen, wenn sich deutsche Unternehmen verstärkt an
Rohstoffgewinnungsprojekten im Ausland beteiligen würden[4]. Ein aktuelles
Beispiel hierfür wäre das Engagement der BASF Tochter Wintershall in
Russland. Die Firma ist dort –zusammen mit Gazprom- an der Ausbeutung
eines Ergasfeldes beteiligt.
Diversifikation der Lieferbeziehungen ausbauen:
Die Bundesregierung und der BDI setzten sich dafür ein, dass die
Abhängigkeiten von den einzelnen Lieferquellen reduziert werden. Dies
hätte den Vorteil, dass Preisschwankungen leichter abgefangen werden
könnten und keine Oligopolstrukturen vorliegen würden[5].
Zudem wird für die Einrichtung eines „interministeriellen Ausschusses“ Rohstoffpolitik geworben. Mit einer solchen Vernetzung verschiedener Politikbereiche könnten rohstoffpolitische „Fragestellungen effizient und zielgerichtet“[6] bearbeitet werden.

