Frauenbeauftragte am Fachbereich seit 1995
| 1.6.1995 bis 31.3.1996 | Astrid Stephan |
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| 1.4.1996 bis 31.1.1997 | Meine Erfahrungen als erste studentische Frauenbeauftragte am
Fachbereich waren sehr divergent. Einerseits hatte der FBR im Juli 1995
einen Frauenförderplan mit klaren Ziel- und Strukturvorgaben
verabschiedet, der ein gutes Fundament für meine Arbeit darstellte. Ich
wurde von den Mitgliedern des Fachbereichs in meiner Funktion
weitgehend respektiert und hatte einen engagierten
Unterstützerinnenkreis im Frauen-Lesben-Plenum und im Frauenausschuss.
Andererseits hatte sich in den Köpfen der Mehrzahl der Lehrenden und
Studierenden noch längst kein Perspektivwechsel hin zum Verständnis
oder zur Akzeptanz feministisch-theologischer Fragestellungen als
integralem Bestandteil theologischer Arbeit vollzogen. Und wenn es z.B.
bei der Vergabe von Stellen und Lehraufträgen „ernst“ für einzelne
Fachgebiete wurde, war es manchmal sehr schwierig, die selbstgefassten
Beschlüsse umzusetzen. Durch die Besetzung von drei
MitarbeiterInnenstellen und einer Vertretungsprofessur mit Frauen sowie
das Frauenpraxisprojekt und den Feministischen Lehrauftrag konnten
jedoch der Anteil lehrender Frauen wesentlich erhöht werden – wenn auch
zunächst nur auf Zeit. Dass es die Perspektiven von Frauen und
Feministische Theologien nur im Plural gibt, zeigte sich auch in der
Arbeit von Frauenausschuss und Frauen-Lesben-Plenum. Neben dem Einsatz
für frauengerechte Strukturen am FB stellte die Auseinandersetzung um
das eigene Selbstverständnis einen wichtigen Bestandteil der
gemeinsamen Arbeit dar. Daher prägen meine Erinnerungen an die Zeit als
Frauenbeauftragte am Fachbereich sowohl die Erfahrung der
Widerständigkeit eingefahrener Strukturen und Sichtweisen als auch
inspirierende Momente gemeinsamer Arbeit an gerechteren Strukturen und
feministisch-theologischen Inhalten. Heike Preising |
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| 1.2. 1997 bis 31.7.1998 | Ich erinnere mich vor allem an leidige und lange Kämpfe bei der
Besetzung der C1-Stelle Systematik mit einer Frau, Klinkenputzen und
Unterm-Tisch-Stimmen-Zählen bei der Abstimmung im damals noch üppig
besetzten FBR; an Lernen bei den "Großen", die mit dem
FrauenLesbenPlenum schon viel diskutiert, durchgestanden und errungen
hatten; an die Freude an der inhaltlichen Reflexion, wenn es darum
ging, eine fitte Frau für den Feministischen Lehrauftrag
’ranzuholen. Julia Koll |
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| Ich war damals eine der ersten Frauen, die mit sehr viel Druck
durch die Frauen(-beauftragten) und das Frauenförderungsgesetz
eingestellt wurden, auch wenn sich Männer mit gleicher Qualifikation
beworben hatten. Das war für viele gewöhnungsbedürftig. Die
praktizierte Frauenförderung war in der Zeit, als ich Beauftragte war,
und in den Jahren, die ich als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der
Uni erlebte, das große Thema, eben mehr Frauen in den Mittelbau und in
Professorenstellen zu bringen. Bis ich ging, hatte sich etliches getan,
es waren viele Frauen im Mittelbau beschäftigt und die erste
Professorin berufen (Axt-Piscalar), die dann aber nicht kam, weil sie
absagte. Die Stimmung war: Da bewegt sich endlich was! (was ohne
Frauenförderquoten so sicher nicht passiert wäre). Darüber hinaus war
wichtig: Beschäftigung mit feministischer Theologie und der damals neu
aufkommenden Gender-Thematik. Ich habe mit Silvia Jühne gemeinsam eine
Überblicks-Übung "Einführung die die Feministische Theologie"
angeboten. Birgit Niehaus (Stellv.) |
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| 1.10.1998 bis 31.7.1999 |
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In unserer Amtszeit als Frauenbeauftragte 98/99 fiel die Berufung
der ersten Professorin am Fachbereich Ev. Theologie. Berufen wurde
Angela Standhartinger für Neues Testament. Darüber hinaus ist der erste
feministische Studientag aus dem Frauenpraxisprojekt "Die Zukunft von
Frauen in Theologie und Kirche" mit dem Titel "Uni Frauen - Frauen Uni"
hervorgegangen und begründete die Tradition der feministischen
Studientage als Forum für aktuelle feministisch theologische
Fragestellungen. Das Frauenfrühstück war in dieser Zeit ein schöner
Anlass, zu dem sich Sekretärinnen, Studentinnen und Mitarbeiterinnen
einmal im Semester im Foyer der AU trafen. Judith Gärtner und Uta Schmidt (Stellv) |
| 1.10.1999 bis 31.7.2000 |
Es war eine sehr bewegende und bewegte Zeit damals. Eine der
größten Erfahrungen war es, sich gemeinsam Räume und Zeiten zu erobern
und Frauenkraft sichtbar und Frauenstimmen hörbar werden zu lassen.
Deutlich wurde das etwa bei der Installation „Die Handgeißel des Konrad
von Marburg“, zusammen mit der Künstlerin Benita Joswig, im Rahmen des
Feministischen Studientages zum Thema „Geschlechtsspezifische
Machtstrukturen“. Ausgangspunkt war dabei die Auseinandersetzung mit
der Person der Hl. Elisabeth, die allerorten in Marburg spürbar
ist. Anne Rudolph |
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| 1.10.1999 bis 31.7.2001 |
Mit Kreativität und Mut ist es uns gelungen, Feministische
Theologie vom Rand in die Mitte des Fachbereiches zu bringen. Wichtig
war uns das gemeinsame Forschen, Arbeiten & Feiern über
Geschlechter- oder Statusgrenzen hinweg, z.B. die Vernetzung aller
Frauen am Fachbereich (Studentinnen, wissenschaftliche und
nichtwissenschaftliche Mitarbeiterinnen, Professorinnen). Dabei blieben
noch viele Wünsche offen. Dazu gehört für mich persönlich die
Erfahrung, das Wissenschaft und Schwangerschaft/Kinder für Frauen auch
in der (feministischen) Theologie kaum zu vereinbaren sind. Stefanie Theis (Stellv.) |
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| 1.8.2000 bis 31.7.2001 | In meiner Frauenbeauftragtenzeit gab es Höhen und Tiefen. Die
Berufung einer zweiten Professorin für den Fachbereich (Frau Prof. Dr.
Ulrike Wagner-Rau, Praktische Theologie) fiel in diese Zeit, aber auch
schwierige Kommunikationsstrukturenin und mit dem Dekanat. Im
Zusammenhang mit dem beginnenden Leitbildprozess galt es, die
Feministische Theologie im Leitbild des Fachbereichs zu verankern, wozu
viele Diskussionen nötig waren. Besonders erinnere ich mich aber an
zahlreiche kreative Stunden beim Bau der „Bultfrau“ und an die
Erarbeitung der Dokumentation zur Gedenktafel für die Ersten
examinierten Theologinnen Marburgs, für die der
Leonore-Siegele-Wenschkewitz-Preis verliehen wurde. Und: Wir haben viel
gefeiert! Hanna Dallmeier |
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| 1.8.2001 bis 15.2.2002 | Vor allem sticht für mich die konstruktive Zusammenarbeit mit den
Frauen des FrauenLesbenPlenums heraus, die ich als große Unterstützung
und Ermutigung erlebt habe.Zusammen haben wir u.a. eine
künstlerisch-theologische Übung zum Thema "Frauen gestalten
Frauengestalten" organisiert, einen feministischen Studientag unter dem
Motto "Schwule und Lesbische Theologie - get used to it" veranstaltet
und den Erlös einer Soli-Party "Terre des Femmes" gespendet, um dadurch
ihre Fahnen-Aktion"Frei leben - Ohne Gewalt" zum Internationalen
Frauentag zu unterstützen. Sabine Hiller |
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| 1.8.2001 bis 30.6.2002 |
In der Zeit, in der ich stellvertretende Frauenbeauftragte war,
haben wir uns bemüht, die Interessen der administrativ-technischen
Mitarbeiterinnen verstärkt wahrzunehmen. In die Zeit fielen auch
mehrere Berufungsverfahren. Gerlinde Baumann (Stellv.) |
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| 16.2.2002 bis 31.8.2003 |
Meine Zeit als Frauenbeauftragte war vor allem durch die Frage
geprägt, wie es gelingen kann, dass Frauenförderung nicht angesichts
knapper werdender finanzieller Zuweisungen „hintenrunterfällt“. In
positiver Erinnerung ist mir vor allem die gemeinsame Planung und
Durchführung der Feministischen Studientage und weiterer
feministisch(-theologisch)er (Lehr-)Veranstaltungen. Ruth Poser |
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| 1.7.2002 bis 30.6.2003 |
Die Verfahren zur Besetzung von einigen
Mittelbaustellen waren schwierig - und am Ende unnötig, weil
Stellen durch eine plötzliche Sparrunde gar nicht besetzt
worden sind. Sehr nett war ein Frauenball im Winter, mit
Paartanz! Judith Hartenstein (Stellv.) |
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| 1.9.2003 bis 31.8.2004 |
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Der wichtigste Teil meiner Arbeit als Frauenbeauftragte war ür mich
die Sicherung der feministischen Theologie innerhalb der damals neu
aufkommenden Module. Diese Arbeit wäre jedoch nie ohne Professorin Dr.
Ulrike Wagner-Rau, Annegret Schnath und Professorin Dr. Angela
Standhartinger möglich gewesen. Annika Wölfel Friederike Schönemann (Stellv.) |
| 1.9.2004 bis 31.8.2005 | ... in der Rückschau bleiben: intensive, kreative, spannende Feministische Studientage & FrauenPraxisProjekt; spannungsvolle Berufungskommissionen; Beginn der Kooperation mit dem Verein GrenzgängerInnen e.V. zur (Drittmittel-)Finanzierung der studentisch-feministischen Arbeit am Fachbereich. Sarah von Oettingen | |
| Für die Zeit meiner Amtsperiode als stellvertretende
Frauenbeauftragte und für mich war die Arbeit im Zusammenhang mit der
Besetzung der Nachfolge von der Lehrstühle J. Jeremias/AT und H.-M.
Barth/ST beherrschend. Rückblickend sehe ich kritisch, dass es auch in
einem Fachbereich, der sich als frauenpolitisch aktiv und als
gendersensibel verstand und versteht, noch keineswegs
selbstverständlich ist, Frauen auf Professuren zu berufen. Wie stark
die allgemeine Wahrnehmung von einer selbstverständlichen männlichen
Majorität auf theologischen Lehrstühlen geprägt ist, wurde mir daran
deutlich, dass die Vorstellung, es könnte möglich sein, gleichzeitig
auf zwei Lehrstühle Frauen zu berufen, selbst bei frauen- und
genderpolitisch sehr engagierten Studierenden und Lehrenden nicht als
realistische Option betrachtet wurde (mich selbst eingeschlossen). Um
so mehr schätze ich im Nachhinein das mutige Engagement all derjenigen
- von Studentinnen, aber nicht allein von ihnen! -, die auf diese
eingefahrenen Wahrnehmungs- und Handlungsmuster hingewiesen und sie in
Frage gestellt haben. Elisabeth Hartlieb (Stellv.) |
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| 1.10.2005 bis 31.8.2006 | Denke ich an meine Zeit als Frauenbeauftragte zurück, dann erinnere
ich mich besonders an das Blockseminar zum Thema „Reading Paul in
Context“ mit Luise Schottroff und Claudia Janssen. Das Seminar fand
gemeinsam mit Studierenden vom Union Theological Seminary aus New York
statt, die dazu extra nach Marburg gekommen sind. Das waren intensive
drei Wochen, an deren Abschluss der Feministische Studientag stand, den
wir auch zu diesem Thema gestaltet haben. Renja Rentz Michaela Geiger (Stellv.) |
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| 1.10.2006 bis 31.3.2008 | Sabine Neufeld |
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| 1.10.2006 bis 30.9.2009 |
Strukturen kann man diskutieren - ’das’ Patriarchat,
’die’Benachteiligung von Frauen etc. Aber um sie zu ändern, bedarf es
der kleinteiligen, pragmatischen und konkreten Förderung und
Fortbildung von Frauen. Dazu gehören nebender Gremienarbeit u.a.
Profilbildung und Präsentationstraining für
Nachwuchswissenschaftlerinnen, konkrete Maßnahmen zur Vereinbarkeit von
Familie und Beruf, Beratung zu Stipendien und Berufswegen oder
Präventions- und Gendertraining. Cornelia Richter (Stellv.) |
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| 1.4.2008 bis 30.9.2009 |
Die Arbeit als Frauenbeauftragte ist an vielfältige Diskussionen um die Sache, das Amt und die Aufgaben gebunden. Konstruktive wie emotionale Debatten sorgen für stetige Auseinandersetzung mit dem sich immer wieder erneuernden Selbstverständnis der Frauenarbeit. Neben der Arbeit in Gremien und der Organisation von Studientagen gehören die Mitarbeit am Profil, an der Präsentation am Fachbereich, an der Vereinbarkeit von Studium/ Beruf und Familie und dem Angebot von Trainings und Übungen in Bereichen wie Gender, sexueller Belästigung oder Gleichstellung dazu. Dies alles macht das Amt facettenreich und anspruchsvoll. Katharina Willebrandt |
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| 1.10.2009 bis 30.09.2010 |
Was ist Feminismus oder Gender, was bedeutet Gleichberechtigung, warum heißt es immer noch Frauenbeauftragte und nicht Gleichstellungsbeauftragte? In meiner Amtsperiode habe ich festgestellt, dass all diese Fragen nicht stillschweigend übergangen werden können, sondern erklärt und diskutiert werden müssen. Fruchtbar und anregend habe ich insbesondere den Feministischen Studientag und und die Projekt-Tage am Fachbereich empfunden, bei denen gerade diese grundlegend Fragen immer wieder ein Thema waren. Dass aus den Projekt-Tagen die studentische Idee eines Gender-Kreises geboren wurde, sehe ich als zukunftsweisend an. Die konstruktive und produktive Zusammenarbeit mit Studierenden aller Geschlechter, die ich in meinem Jahr als Frauenbeauftragte kennengelernt habe, wird mir in guter Erinnerung bleiben. Therese Wagner |
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| 1.10.2009 bis 31.3.2010 |
Andrea Morgenstern (Stellv.) | |
| 1.4.2010 bis 30.9.2012 |
Aliyah El Mansy (Stellv.) | |
| 1.10.2010 bis 28.2.2011 |
Ricarda Heymann |
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| 1.3.2011 bis 31.3.2012 |
Ann-Kathrin Kutzenberger |

