Maris - Was ist das überhaupt?!
Seit Oktober 2008 gibt es am Fachbereich Medizin der Philipps-Universität Marburg ein Skills Lab, das übersetzt „Fertigkeiten-Trainingszentrum“ heißt. Hier im Maris, also im Marburger Interdisziplinären Skills Lab, trainieren Medizin-Studierende praktische ärztliche Fertigkeiten. Dazu gehören sowohl kommunikative Fertigkeiten wie Anamneseerhebung, Beratung und Aufklärungsgespräche als auch körperliche Untersuchungstechniken wie Auskultation, Perkussion und Palpation (Ausführliches Konzept zum Download).
Geplant ist ein weiterer
Ausbildungsstrang, in dem visuelle Fähigkeiten (Inspektion,
Blickdiagnose) bzw. die Interpretation von Bildmaterial (klinische
Abbildungen, Beurteilung von Ausstrichpräparaten, Ergebnisse von
Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren etc.) geübt werden sollen, da
sie aus dem klinischen Alltag nicht mehr weg zu denken sind.
Grundsätzlich werden die Fähigkeiten und Fertigkeiten hier in simulierten, realitätsnahen Situationen und Settings geübt. Zum einen bietet sich das Lernen und Üben an Modellen an, zum anderen werden vor allem die Gesprächssituationen mit Simulationspatienten (kurz SPs; Personen, die Patienten mit ausgewählten Krankheiten spielen und für diese Rollen speziell trainiert wurden) geübt.
Vom Maris wurden seit
November 2008 rund 50 Simulationspatienten rekrutiert (überwiegend aus
Laienschauspielgruppen der Umgebung); diese haben sich bei einer
Einführungsveranstaltung informiert und im Anschluss in verschiedenen
Trainingseinheiten auf ihre Einsätze vorbereitet: durch eine
Rollenschulung, wobei die Rollen von Ärzten anhand authentischer Fälle
zu diesem Zweck verfasst wurden. Zusätzlich gab es ein
Feedbacktraining, denn eine wichtige Funktion des Unterrichts mit
Simulationspatienten ist, dass die Studierenden eine differenzierte
Rückmeldung über ihr Auftreten und ihr Gesprächsverhalten bekommen.

Neben den Simulationspatienten spielen auch die oben schon erwähnten Modelle eine sehr große Rolle. An ihnen können sowohl physiologische als auch pathologische Befunde untersucht und diagnostiziert werden. Hierzu werden Tutorien und Kurse angeboten, die sowohl in die Lehre einbezogen als auch auf freiwilliger Basis stattfinden.
Nähere Informationen erhalten Sie auch unter dem Thema „Simulationspatienten“ bzw. „Kursangebote“.

