Weitere Forschungsprojekte
Neben den oben erwähnten Projekten gibt es weitere
Forschungsprojekte, die hier kurz aufgeführt werden sollen. Weiter
Informationen finden Sie über die entsprechenden links.
Interdisziplinäres DFG-Projekt
Molekulargenetische und holzkohleanalytische Untersuchungen zur
jungquartären Waldgeschichte Südtibets am Beispiel von Wacholder.
Partnerschaftsvorhaben mit dem Northwest Institute of Plateau Biology,
CAS, Xining, und der Tibet University Lhasa, China.
Beginn: 2004
Umfang der Förderung: 1 Doktorand und andere Kosten
Dieses interdisziplinäre Projekt ist fachbereichsübergreifend, da es
zwischen der Geographie und der Biologie der Philipps-Universität
Marburg durchgeführt wird. Beteiligt sind die AGs von Prof. Miehe (Geographie) und Prof. Ziegenhagen (Organismische Biologie). Das
Projekt trägt zu einem vertieften Verständnis der Waldgeschichte
Südtibets bzw. des Tibetischen Plateaus bei. Ausgewählt wurde dabei
Wacholder als Modell, da er als großer Hybridkomplex in allen
biogeographisch relevanten Gebieten des Projektes vorkommt.
Die Populationsbiologie von Pflanzen in neu verfügbaren
Habitaten
Viele Pflanzen nährstoffarmer Rasen sind in den letzten Jahrzehnten aufgrund der Zerstörung und Fragmentierung iherre Habitate stark zurückgegangen. Gelegentlich allerdings werden neue, potentielle Habitate verfügbar, so z.B. auf früheren Tagebauflächen in Luxemburg, wo die natürliche Sukzession zu einer Vegetation ähnlich wie auf Trockenrasen geführt hat. In diesem Projekt in Zusammenarnbeit mit dem Museum für Naturgeschichte, Luxemburg, untersuchen wir die populationsbiologischen Prozesse bei der Besiedlung dieser Habitate. Wir untersuchen die räumlichen und zeitlichen Muster in der Demographie und Genetik zweier gefährdeter Arten mit unterschiedlicher Ausbreitungsfähigkeit. Diese Modellarten sind Anacamptis pyramidalis und Iberis amara. A. pyramidalis hat kleine Samen, die leicht vom Wind verbreitet werden, während die schweren Samen von I. amara keine Anpassungen an Fernverbreitung aufweisen. In diesem Projekt werden die Populationsstruktur, Demographie und Genetik der beiden Arten untersucht. Die Studie soll zu einem besseren Verständnis der Prozesse bei der Fernverbreitung von Samen und Gründung von Populationen beitragen.
Beteiligte: Ronny Mozek, Guy Colling, Prof. Diethart Matthies.
Förderung: Fond de Recherche Scientifique, Luxembourg.
Invasive Fallopia-Arten und ihre Hybriden - Biologie und
Möglichkeiten der Bekämpfung
Der japanische Staudenknöterich Fallopia japonica ist in Mitteleuropa eine agressive invasive Pflanze, die ein Problem in verschiedenen Ökosystemen darstellt. Die Pflanze kommt offenbar nur mit einem einzigen Genotyp in Europa vor und verbreitet sich nur vegetativ, da die Pflanzen keine Samen produzieren. Allerdings kann sich F. japonica mit anderen Fallopia-Arten kreuzen und fertile Hybride bilden. Wir untersuchen in Zusammenarbeit mit dem CABI Bioscience, Delemont, die Biologie von F. japonica und verschiedener Hybriden, um mögliche Gefährdungen durch die Hybridisierungen abzuklären und Möglichkeiten der Bekämpfung zu evaluieren.
Beteiligte: Christine Krebs, Dr. Urs Schaffner, Prof. Diethart Matthies.
Förderung: Deutsche Bundesstiftung Umwelt.
Die Populationsbiologie der seltenen monokarpen Endemiten Echium
pininana und Echium wildpretii
Pflanzen, die endemisch auf Inseln sind, gehören zu den gefährdetesten Arten, da sie vielfach nur wenige und kleine Populationen haben und durch Habitatsveränderungen und invasive Arten gefährdet sind. Wir untersuchen die Populationsbiologie der seltenen monokarpen Arten Echium pininana und Echium wildpretii, die endemisch auf den Kanarischen Inseln sind. E. pininana ist ein Endemit des Lorbeerwaldes auf La Palma und E. wildpretii ist ein Endemit trockener alpiner Habitate auf Tenriffa und La Palma. Ziel des Projektes ist es, den Einfluss von Umweltfaktoren auf die Populationsdynamik der Art zu verstehen und mögliche Bedrohungsfaktoren zu verstehen.
Beteiligte: Oliver Kienberg, Dr. Thomas
Becker, Dr. Petra Lindemann-Matthies, Prof. Diethart Matthies.

