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Forschungsprojekte

Rente – Unwissend in die Krise? Wissen als Determinante der Akzeptanz des Alterssicherungssystems

Im Anschluss an die umfassenden Reformen zum Alterssicherungssystem in den vergangenen Dekaden zeigten sich in Politik und Medien anhaltende Bedenken, ob in der Bevölkerung für die gewählten Reorganisationen ausreichend Akzeptanz vorhanden ist. So wurden die tiefen Einschnitte im Leistungsniveau der sozialen Sicherung durch kognitiv anspruchsvolle Notwendigkeitsargumente und mit Hilfe einer neuen Gerechtigkeitsnorm vor der Bevölkerung gerechtfertigt. Entsprechend stellt sich die Frage, inwieweit die kognitiven Voraussetzungen (Hintergrundkenntnisse und das Verständnis dieser Argumente) in der Bevölkerung gegeben sind und ob sie tatsächlich hinreichend zur Akzeptanz des reformierten Alterssicherungssystems beitragen. Die bisherigen Forschungsbeiträge sind primär explorativ und angesichts überwiegend qualitativer und experimenteller Studien nicht verallgemeinerbar.
Das Forschungsvorhaben unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Bettina Westle, gefördert von der Fritz Thyssen Stiftung, untersucht inwieweit Akzeptanz des reformierten Alterssicherungssystems in der Bevölkerung vorhanden ist und wo Lücken und Probleme bestehen. Als zentrale Determinanten der Haltung zum neuen Alterssicherungssystem werden (a) Kenntnisse über den demografischen Wandel und über die Funktionsweise der gesetzlichen Rentenversicherung sowie Orientierung an Heuristiken, (b) normative Gerechtigkeitsvorstellungen und Gerechtigkeitswahrnehmungen berücksichtigt, sowie (c) Eigeninteressen und ferner (d) Generationsbeziehungen.

Projektlaufzeit: 2020 bis 2023
Mitarbeiter: Daniel Moosdorf M.A.
Studentische Hilfskraft: Yannick Diehl

"KRisE der GeschlechterVERhältnisSE? Anti-Feminismus als Krisenphänomen mit gesellschaftsspaltendem Potenzial" (REVERSE)

Angesichts des Wandels der Geschlechterverhältnisse formiert sich in Deutschland ein breites Spektrum gegen staatliche Gleichstellungspolitiken, Genderforschung und die weitere Liberalisierung der Geschlechterverhältnisse. Der Diskurs über den sogenannten ‚Gender-Wahn’ wird zum Teil sehr polemisch geführt.
Unter Leitung von Leitung von Prof. Dr. Annette Henninger untersucht das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte interdisziplinäre Forschungsvorhaben REVERSE die anti-feministische Diskursproduktion sowie deren Akteurs- und Adressat*innen-Gruppen. Fünf Fallstudien erlauben die vertiefende Betrachtung unterschiedlicher Diskursfelder, deren Querverbindungen ebenfalls in den Blick genommen werden.

Projektlaufzeit: 01.10.2017-31.01.2020
Mitarbeit: Prof. Ursula Birsl, Ferdinand Backöfer, Dr. Denise Bergold-Caldwell, Christopher Fritzsche, Dr. Barbara Grubner, Dr. Helga Krüger-Kirn, Prof. Susanne Maurer, Dr. Marion Näser-Lather, Leyla Tichy

Link zur Projekthomepage:
https://www.uni-marburg.de/de/genderzukunft/forschung/reverse