Direkt zum Inhalt
 
 
Bannergrafik (Politik)
 
  Startseite  
 

Einleitung EU

 

Die Energieversorgung innerhalb der Europäischen Union stützt sich auf eine Vielzahl unterschiedlicher Energieträger. Dies umfasst die Nutzung von Stein- und Braunkohle, Erdöl und Erdgas, sowie von Uran und erneuerbaren Energieträgern.

Erdöl (37%) nimmt hierbei den prozentual größten Anteil des Energieverbrauchs in Bezug auf die verschiedenen Energieträger ein. Erdgas, der zweitwichtigste Energieträger, liegt bei einem Anteil von 24%; feste Brennstoffe wie Braun- oder Steinkohle bei 18%. Die Nutzung von Kernenergie trägt zu 15% zum Trägermix bei. Erneuerbare Energien haben mit 6 % den geringsten Anteil[1].

18graphik1











Quelle: eigene Grafik

 
Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union verfügen nur in sehr begrenztem Maße über eigene Ressourcen - die EU ist der weltgrößte Energieimporteur; sie muss über die Hälfte ihres Bedarfs einführen[2].

Um den Stellenwert einer sicheren Energieversorgung innerhalb der Europäischen Union deutlich zu machen und deren Relevanz erfassen zu können, bedarf es der Kenntnis des zugrundeliegenden Zahlenmaterials.

 
Im Jahre 2005 importierte die EU ca. 43% ihres Energiebedarfs aus Russland, 27% aus Norwegen und 19% aus Algerien[3].

2030 wird die Importabhängigkeit gegenüber Drittländern Prognosen zufolge auf 70% steigen, wobei zu diesem Zeitpunkt schätzungsweise sogar 60% aller EU-Gasimporte aus Russland stammen werden1.

Hinzu kommt, dass aufgrund der stark abnehmenden Erdgas- und Erdölvorräte in der Nordsee Energieimporte zunehmend auch aus politisch instabilen Regionen stammen werden (Mittlerer Osten, Zentralasien)[4].

 

Ein steigender Energiebedarf – der Energieverbrauch wächst jährlich um 1-2% [5] - auf der einen und eine wachsende Rohstoffknappheit auf der anderen Seite stellen die Europäische Union vor neue Herausforderungen.

 

18graphik2










Eigene Grafik verändert nach

 

Die russisch-ukrainische Gaskrise zum Jahreswechsel 2005/2006 hat der Europäischen Union ihre Abhängigkeit von Energieimporten und das damit verbundene Risiko deutlich vor Augen geführt und auch die Bevölkerung für dieses Thema sensibilisiert. Verunsicherung und Zweifel waren die Folge.

Diese Krise gilt als Schlüsselerlebnis für eine neue Dynamik in der europäischen Energiepolitik[6]. Sie hat dazu geführt, dass das Thema Energiepolitik, welches über lange Zeit ausschließlich unter wirtschaftlichen Aspekten betrachtet wurde, unter wachsender Aufmerksamkeit der medialen Öffentlichkeit auch in den Bereich der Außen- und Sicherheitspolitik integriert wurde.

Der benannte Konflikt war letztlich auch deshalb von solch großer Bedeutung, weil über 80% der europäischen Energieimporte aus Russland durch das Territorium der Ukraine transportiert werden[7].

Es musste die Frage gestellt werden, inwiefern man sich auf Energieimporte aus Drittländern und vor diesem Hintergrund insbesondere aus der Russischen Föderation, dem wichtigsten Energiepartner, auch in Zukunft verlassen kann und welche Maßnahmen ergriffen werden können um die bestehenden Risiken zu verringern.

In diesem Zusammenhang wird vielfach die Diversifikation sowohl der Energiequellen als auch der Energieträger angeführt.

 

Neben einer deutlichen Abhängigkeit und Verwundbarkeit Europas hat die Krise vor allen Dingen deutlich gemacht, dass Europa eine gemeinsame und einheitliche Energiestrategie braucht um die bestehenden Herausforderungen anzunehmen.[8]

Dabei geht es neben der Gewährleistung der Versorgungssicherheit im Kontext des Klimawandels auch um ökologische Nachhaltigkeit.

Zuletzt aktualisiert: 02.02.2008 · Braeunia

 
 
Fb. 03 - Gesellschaftswissenschaften und Philosophie

Politikwissenschaft, Wilhelm-Röpke-Straße 6g, D-35032 Marburg
Tel. 06421/28-24387, Fax 06421/28-28991, E-Mail: politikwissenschaft@staff.uni-marburg.de

URL dieser Seite: http://www.uni-marburg.de/fb03/politikwissenschaft/energieundsicherheit/eu

Impressum