KuMuMe?
Klingt ja doch recht außergewöhnlich, dieses „KuMuMe“.
Diese Außergewöhnlichkeit lässt sich in vielerlei Hinsicht messen. Die Betonung liegt dabei auf „viel“, denn bereits und besonders in den ersten beiden Semestern gilt es sowohl die Aufnahmefähigkeit als auch Belastbarkeit unter Beweis zu stellen. Ein echtes Bachelor-Studium fordert eben auch schon mal Managerqualitäten. Schon hier wird ziemlich schnell deutlich, dass KuMuMe, der Studiengang Kunst, Musik und Medien – Organisation und Vermittlung keineswegs mit einem Wellness-Urlaub an der Lahn zu verwechseln ist. (Wer dagegen zur Entspannung gern mal auf das Aussetzen von Bach-Chorälen zurückgreift, ist hier durchaus gut aufgehoben …) Man könnte auch von einer Komprimierung der drei Einzelstudiengänge sprechen. Der Vorteil hingegen besteht darin, dass bei einer Fülle von Veranstaltungen im Grunde jeder etwas findet. Im Laufe der Zeit wird dem ein oder anderen schnell klar, welcher Bereich sein Steckenpferd ist. Zudem stehen hilfsbereite Tutoren zur Verfügung, um die Verarbeitung der Lehrveranstaltungen voranzutreiben. Apropos Lehrveranstaltungen: Abwechslung zu den bereits erwähnten Bach-Chorälen gibt es en masse. So kommen nicht nur Freunde des russischen Stummfilms voll auf ihre Kosten, auch Talkshow-Konsumenten können endlich ihre (geheime) Vorliebe für niveauerfüllte Nachmittagssendungen direkt in der Uni ausleben. Noch mehr Anspruch fordern ästhetische Diskussionen à la Kant und Hegel (welche sich wiederum hervorragend auf kunstgeschichtliche Diskurse um bspw. Beuys' Fett-, Filz- und Honigwerke beziehen lassen).
Sind die ersten Hürden bzw. Semester nun genommen, könnte fast Gefahr durch Langeweile bestehen. Aber auch dagegen gibt es eine Maßnahme. Diese ist jedoch durchaus angenehm und nennt sich „Fächerübergreifende Kompetenzen“. Was auf den ersten Blick nach unseriösen Qualifikationen zum Erwerb zusätzlicher Punkte klingt, umfasst in Wirklichkeit ein freies Wahlpflichtmodul. Ab dem dritten Semester kann man theoretisch aus dem gesamten Studienangebot der Uni wählen, um die nötigen Punkte zu sammeln. ("Theoretisch" ist hier leider nicht mit "praktisch" gleichzusetzen. Vorzeitiges Informieren an den jeweiligen Instituten ist daher empfehlenswert!) Wer bisher die Praxis im theorieorientierten Studium vermisst hat, kann hier die Möglichkeit ergreifen, sich beispielsweise im künstlerischen Bereich praktisch zu betätigen. Apropos praktisch, auch Praktika, eine generell zu empfehlende Sache, können angerechnet werden. Doch keine Panik, bis dahin verhindern Exkursionen während des Semesters ohnehin ein Festwachsen im Hörsaal.
Vielfalt und Vermittlung kommen folglich alles andere als zu kurz, und auch organisatorisch wächst der noch junge Studiengang heran. Ist man sich den Anforderungen des Studiums bewusst, lassen sich diese bei entsprechender Motivation gut bewältigen. Verfügt man zudem nicht gerade über eine Privatsekretärin, so lässt sich mit einer adäquaten Rechenbegabung oder guten BWL-Kenntnissen auch das Punkte- bzw. Modulsystem mit Leichtigkeit durchschauen.
Und was macht man nach dem Studium? Bei dieser Fülle von erlangten Fähigkeiten stehen jedenfalls die Chancen, als eierlegende Wolfmilchsau unterzukommen, nicht schlecht …

