Herzlich Willkommen bei der
Wirtschafts- und Sozialgeschichte
an der Philipps-Universität Marburg!
![]() Oben v. l. n. r.: Tobias Bach (Studentische Hilfskraft), Daniel Wylegala (Wissenschaftlicher Mitarbeiter), Prof. Dr. Christian Kleinschmidt (Lehrstuhlleiter), Stefanie Lechner (Wissenschaftliche Mitarbeiterin) Unten v. l. n. r.: Adrian Jitschin (Wissenschaftlicher Mitarbeiter), Jeanette Grohmann (Geschäftszimmer), Tommy Stöckel (Studentische Hilfskraft), Kevin Rick (Studentische Hilfskraft) |
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Relevanz der Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte
Vor dem Hintergrund der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise gewinnen wirtschaftshistorische Erklärungsansätze – auch im öffentlichen Diskurs – stark an Bedeutung.
Gesellschaftliche Entwicklungen sind nie gleich – aber vergleichbar. Und so lassen sich zahlreiche Parallelen, aber auch deutliche Unterschiede, etwa zu den Krisen der 1870er Jahre, zur Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er Jahre oder zur Krise der 1970er Jahre erkennen. Dabei spielen nicht nur ökonomische, sondern auch soziale, politische, kulturelle und psychologische Aspekte eine Rolle. Was waren die Auslöser der jeweiligen Krisen? Welche Auswirkungen und Folgen hatten sie für die weitere wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung? Welche Mittel standen zur Krisenüberwindung zur Verfügung und wie erfolgreich waren sie? Welche Rolle spielte der Staat? Aus heutiger Sicht können wir diese Fragen beantworten, weil wir den Ausgang der jeweiligen Krisen kennen. Der intertemporäre Vergleich ist – wie auch der internationale Vergleich – ein wichtiges Hilfsmittel zum Erkenntnisgewinn. Die Wirtschafts- und Sozialgeschichte kann dazu beitragen, diese komplexen, multifaktorellen Prozesse angemessen zu analysieren und zu erklären. Dafür steht ein umfangreiches theoretisches und methodisches Instrumentarium – gerade auch der Nachbardisziplinen - zur Verfügung.


Multidisziplinarität
Ein wichtiges Kennzeichen der Wirtschafts- und Sozialgeschichte ist dementsprechend, daß sie als interdisziplinäres Fach und als Brückenfach zwischen den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften zahlreiche Anknüpfungspunkte an die benachbarten Fächer bietet. Sie beschäftigt sich mit langfristigen Entwicklungen in Wirtschaft und Gesellschaft zwischen dem Spätmittelalter und der Gegenwart.
Teilbereiche der Sozial- und Gesellschaftsgeschichte sind u.a. die Bevölkerungsgeschichte, die Geschichte der Familie und der Geschlechterbeziehungen, die Geschichte sozialer Strukturen und sozialer Bewegungen, die Alltags-, Mentalitäts- sowie die Kulturgeschichte.
Die Wirtschaftsgeschichte unterscheidet zwischen einer makroökonomischen Perspektive (Geschichte einzelner Sektoren und Branchen, Märkte und Wettbewerb, Wirtschaftsordnungen, die Geschichte von Krisen, Wachstum und Konjunkturen) und einer mikroökonomische Sicht, die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen und Haushalte in den Mittelpunkt stellt.

Schwerpunkte in Marburg
In Marburg liegen die Schwerpunkte in Forschung und Lehre im Bereich der deutschen Wirtschaftsgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert, auf dem Gebiet der Globalisierung und der internationalen Wirtschaftsbeziehungen, der Unternehmensgeschichte, der Konsumgeschichte und der modernen Kulturgeschichte.
Regelmäßig werden auch in den Fachgebieten Alte und Mittelalterliche Geschichte wirtschafts- und sozialhistorische Lehrveranstaltungen angeboten.
Prof. Dr. Christian Kleinschmidt


